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Bürgermeisterwahl Kalkar
Schulz nimmt Kampf gegen Fonck auf

Stichwahl zwischen Fonck und Schulz
Stichwahl zwischen Fonck und Schulz FOTO: van Offern, Markus
Kalkar. Es kommt nicht nur zur Stichwahl, Forum-Kandidatin Britta Schulz geht sogar mit dem stärksten Ergebnis voran: 36,12 Prozent gegenüber 32,80 für Gerhard Fonck (CDU). Birgit Mosler (parteilos für die SPD) mit 21,32 Prozent deutlich abgeschlagen. Von Anja Settnik

Jeder hat's "gewusst" - aber in der Deutlichkeit sicher nicht: In Kalkar kommt es zu einer Stichwahl, wie mehrheitlich angenommen zwischen Amtsinhaber Gerhard Fonck und Dr. Britta Schulz (Forum). Aber dass das Forum, seit der letzten Kommunalwahl schon Mehrheitsfraktion im Rat, auch bei der Bürgermeisterwahl am CDU-Mann vorbei marschieren würde - das hatte doch kaum jemand auf der Pfanne. "Wir haben es geschafft", sagte Willibald Kunisch (Grüne), der erst vor wenigen Tagen eine Wahlaussage zugunsten des Forum gemacht hatte, gegen 19.30 Uhr, als er Britta Schulz drückte. "Du wirst Bürgermeisterin." Ganz so sicher kann Schulz noch nicht sein, aber die Tendenz teilt sie: "Jetzt sollte es klappen."

 

Gerhard Fonck gab sich bei angegriffenem Gesichtsausdruck gelassen: "Mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen und natürlich einer Stichwahl habe ich gerechnet. Auch, dass Frau Schulz dabei sein würde, war abzusehen."

Dass sie deutlich an ihm vorüber ziehen würde - Schulterzucken. "Ich werde in den zwei Wochen bis zur Stichwahl weiter meinen Job machen, repräsentieren und weiter versuchen, die Leute von meinen Leistungen in den vergangenen Jahren zu überzeugen." CDU-Fraktionschef Klaus-Dieter Leusch findet "erstaunlich", wie stark Britta Schulz abgeschnitten hat. "Das muss man zur Kenntnis nehmen. Für uns heißt es jetzt, weitermachen und sehen, wie wir mehr Menschen an die Urnen kriegen."

Birgit Mosler, parteilose Kandidatin der SPD, gab sich schon nach einer guten halben Stunde - da war erst ein Drittel der Stimmbezirke ausgezählt - geschlagen. "Den Versuch ist es wert gewesen, und ich wäre gerne Bürgermeisterin geworden. Aber ich falle auch so nicht ins Bodenlose: In der kommenden Woche liegt schon ein neuer Forschungsauftrag auf meinem Tisch", erklärt die Mitarbeiterin der Hochschule Rhein-Waal tapfer. SPD-Parteichef Marco van de Löcht hat schon einen Schritt weiter gedacht: Wie erwartet bestätigt er der RP, dass nun die Zeichen auf eine Wahlempfehlung fürs Forum stehen. "Das müssen aber unsere Gremien entscheiden." Günter Pageler (FBK), der mit über acht Prozent zufrieden war, wird seine Wähler nun ebenfalls ermutigen, "gegen Fonck" zu stimmen, denn dafür war die gesamte Opposition angetreten. Nur einer wird wohl, obwohl seine Partei bisher Birgit Mosler unterstützte, ins konservative Lager zurückkehren: "Jemanden aus einer Bürgerbewegung zu wählen ist für die FDP eher keine Option", sagt Boris Gulan. Aber er weiß so gut wie alle: Wählen darf jeder auch in der Stichwahl völlig frei; auf Empfehlungen muss man nicht hören. Deshalb werden Gerhard Fonck und Britta Schulz in den kommenden zwei Wochen noch mal jeden Bürger einzeln zu packen versuchen.

So voll wie gestern war der Kalkarer Ratssaal wohl kaum einmal: Immer mehr Bürger strömten herbei, von den unmittelbar Betroffenen hatte sich Birgit Mosler als Erste ins Rathaus gewagt. Britta Schulz, die spätere "Siegerin", kam erst um 18.45 Uhr und wusste zu dieser Zeit noch nicht einmal eine Tendenz - sie hatte bis dahin mit ihrer Familie im Ratskeller beim Essen gesessen. Außenseiter Uwe Gaida ließ sich gar nicht sehen, Fonck stellte sich spät, dann aber gefasst dem Lauf der Dinge. Übrigens dauerte es in Kalkar länger als irgendwo sonst, das Briefwahlergebnis (über 1000 Wahlzettel) festzustellen.

Quelle: RP
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