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Kleve
Das "LJO" ließ die Sterne klingen

Kleve. Bereits zum dritten Mal war das Landesjugendorchester NRW ("LJO) zu Gast in der Klever Stadthalle - und wieder riss es das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Unter dem Motto "Klang der Sterne" spielten die jungen Musiker vor ausverkauftem Saal ein fulminantes Programm mit Werken von Holst, Ives und Williams. Wie in den letzten Jahren gab es vor Konzertbeginn einiges zu entdecken. Das eindrucksvolle Schulorchester der Karl Kisters Realschule erfüllte das Foyer mit swingenden Tanzweisen. Währenddessen flanierte man vorbei an Weltraumbildern, Sternengeschichten, Raumschiffkonstruktionen, Comics und Collagen, in denen sich die 7. Klassen der Gesamtschule Kleve fantasievoll mit dem Konzertthema auseinandersetzten. Von Verena Krauledat

Den "Planeten" von Gustav Holst, einem opulenten Werk von rund 50 Minuten Länge, stellte Dirigent Sebastian Tewinkel noch eine umfangreiche Einführung mit Klangbeispielen voran. Durchaus gewagt, doch es funktionierte - das Orchester packte die Zuhörer von Anfang bis Ende. Tewinkel leitete seine Musiker souverän und mit Hingabe, schärfte die Kontraste zwischen den verschiedenen "Planeten": dem unerbittlich stampfenden Kriegsgott Mars, dem flatterhaften Merkur, Jupiter mit seiner rustikalen Fröhlichkeit oder den sphärischen Klängen von "Neptun, dem Mystiker".

Was zunächst fast wie eine akustische Täuschung wirkte, waren echte menschliche Stimmen, vom Band eingespielt: Der Mädchenchor am Kölner Dom hat eigens für das Konzert den Chorpart aufgenommen, den Holst am Ende des "Neptun" in die Orchesterklänge hineinwebt, um die rätselhaft-mystische Aura vollkommen zu machen. In Charles Ives' "Unanswered Question" ließ Tewinkel die drei musikalischen Ebenen räumlich spürbar werden. Die Streicher auf der Bühne zauberten einen hauchzarten Klangteppich und offenbarten sich dabei als wahre Meister des pianissimo-Spiels. Die Solotrompete (Moritz Lopper) stellte vom Balkon aus die existenzielle musikalische "Frage", die vier "antwortenden" Flöten waren hinten im Saal platziert. Ein wunderbarer Ruhepol im Programm, meditativ, philosophisch, bestechend klar und leuchtend.

Schließlich der ultimative Rausschmeißer: John Williams' großartige "Star Wars"-Suite. Ein Fest nicht nur für die Blechbläser und Schlagzeuger - auch der Rest des Orchesters genoss sichtlich die rauschhaften Fanfaren und schwelgerischen Melodien, das Lächeln auf den Gesichtern der Musiker wurde von Satz zu Satz breiter. Der Saal brodelte, und das Publikum ließ trotz der späten Stunde nicht locker, bis der "Imperial March" noch einmal wiederholt wurde.

Quelle: RP
 
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