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Kleve
Bundesschülerprinzessin aus Reichswalde

Kleve: Bundesschülerprinzessin aus Reichswalde
Auf dem Schießstand der Hubertus-Schützen hat Celin Bosque vor den Meisterschaften fleißig trainiert. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Celin Bosque von den St. Hubertus Schützen hat beim Bundesschützentag in Wissen teilgenommen. Zurück kehrte sie als neue Bundesschülerprinzessin. Nun liegt eine spannende Zeit vor dem erst 14 Jahre alten Mädchen. Von Natalie Urbig

Aufgeregt, das war Celin Bosque nicht. Mit so einem Ergebnis hätte sie allerdings nicht gerechnet: Vergangene Woche reiste die 14-Jährige zum Bundesjungschützentag nach Wissen und kehrte als Bundesschülerprinzessin zurück.

Um überhaupt am Schülerprinzenschießen auf Bundesebene teilnehmen zu können, musste sich die 14-Jährige erst qualifizieren. Zunächst auf Bruder-, dann auf Bezirks- und schließlich auf Diözesanebene. Gegen 32 andere trat die 14-Jährige für die St. Huberts Schützen Reichswald in Witten an. Es ging um den höchsten Titel im Verband. Und doch blieb die 14-Jährige gelassen. "Wir haben sie mehrere Male gefragt, ob sie nervös ist", erzählt die erste Brudermeisterin, Julia Erkens, die die 14-Jährige beim Wettbewerb begleitet hat. Doch immer wieder habe die Schülerin verneint und schließlich mit ruhiger Hand ihre drei Schuss mit dem Luftgewehr abgegeben. Nach dem Schuss, erinnert sich Julia Erkens, sei Celin gefragt worden, wie es gelaufen sei. "Ja, war ganz ok", lautete die Antwort der 14-Jährigen - ein Satz, der bei den St. Hubertus Schützen zum "Zitat des Jahres" erklärt wurde.

Denn Celin Bosques Treffer waren mehr als nur ganz ok. 10,9 ist die höchst mögliche Punktzahl. Celins schlechtester Schuss war eine 10,5. Ihr bester eine 10,8. Ihre Wertung erfuhr die Schülerin aus Reichswalde erst bei der Siegerehrung, und so kam die Ernennung zur Bundesschülerprinzessin für sie unerwartet. "Ich konnte das alles gar nicht realisieren", erzählt die 14-Jährige rückblickend. Vor gut 2000 Menschen trat sie auf die Bühne, dort wurde sie mit den anderen neuen Majestäten mit einem großen Zapfenstreich geehrt. "Es war ein Gänsehautmoment", sagt die erste Brudermeisterin.

Celins Mutter war zu dem Zeitpunkt im Schützenheim in Reichswalde. Als sie auf ihr Handy sah, hatte auch sie so eine Nachricht nicht erwartet. "Ich glaube, ich war aufgeregter als Celin", sagt sie und lacht. Kurzerhand fuhren die Eltern zu der neuen Bundesschülerprinzessin nach Wissen, um bei der feierlichen Inthronisierung und Insignien Übergabe dabei zu sein.

Durch ihre Familie kam Celin zur Schützenbruderschaft St. Hubertus in Reichswalde. Das Schießen hat sie sich von ihrem Vater und Bruder abgeguckt. Mit sieben Jahren griff Celin selbst zur Laserpistole. Seitdem sie zwölf ist, darf sie auch das Luftgewehr bedienen.

Mittlerweile zählt neben dem Schießen auch das Fahnenschwenken zu ihren Hobbys. Vor drei Jahren hat Celin damit angefangen und ist auch da erfolgreich: Mit ihrer Gruppe trat sie in Wissen auf Bundesebene in der Jugendklasse an und gewann. Außerhalb der Schützenbruderschaft macht Celin Show- und Gardetanz. "Das passt zeitlich ganz gut", sagt sie.

In ihrer Heimat wurde Celin pompös empfangen. Innerhalb kürzester Zeit hatte der zweite Brudermeister Heinz Krömer nicht nur Vereinsmitglieder, sondern auch Freunde, Bekannte und den Spielmannszug der freiwilligen Feuerwehr zusammengetrommelt. Mit Applaus, der Standarte des Bundes der St. Sebastianus Schützenjugend (BsSJ) und Plakaten begrüßten sie ihre neue Bundesschülerprinzessin.

Als Solche ist Celin Repräsentantin bei allen offiziellen Veranstaltungen des Bundes der Deutschen Historischen Schützenbruderschaften. Nun steht für Celin aber erst einmal der Kauf eines passenden Kleides an. Ein kurzes Cocktailkleid soll es werden. "Welche Farbe, weiß ich noch nicht", sagt die 14-Jährige. Nur pink solle es nicht sein.

Quelle: RP
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