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Mit Andreas Becker, Karl Döring Und Rainer Borsch
Caritas wird ein halbes Jahrhundert alt

Kleve. Vor 50 Jahren wurde der Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche im Kreis Kleve gegründet. Zum Auftakt unserer RP-Serie erläutern Rainer Borsch, Vorstand des Caritasverbands Kleve, und Karl Döring sowie Andreas Becker, Vorstände des Caritasverbands Geldern-Kevelaer, wie ihre Organisation derzeit aufgestellt ist und welche Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr geplant sind.

Die Caritas macht sich stark für Menschen am Rand der Gesellschaft - und das im Kreis Kleve bereits seit 50 Jahren. Wie vielfältig ist ihr Angebot heute?

Rainer Borsch Not sehen und handeln, lautet unser Anspruch - das gilt heute wie vor 50 Jahren. Betrachtet man unsere drei Fachbereiche Soziale Hilfen, Jugend und Familie sowie Pflege und Gesundheit, wird deutlich, dass unser Angebot sehr umfangreich ist. Wir geben Beratung und Hilfe bei allen Fragen um Arbeitslosigkeit und Wohnungslosigkeit, Schulden und Sucht. Wir unterhalten acht Wohngruppen - sieben in Kleve und eine in Goch - und bieten ambulante erzieherische Hilfe an. Außerdem sind wir Träger diverser Familienzentren und führen in vielen Schulen den Offenen Ganztag durch. An fünf Standorten leisten wir mobile Pflege, außerdem bieten wir Essen auf Rädern an. Und wir haben Pflegeeinrichtungen in Bedburg-Hau und Elten sowie die Palette als Integrationsbetrieb in Kleve, Emmerich und Goch, wo man für kleines Geld gebrauchte Haushaltsgegenstände und Kleidung erstehen kann.

FOTO: van Offern Markus

Andreas Becker Im Südkreis Kleve haben wir zusätzlich einen Integrationsbereich mit der Klosterküche Kevelaer und dem Hotel Klostergarten, wo Menschen mit und ohne Behinderung einen gemeinsamen Arbeitsplatz finden. Außerdem bauen wir unsere Angebote zur Integration von schwer vermittelbaren Menschen in den ersten Arbeitsmarkt aus und betreiben in Kevelaer eine Flüchtlingsunterkunft.

Die Caritas ist einer der größten Arbeitgeber im Kreis Kleve. Lassen sie mal Zahlen sprechen.

FOTO: van Offern Markus

Andreas Becker Der Caritasverband Geldern-Kevelaer zählt rund 1350 Mitarbeiter. Beim Caritasverband Kleve sind es rund 800. Wir erwirtschaften gemeinsam einen Umsatz von etwa 86 Millionen Euro.

Karl Döring Wichtig ist, dass wir ganz nah bei den Menschen und in allen Kommunen des Kreises Kleve vernetzt sind. Im Süden des Kreises Kleve sind wir mit 50 Einrichtungen vertreten, im Norden sind es fast so viele. Im Süden leisten wir für 1200 Menschen ambulante Pflege, betreuen 1200 Kinder im Offenen Ganztag und 300 Kinder in sechs Kitas. In der stationären Pflege haben wir rund 470 Plätze.

FOTO: van Offern Markus

Rainer Borsch Im Norden des Kreises Kleve sind die Zahlen ganz ähnlich. Man kann sagen, dass die beiden Caritasverbände im Kreis Kleve jeweils mit 4000 Menschen täglich im Kontakt sind.

Was sind für sie aktuell Herausforderungen?

Rainer Borsch Es wird für uns immer schwieriger, Fachkräfte zu finden. Es muss uns gelingen, mehr junge Menschen für Pflegeberufe zu gewinnen. Dazu müssen wir verstärkt Angebote entwickeln, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleisten. Ebenfalls ist es eine Herausforderung, Sozialarbeiter für die Integration von Flüchtlingen zu gewinnen.

Andreas Becker Der Pflegeberuf wird häufig unterschätzt. Da wird auch einiges an Inhalten transportiert, das einfach nicht stimmt. In Wahrheit ist die Arbeit in Pflegeberufen mit den menschlichen Begegnungen darin sehr erfüllend und sinnstiftend. Die Arbeit wird bei der Caritas im Vergleich zu anderen Trägern auch gut bezahlt. Zudem bieten wir professionelle Strukturen und Arbeitsmittel, damit die Pflegenden ihren Beruf lange und mit Freude ausüben können.

Karl Döring Ich denke, dass die Caritas ein sehr attraktiver Arbeitgeber ist, gerade auch im Vergleich zu unseren Mitbewerbern. Wir bieten unseren Mitarbeitern viel, unter anderem was die Altersvorsorge angeht. Wenn Arbeitskräfte auf dem Markt sind, haben sie ein hohes Bestreben, zu uns zu kommen.

Rainer Borsch Aktuell sind wir auf ganz verschiedenen Feldern im Bereich der Flüchtlingshilfe aktiv, von der Betreuung von Flüchtlingen bis zur Rückkehrberatung. Diese große gesellschaftliche Herausforderung ist natürlich auch für uns eine bedeutende Aufgabe.

50 Jahre Caritas im Kreis Kleve - das ist ein Grund zum Feiern! Auf welche Veranstaltungen im Jubiläumsjahr darf man sich freuen?

Andreas Becker Der Caritasverband Geldern-Kevelaer läutet das Jubiläumsjahr mit unterschiedlichen Veranstaltungen ein. Gestern haben wir zum Auftakt eine Sternwallfahrt mit mehreren Hundert Teilnehmern zum Xantener Dom unternommen - ein tolles Ereignis. Weiter geht es am 7. Juli mit dem großen Mitarbeiterfest im Wunderland Kalkar. Eingeladen sind alle Mitarbeiter, egal, ob hauptberuflich oder ehrenamtlich.

Karl Döring Zum Ende des Sommers stehen dann die im Mittelpunkt, für die wir uns einsetzen: Am 5. September unternehmen wir einen Ausflug zum Freizeitpark Irrland in Twisteden. Eingeladen sind alle Menschen, die wir in unseren Einrichtungen begleiten. Es gibt ein integratives Programm für Jung und Alt. Am 15. Oktober schließt sich dann als große Jubiläumsfeier des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer die Festmesse in der St.-Antonius-Kirche mit Weihbischof Lohmann und danach der offizielle Festakt mit geladenen Gästen im Konzert- und Bühnenhaus in Kevelaer an.

Rainer Borsch In Kleve findet der Festakt am 11. Juli in der Stadthalle statt. Vorher wird es einen Gottesdienst geben. Nach den Sommerferien folgen weitere Aktionen unserer Fachbereiche an den verschiedenen Standorten des Verbands. Und am Ende der Festreihe steht das große Mitarbeiterfest im November.

DIE FRAGEN STELLTE MARC CATTELAENS.

Quelle: RP
 
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