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Rp-Serie Unsere Seelsorger (42): Pastor Alfons Bless
Bodenständig und beliebt

Kleve. Pfarrer Alfons Bless war 25 Jahre Pastor der Gemeinde St.-Mauritius in Düffelward. Er starb im Alter von 89 Jahren in Kleve. Von Werner Stalder

KLEVE-DÜFFELWARD "Er war ein bodenständiger Mann", sagt Landwirt Josef van Heek (77) aus Düffelward immer wieder. Die Rede ist von Pfarrer Alfons Bless, der von 1950 bis 1975, also 25 Jahre, Pastor von St. Mauritius in Kleve-Düffelward war. Heute gehört diese Gemeinde zu St. Willibrord Kleve.

Die Bodenständigkeit war dem Geistlichen, der am 9. Dezember 1901 in Niel geboren wurde, schon in die Wiege gelegt, denn er kam von einem Bauernhof. Am 5. April 1930 wurde Alfons Bless in Münster zum Priester geweiht. Von 1930 bis 1932 war er Kaplan in Kervenheim, von 1932 bis 1937 Kaplan in Kapellen, von 1937 bis 1945 Kaplan in Ginderich, von 1945 bis 1950 Rektor in Uedemerbruch, bis er 1950 als Pfarrer in Düffelward eingeführt wurde. Zu den ihm anvertrauten katholischen Christen gehörte auch die kleine Herde auf der Insel Schenkenschanz.

Josef van Heek erlebte den Priester in seiner Schulzeit und sieben Jahre als Messdiener. "Mein Vater, Aloys van Heek, hatte ein sehr gutes Verhältnis zu dem Pastor", erzählt er. Dem Landwirt sind die Hausbesuche, vor allem bei den älteren Leuten, in Erinnerung geblieben: "Jede Woche besuchte er die Leute im Krankenhaus und kam dabei zu jedem Patienten aus Düffelward." Im Anfang fuhr er mit dem Fahrrad durch das Dorf, später brachte ihn seine treue Haushälterin, Minchen Winkelmann, mit dem Auto zu den Zielen. Auch Alois Rambach (73) kann sich an manche Begebenheiten im Leben des Pastors in Düffelward erinnern. Auch er gehörte sieben Jahre zu den "Rotröcken", zusammen mit Hans Wolters. "Der Pastor übte mit uns die lateinischen Gebete der Messdiener ein", sagt er.

Für die Mauritiussiedlung habe sich der Pfarrer sehr eingesetzt, berichtete Rambach. Anfang der 60er-Jahre wurden auf Kirchenland etwa 45 Häuser geplant, dazu einige Häuser auf der Trübschen Straße. Die Siedlung wurde Mitte der 60er Jahre vollendet und ist seinem Engagement mit zu verdanken.

Wenn Pastor Bless eine Familie besuchte, nahm er stets den Weg über "de Dääl". Dann begutachtete er links und rechts die Kühe und Schweine: "Datt hätt denn Herrgott gut gemakt", sagte er, der immer Platt sprach.

"Wenn er meine Mutter besuchte, ging er an den Kühlschrank, trank zwei Schnäpschen, bis ihn seine Haushälterin ermahnte: "Jetzt ist es genug", weiß Josef van Heek zu berichten. Beide Zeitzeugen unterstrichen die karitative Haltung ihres Pastors, der ein sehr bescheidener Mensch war. So bestellte und bezahlte er bei dem Kohlenhändler Theo Nielen in Rindern Kohlen für arme Leute. Im Elternhaus in Niel öffnete er die Kleiderschränke und nahm überflüssige Kleidung für die Armen seiner Gemeinde mit.

Gerne arbeitete er in seinem wunderschönen großen Pfarrgarten. Den Messdienern spendierte er eine jährliche Ausflugsfahrt nach Neviges, Haltern oder Steyl. "Wir saßen dann in der letzten Busreihe, und vor uns die Frauen des Müttervereins", schmunzelt Rambach.

Nach seiner Zeit in Düffelward war Pfarrer Bless von 1975 bis 1976 Vicarius Cooperator in Goch-Hommersum und anschließend Pfarrer i.R. in Kleve. Er starb am 29. Mai 1991 in Kleve. Für die beiden Messdiener waren zu ihrer Zeit die Geistlichen hoch angesehene Persönlichkeiten. Umso mehr waren sie erstaunt, als nach einer Feierlichkeit auf dem Weg von der Kirche zum Pfarrhaus die Stimme des Dechanten erscholl: "Föns, heij de Schnaps kalt än de Zigoare ferg stoan?"

Quelle: RP
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