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Kleve/Berlin
"Colt" zu Gast beim Bundespräsidenten

Kleve/Berlin: "Colt" zu Gast beim Bundespräsidenten
Lukas Verlage lenkt die Geschäfte von Colt. FOTO: Evers
Kleve/Berlin. Woche der Umwelt: Klever Unternehmen als einer der Aussteller im Park von Schloss Bellevue ausgewählt - Geschäftsführer Lukas Verlage präsentiert Schornsteindynamo, bei dem Abwärme zur Energiegewinnung genutzt wird.

Februar 2016. Jetzt stehen die Teilnehmer fest, und Colt International ist dabei: Wenn Bundespräsident Joachim Gauck und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (BDU) am 7./8. Juni zur "Woche der Umwelt" nach Schloss Bellevue in Berlin laden, wird das Klever Unternehmen dort einer der Aussteller sein, die im Park des Amtssitzes des Bundespräsidenten zukunftsweisende Technologien vorstellen dürfen.

Colt-Geschäftsführer Lukas Verlage wird in Berlin eine vielversprechende Neuentwicklung des Unternehmens präsentieren, den so genannten Schornsteindynamo. Die Lösung wurde für den Verpackungshersteller Sauer Polymertechnik (Neustadt b. Coburg) entwickelt und bereits realisiert. Der Schornsteindynamo nutzt die Abwärme, die in vielen Industrien in den Produktionshallen anfällt und die normalerweise mit zusätzlichem Aufwand abgeführt werden muss, um Energie zu gewinnen. "Der Energieverbrauch wird gesenkt - und es wird zusätzlich noch Elektrizität erzeugt", so Verlage.

Auch an der Elbphilharmonie in Hamburg hat das Klever Unternehmen mitgearbeitet. FOTO: colt

Bei dem wegweisenden Konzept wird die Abwärme kontinuierlich in einen Aufwindschacht geleitet und dort so beschleunigt, dass ein Dynamo Strom produziert. Die erzeugte Energie reicht aus, um ganzjährig die Notbeleuchtung der Halle zu gewährleisten. Das System spart dem Unternehmen Kosten für eine Heizzentrale, für die Klimaanlage und für die Energie - insgesamt 230.000 Euro/Jahr (oder auf die Nutzungsdauer des Gebäudes (50 Jahre) gerechnet: 11,5 Millionen Euro). Der Schornsteindynamo rechnet sich zudem für die Umwelt: Der Kohlendioxid-Verbrauch wird pro Jahr um 69 Tonnen vermindert.

Colt hatte sich unter anderem mit dieser neuen Technologie beworben und gehört zu den rund 200 Ausstellern, die eine unabhängige, vom Bundespräsidenten berufene Jury überzeugen konnten und eine Einladung erhielten. Das geladene Fachpublikum soll einen Einblick in die ganze Bandbreite der Umwelttechnologien und -konzepte erhalten. "Es ist für uns eine große Ehre, in dieser Runde vertreten zu sein", so Lukas Verlage. "Wir bei Colt engagieren uns seit vielen Jahren für intelligente architektonische Konzepte, die ganzheitliche und nachhaltige Lösungen schaffen."

Dafür steht auch ein zweites Projekt, das Colt in Berlin präsentieren wird: die Bioreaktorfassade. Dabei wird in einer Fassadenschicht mit Hilfe der Sonnenenergie Biomasse produziert, die als Energiequelle genutzt wird. Sogar die New York Times berichtet über diese von Colt in einer Kooperation entwickelte Zukunftstechnologie, die in einem Wohngebäude in Hamburg unter Alltagsbedingungen eingesetzt wird.

Colt International hat sich seit einiger Zeit auf klimafreundliche Technologien spezialisiert und konnte dafür bereits einige Auszeichnungen erringen. Beispielsweise erhielt das Unternehmen für seinen ClimaTower, ein dezentrales Wärmepumpensystem für Hotels, das den Energieverbrauch pro Zimmer um rund 75 Prozent senkt, im vergangenen Jahr den Innovationspreis des Bundesarbeitskreises Altbauerneuerung (BAKA Award). "Wir werfen Energie nicht weg", so das Credo von Colt.

Die "Woche der Umwelt" ist eine Ausstellung des Bundespräsidenten und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, die zum fünften Mal seit 2002 im Amtssitz des Bundespräsidenten stattfindet. Die Jury wählte aus 600 Bewerbungen die innovativsten Ideen und Projekte aus. Die Jury achtete bei ihrer Wahl besonders auf Qualität, Innovation und Modellhaftigkeit der eingereichten Projekte - und ob die Vorhaben hohe gesellschaftliche, technische und wirtschaftliche Umsetzungspotenziale aufweisen.

Quelle: RP
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