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Kleve-Kellen
Briener Straße - "Horror" für die Anlieger

Briener Straße - "Horror" für die Anlieger
Mitte dieser Woche soll laut Angaben der Stadt die Baustelle Richtung Kreisverkehr verlegt werden. FOTO: Gottfried Evers
Kleve-Kellen. Gewerbetreibenden an der Briener Straße müssen seit Monaten wegen der Baustelle hohe Umsatzeinbußen verkraften. Harte Kritik an Planung und Informationspolitik der Stadt. "XOX-Besitzer" Udo Tjaden klagt vor dem Verwaltungsgericht. Von Dieter Dormann

Durch ein Rundschreiben ihrer Hausverwaltung, der Tjaden KG, deren Besitzer Udo Tjaden große Teile des ehemaligen XOX-Geländes an der Briener Straße gehören, hat die Geschäftsführerin von Bürobedarf Menges, Monika Rubrech, eine auf den ersten Blick gute Nachricht erhalten: Mitte dieser Woche sollen die Arbeiten an der Baustelle vor ihrem Geschäft beendet sein und die letzten Bauabschnitte in Richtung Kreisverkehr begonnen werden. Doch die 54-Jährige kann sich darüber nicht freuen.

Nicht nur die Erfahrungen der letzten Monate, in denen sie Umsatzeinbußen von mehr als 50 Prozent aufgrund der Baustelle und Straßensperrung verkraften musste, haben die Geschäftsfrau frustriert. "Das ist alles Horror, was hier passiert", sagt sie. Und Versprechungen der Stadt, von denen sie allenfalls über die Tjaden KG informiert wird, glaubt sie schon lange nicht mehr.

Bei der Ankündigung der Baumaßnahmen an der Briener Straße im April 2014 hatte die Stadtverwaltung das Ende der Arbeiten für den März 2015 terminiert. Das sei eine "erste Schätzung im Rahmen der Ausschreibung" gewesen, teilt die Stadt nun schriftlich auf Anfrage der Redaktion mit. Die Verwaltung rechne mit einer Fertigstellung der Straße - und einem Ende der Behinderungen für die Anlieger - Ende Juni 2015. Die Bauzeitplanung, ein "internes Arbeitspapier", sei schon im vergangenen Sommer entsprechend angepasst worden.

Monika Rubrech hat die neuen Termine nach eigener Aussage nie von der Stadt erfahren. "Und auch sonst hört man nichts von der Stadt - auch nicht nach Beschwerden", versichert die Geschäftsfrau. Andere Gewerbetreibenden an der Straße - Lampen Udo, Koffer Crew, Angelshop Verkhey, Trinkgut, Autoservice Held - bestätigen diese Aussage und klagen ebenfalls über hohe Umsatzeinbußen. Manche sprechen gar von einer Existenzgefährdung, mindestens von einer geschäftsschädigenden Planung der Stadt.

Drei bis vier Wochen liegt der Fortschritt der Baumaßnahmen nach Angaben der Verwaltung aus mehreren Gründen zurück: Betonhindernisse im Boden, Probleme bei der Sanierung der Thyssen-Gasleitung sowie Sturm und Starkregen. Dennoch sei man zuversichtlich, Ende Juni 2015 mit den Arbeiten fertig zu sein.

Die leidgeprüften Anwohner können darüber nur verzweifelt den Kopf schütteln. Was sei das für eine Planung, fragen sie sich. Einen Puffer von drei, vier Wochen hätte doch jeder Planer einkalkulieren müssen - allein schon deshalb, weil der ganze Winter zur Bauzeit gehörte. Wie groß wäre die Verzögerung wohl gewesen, wenn es tage- oder gar wochenlang strengen Frost, Eis und Schnee gegeben hätte?

"Unbefriedigend" nennt Udo Tjaden die Kommunikationspolitik der Stadt in Sachen Baustelle Briener Straße - auch wenn diese sich seit Jahresbeginn verbessert habe. Grundsätzlich seien Informationen viel zu spät weitergegeben worden. Dies sei problematisch, weil jeder Anlieger darauf angewiesen sei, um vernünftig planen zu können. Zudem fragt sich Udo Tjaden, ob es nötig gewesen sei, die Straße während der Baumaßnahmen komplett zu sperren. Er meint: "Nein."

Der "XOX-Besitzer" ist zudem noch - ebenso wie "einige meiner Nachbarn" - in einer anderen Frage uneins mit der Verwaltung. Für die Stadt ist die Baumaßnahme laut Udo Tjaden eine "Neuerstellung". Es sei aber eine "Sanierungsmaßnahme", sagt der Chef der Tjaden KG und hat deshalb eine Klage beim Verwaltungsgericht gegen den Kostenbescheid der Stadt eingereicht. Teilt das Gericht seine Meinung, müssten er - und "einige meiner Nachbarn" - weniger für die Bauarbeiten vor ihrer Haustür bezahlen. "Bis ein Urteil gesprochen wird, kann es aber noch Jahre dauern", sagt Udo Tjaden.

Jahre wird es wohl nicht mehr dauern, bis die Bauarbeiten an der Briener Straße beendet sind. An Termin im Juni hält aber kaum einer der Anwohner für realistisch. Udo Tjaden glaubt immerhin an den Oktober als Termin. Monika Rubrecht meint: "Ende des Jahres - wenn überhaupt noch irgendwann."

Zum Schluss: Auf die Frage, ob es Anwohnerbeschwerden gab, antwortete die Stadt schriftlich: "Es gab eine Beschwerde . . ., die aber noch am gleichen Tag ausgeräumt werden konnte. Weitere Beschwerden sind nicht bekannt."

Quelle: RP
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