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Kleve
Büros und Wohnungen in Tiergartenvilla

Kleve: Büros und Wohnungen in Tiergartenvilla
In dem Haus an der Tiergartenstraße werden künftig neben Wohnungen auch Büros untergebracht. Zur Zeit werden die neue Zufahrt gebaut und vier Stellplätze eingerichtet. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Die Villen entlang der Tiergartenstraße gelten als bauhistorisch wertvolle Zeugen der Ära Kleves als Kurbad. Jetzt soll das Haus nach der Villa Nova anders genutzt werden. Bagger bereiten neue Stellplätze und Zufahrt vor. Von Matthias Grass

Die Tiergartenstraße mit ihrer Perlenreihe klassizistischer Villen ist Kleves Vorzeige-Boulevard. Beginnend eigentlich schon in der Kavarinerstraße bei Haus Koekkoek reiht sich ein Schmuckstück ans andere bis zum Museum Kurhaus mit dem barocken Park am Amphitheater als krönender Abschluss.

Jetzt stehen Bagger auf dem Grundstück des Hauses an der Tiergartenstraße, in dessen angrenzender Remise unter feinem Walmdach lange Jahre der Klever Vergolder Ralf Oster - später Benjamin Wochnik - seine Werkstatt hatte. Immer wieder war diskutiert worden, was nach dem Verkauf des Grundstückes zwischen dem griechischen Restaurant auf der Ecke Gruft/Tiergartenstraße und dem Haus mit der Vergolderei passieren soll. Es gab verschiedene Ideen einer möglichen Bebauung, die aber alle im Sande verliefen.

"Wir haben eine Baugenehmigung zur Nutzungsänderung von Wohn- und Geschäftshaus in Gebäude mit Büro-und Wohnnutzung erteilt", sagt Katrin Berns, Sprecherin der Stadt Kleve. Die Bagger sind derzeit damit beschäftigt, in dem vom schmiedeeisernen Zaun umrandeten Garten vier Stellplätze einzurichten, die für die Nutzungsänderung nötig werden. Dazu wurde auch eine Zufahrt von der Tiergartenstraße auf das Grundstück genehmigt, sagt Berns. "Das geschah in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßen NRW", erklärt Berns weiter. Schließlich liegt die künftige Zufahrt an einer Bundesstraße.

Der Beginn der Arbeiten für die Umnutzung des Gebäudes seien für Ende Juli angezeigt, so Berns. Es werde dort nicht neu- oder angebaut, sagt Berns. Lediglich die Nutzung als Geschäftshaus wird in Büronutzung umgewandelt. Sonst sind in dem Gebäude Wohnungen untergebracht. Änderungen an der Fassade und größere Umbauten im Inneren an historischen Häusern an dieser Straße werden, so zeigt die Erfahrung mit Bauvorhaben an der Tiergartenstraße, in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz umgesetzt.

Denn in den vergangenen Jahren wurden etliche Villen an der Straße saniert oder aufgehübscht. Die Eröffnung des Museums im alten Kurhotel und der spätere Umbau des Friedrich-Wilhelm-Bades setzten die Höhepunkte. Aber auch die Umwandlung der Villa Belriguardo in ein schickes Wohn- und Geschäftshaus gelang. Dort wurden zuvor eine Zoohandlung und eine Bar betrieben. Jetzt präsentiert sich die Villa wieder in altem Charme.

Erst vor wenigen Jahren folgte auch die komplette Sanierung der Villa Nova, in der zuvor unter dem Namen Haus Dorsemagen die Volkshochschule untergebracht wurde und die jetzt als Restaurant genutzt wurde.

Strittig blieb in der Diskussion aber immer die Nutzung der oft großen Grundstücke dieser Häuser. Vor allem, als der Garten der Villa Nova aufgeteilt wurde und so zwischen den Häusern ein neues Baugrundstück entstand. Das liegt zwar in attraktiver Lage, erwartet aber aufgrund der historischen Bebauung der Straße und der Empfindlichkeit des gesamten Boulevards eine ambitionierte Planung - wenn es überhaupt bebaut werden sollte. Darüber streiten die Geister.

Einige Baulücken an der Straße in Richtung Innenstadt werden inzwischen geschlossen. Das Mehrfamilienhaus, das Harald Schüßler plante, lehnt sich an klassizistische Vorbilder an, das Nachbarhaus, von Ader und Kleemann-Architekten geplant, möchte moderne Akzente setzen. Wie der Ader-und-Kleemann-Bau wirkt, wird man sehen, wenn die Gerüste abgebaut sind.

Quelle: RP
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