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Kleve
Dauerparken an Grenzallee verboten

Kleve: Dauerparken an Grenzallee verboten
Dieter Möller ist verärgert über die neue Regelung. Spaziergänger brauchen seiner Meinung nach mehr als drei Stunden Zeit. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Auf drei Parkplätzen an der Grenzallee darf künftig nur noch maximal drei Stunden lang geparkt werden. Diese Regelung hat der Revierförster jetzt in Absprache mit der Stadt eingeführt. Anwohner sind darüber verärgert. Von Marcel Romahn

Baufirmen, die Fahrzeuge oder Material am Waldrand abstellen, Dauerparker, die Waldbesuchern die Plätze wegnehmen - diesem Ärgernis will Revierförster Joachim Böhmer einen Riegel vorschieben. In Zusammenarbeit mit der Stadt wurde die Parkdauer auf den Stellplätzen am Waldspielplatz sowie am ehemaligen Forstamt eingeschränkt: Drei Stunden, danach droht der Abschleppwagen. Das künden seit Kurzem die großen Schilder auf den zwei Parkplätzen an. "Als Grundstückseigentümer ist das unser gutes Recht", sagt der Förster. "Absoluter Unsinn", kommentiert nicht nur Grenzallee-Anwohner Dieter Möller diese neue Maßnahme.

Ein Dauerparkverbot an den drei Parkplätzen ist aus Sicht des Försters längst überfällig. "Diese Maßnahme richtet sich jedoch nicht gegen die Anwohner", beteuert Böhmer. "Wir wollen niemanden verärgern und haben diese Sache eng mit der Stadt abgestimmt." In den vergangenen Jahren sei der Andrang von Dauerparkern und großen Firmenfahrzeugen zu groß geworden. Sogar als Deponie für Biomüll und Bauschutt sei der Waldrand oft benutzt worden. "Das schädigt nicht nur die Natur, sondern ist auch nicht im Interesse der Anwohner", sagt Böhmer.

Anwohner der Grenzallee reagieren jedoch verärgert auf die neue Regelung und fühlen sich durch das Dauerparkverbot eingeschränkt. "Man muss mittlerweile wirklich davon ausgehen, dass der Förster etwas gegen uns hat", sagt Dieter Möller. "Ich wohne seit mehr als 43 Jahren an der Grenzallee und plötzlich dürfen wir hier nicht mehr parken." Schutt und Müll werde laut Möller dort nicht abgeladen. "Das ist völlig übertrieben", sagt er. "Vielleicht schmeißt jemand mal gelegentlich eine Flasche in die Büsche, aber viel Müll gab es hier noch nie." Als Naturliebhaber geht der Senior in den Wäldern spazieren, auch weit jenseits der Stadtgrenzen. "Aber eine solche Regelung habe ich bisher nirgendwo gesehen", sagt Möller.

Förster Böhmer verspricht, anfangs nicht allzu rigoros gegen Dauerparker vorzugehen. "Natürlich werden wir regelmäßig vor Ort sein und den Autofahrern erklären, warum hier nur noch drei Stunden geparkt werden darf", sagt der Förster. Auch Anwohnern habe man die Gründe im Zwiegespräch ausführlich kommuniziert.

An der Grenzallee haben sich die Anwohner schon mehrfach vehement über die Situation beschwert. Sie fordern: Weg mit den Schildern! "Selbst Spaziergänger kommen mit drei läppischen Stunden überhaupt nicht aus", sagt Möller. "In der Innenstadt macht diese Regelung vielleicht Sinn, um die Parkplätze optimal zu nutzen. Aber nicht hier."

Das Klever Stadtmarketing begrüßt die neue Maßnahme. "Wir finden es richtig, dass der Förster die Parkplätze vorrangig den Waldbesuchern vorbehalten möchte", sagt Marketing-Geschäftsführerin Ute Schulze-Heiming. "Sollte es tatsächlich Spaziergänger geben, die für ihren Ausflug länger brauchen, dürfen diese sich gerne an uns wenden."

Quelle: RP
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