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Kreis Kleve
CDU: ,Ehrliche' 79 Prozent für Bergmann

Kreis Kleve: CDU: ,Ehrliche' 79 Prozent für Bergmann
Bedburg-Haus CDU-Vorsitzende Silke Gorißen und weitere Parteifreunde gratulieren Dr. Günther Bergmann zur erneuten Aufstellung als Landtagskandidat für den Nordkreis. Die Landtagswahl findet am 14. Mai statt. FOTO: Klaus-Dieter Stade
Kreis Kleve. Vor vier Jahren hatten die Parteifreunde aus dem Nordkreis Günther Bergmann mit 98,3 Prozent zu ihrem Landtagskandidaten gewählt, nach vier Jahren Arbeit in Düsseldorf waren es diesmal (ohne Herausforderer) 79 Prozent. Von Anja Settnik

Mit 79 Prozent der Stimmen ist Dr. Günther Bergmann aus Kalkar von der CDU des Nordkreises Kleve erneut als Landtagskandidat aufgestellt worden. Bergmann war 2012 erstmals in den Landtag eingezogen und hatte damals von seiner Partei reichlich Rückenwind mit auf den Weg bekommen: 98,3 Prozent der Wahlberechtigten wünschten sich den Kreisparteivorsitzenden damals als ihren Vertreter in Düsseldorf. Bergmann bedankte sich für die Wahl, deren Ergebnis allerorts als ein "ehrliches" gewertet wurde. Ob es nun ein Ortsverein (Kleve?) war, der sich schwer tat, den einzigen Kandidaten zu unterstützen, oder ob die Unzufriedenen in den Kommunen verteilt zu finden wären - egal. Die Mehrheit hat Bergmanns Mandat verlängert, nun muss er es "nur noch" am 14. Mai 2017 gegen die noch unbekannten Herausforderer der anderen Parteien verteidigen.

Die Versammlung im Klever Kolpinghaus wurde von 107 stimmberechtigten Mitgliedern besucht. Die CDU-Mitglieder des Südkreises hatten ihre Aufstellungsversammlung, bei der es um Margret Voßeler ging, gestern Abend in Geldern. Bergmann erreichte bei 105 gültigen Stimmen 83 mal "Ja" - das sind 79 Prozent. Hinter vorgehaltener Hand hieß es, bei einer verdeckten Wahl gestatteten sich kritische Menschen heutzutage eben eine eigene Meinung. Und ob das mäßige Ergebnis die Person Bergmann meint oder die CDU im Kreis Kleve generell - darüber lasse sich diskutieren.

Vor der Wahl nutzte der NRW-Generalsekretär der CDU, Bodo Löttgen, die Chance, den Parteimitgliedern den Kandidaten ans Herz zu legen. Den "Kollegen Bergmann" lobte er als einen "starken Typ mit Sachkompetenz und Humor". Der Kalkarer hatte den Versammlungsteilnehmern seinen Rechenschaftsbericht über vier Jahre Landtag als Tischvorlage zur Verfügung gestellt. An 360 Sitzungen im Landtag habe er teilgenommen, sei Mitglied in vier Ausschüssen, habe 26 Reden gehalten und diverse Wortbeiträge geleistet. 35 Kleine Anfragen - den RP-Lesern sind viele davon bekannt - habe er gestellt und 31 Besuchergruppen durch den Landtag geführt. 500 Termine im Wahlkreis und ständige Präsenz im Internet und auf Facebook ermöglichten den Bürgern regelmäßigen Kontakt.

Löttgen erkärte, warum die rot-grüne Landesregierung aus seiner Sicht dringend abgelöst gehört. Weil die Ministerpräsidentin (siehe Ereignisse Silvesternacht Köln) oft schlecht informiert sei und sich den Medien nicht stelle. Weil es zu wenig Polizei gebe und diese schlecht ausgestattet sei. Weil die Wirtschaftsentwicklung stagniere und weil Gesetze und Pläne erneuert würden, die den Kommunen ihre Planungshoheit und Eigentümern ihre Rechte nähmen. Insbesondere der Wirtschafts- und der Umweltminister blockierten die Entwicklung des Landes. Der zögerliche Breitbandausbau benachteilige die ländliche Region einmal mehr.

Bergmann (51 Jahre, ledig, keine Kinder) erinnerte an seine Entwicklung seit der Zeit in der Jungen Union, erzählte von seinen Hobbys Chor, Kabarett, Bücher, nannte seine aktuellen Arbeitsfelder. Der Hochwasserschutz werde vom Land sträflich vernachlässigt, die Inklusion funktioniere nicht. Nur gut, dass Eltern im Kreis wählen könnten, ob sie eine Förder- oder eine Regelschule für ihr behindertes Kind wollen. Infrastruktur und Flüchtlinge waren weitere Themen.

Quelle: RP
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