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Kleve
Bürgermeisterin Northing unter Druck

Kleve: Bürgermeisterin Northing unter Druck
Macht sich im Rat keine Freunde: Sonja Northing steht unter Druck. FOTO: eve
Kleve. Die Klever Verwaltungschefin steht mit ihrer Entscheidung, das Public Viewing im Denkmal Forstgarten genehmigen zu wollen, allein. Die Fraktionen im Rat sprechen sich gegen den Plan aus. Sie möchten das Thema diskutieren. Von Matthias Grass

Mit ihrer Entscheidung, das Public Viewing im Klever Forstgarten vielleicht doch zu genehmigen, macht sich Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing keine Freunde und gerät zunehmend unter Druck. Die große Ratsmehrheit bleibt gegen ein Rudelgucken zur Fußballeuropameisterschaft in dem Gartendenkmal, das 1782 als botanischer Garten mit über 150 fremdländischen Gehölzen angelegt wurde. Bitter stieß den Ratsmitgliedern auf, dass das Vorhaben der Bürgermeisterin, das Event im Forstgarten doch genehmigen zu wollen, lediglich unter Tagesordnungspunkt "Anfragen" öffentlich wurde.

"Wir haben noch eine Ratssitzung vor der Europameisterschaft, da gehört dieser Punkt unbedingt auf die Tagesordnung. Ich denke, dass wir als CDU-Fraktion einen entsprechenden Antrag stellen werden", sagt CDU-Fraktionschef Wolfgang Gebing. Sicher könne die Bürgermeisterin das Public Viewing als Geschäft der laufenden Verwaltung am Rat vorbei genehmigen, erklärt der Jurist. "Ich fände ein solches Verhalten aber angesichts des strittigen Themas nicht positiv. Da muss der Rat nachfassen", erklärt Gebing. Letztlich stünde Northing mit ihrer Entscheidung ziemlich alleine, wenn sie das durchziehe, ohne eine Diskussion im Rat gehabt zu haben. "Das gehört ordentlich diskutiert", sagt der CDU-Fraktionschef.

Das unterstrich gestern auch Petra Tekath, Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion: "Ich kenne keinen in unserer Fraktion, der gesagt hat, dass dieser Ort geeignet ist. Es hat mich doch überrascht, dass das so kommen soll", kommentierte Tekath gestern das Geschehen in der jüngsten Ratssitzung. "Wir haben geeignetere Plätze", fügte sie an. Ein Blick auf das Geschehen rund um das Angrillen zeige doch, wie vorsichtig man mit den Klever Parks umgehen müsse. Sie wolle sich nicht vorstellen, wie es nach den Fußballspielen dort aussehe, mit weggeworfenen Bierbechern und Menschen, die möglicherweise quer durch Büsche laufen. "Diese Vorstellung gefällt mir nicht", sagt sie. Es habe auch sie geärgert, dass dies unter Punkt Anfragen ohne Diskussion angesprochen worden sei. Sie würde eine Diskussion über das Thema in der nächsten Ratssitzung begrüßen.

Verärgert zeigte sich auch Grünen-Ratsmitglied Michael Bay: "Wo ist denn da die von Frau Northing im Wahlkampf versprochene Transparenz, wenn ein solch umstrittenes Thema, von dem bekannt ist, dass fast der gesamte Rat sich zuvor gegen ein solches Vorhaben ausgesprochen hat, nur zufällig unter Anfragen öffentlich wird", sagte er. Das Rondell vor der Konzertmuschel sei aus Sicht der Grünen nicht für ein Gelage zur Europameisterschaft geeignet. Hier sei der Rat gefordert, Schaden von der Stadt abzuwenden und nicht einzelnen Unternehmern ihre Geschäfte zu erleichtern, fordert Bay. "Wer garantiert denn, dass der Park wieder piccobello in Schuss ist, wenn der Klaviersommer dort veranstaltet wird. Wer zahlt die Kosten für die Schäden, die entstehen", fragt Bay rhetorisch. Bay konstatiert: "Das kann keine persönliche Entscheidung der Bürgermeisterin im Rahmen eines Geschäftes der laufenden Verwaltung werden, das muss durch den Rat".

Auch die Offenen Klever stehen dem Public Viewing im Forstgarten kritisch gegenüber: "Die Gärten sind ein Kleinod gestalteter Natur mit historischen Wurzeln, die nicht gefährdet werden sollten", sagt OK-Fraktionschef Dr. Fabian Merges. Er fühlt sich durch die Diskussion in seiner Forderung nach einem Ereignisplatz auf dem Minoritenplatz für solche Events bestätigt.

Quelle: RP
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