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Kleve/Issum
Campus Cleve begeistert in der Issumer Kirche

Kleve/Issum. Keineswegs leichte Kost servierte der Niederländer Jurn Tjoa im Rahmen des 7. Internationalen Euregio Rhein-Waal-Studentenmusikfestivals Campus Cleve seinem Publikum in der evangelischen Kirche in Issum. Der 18-Jährige gönnte sich und den rund 60 Zuhörern keine Pause und spielte die sechs Stücke in absoluter Konzentration hintereinander weg, ohne auch nur aufzublicken. Von Udo Spelleken

Dabei erfuhr der ehrenwerte Blüthner-Flügel ein Feuerwerk an Emotionen: Mal wurde er sanft gestreichelt, mal fordernd malträtiert. Aus den "24 Präludien und Fugen" von Dimitri Schostakowitsch gab es die Nr. 7 A-Dur und Nr. 8 f-Moll zu hören. Tjoa interpretierte die Musik in einer sommerlich leuchtenden Klarheit, und nur in wenigen Momenten klang jener düstere und schmerzvolle Ton an, der in vielen Kompositionen vorherrscht. Beide Werke waren beeindruckend in ihrer Tiefe und Reichhaltigkeit.

Kraftvoll entwickelte Tjoa die "Russische Geschichte" des russischen Komponisten Nikolai Karlowitsch Medtner mit hoher interpretatorischer Gewissenhaftigkeit. Klanglich transparent und mit agogischem wie dynamischem Strukturreichtum gestaltete er diese Miniatur ganz besonders intensiv und spannungsreich.

Nach diesen leidenschaftlichen russischen und französischen Klängen war das "Präludium und Fuge b-Moll" aus dem "Wohltemperierten Klavier" von Johann Sebastian Bach eine regelrechte Entspannung für die Ohren. Die empfindsamen elegischen Abschnitte ließ Tjoa mit romantisierendem Timbre im Pianissimo nahezu verdämmern.

Mit langanhaltendem, begeistertem Applaus wurde der Ausnahmepianist vom Publikum honoriert.

Quelle: RP
 
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