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Heimat genießen
"De Dun" lohnt Besuch auch im Herbst

Heimat genießen: "De Dun" lohnt Besuch auch im Herbst
Gästeführer Willi Miesen in den Wisseler Dünen. FOTO: Gottfried Evers
Kalkar-Wissel. Willi Miesen führt regelmüßig durch Wissels Binnendüne und empfiehlt eine Wanderung auch in der kühleren Jahreszeit. Noch blüht das gelbe Greiskraut, und die Hecken beginnen sich bunt zu färben. Von Anja Settnik

Fernab des Meeres durch Dünen wandern - das kann der Niederrheiner praktisch vor der Haustür. Da sind zum einen die Maasdünen auf niederländischer Seite gleich hinter Goch oder Kevelaer, eine weitere "Binnendüne" gibt es sogar noch weiter im Osten: in Wissel. Unmittelbar an die Bebauung des Dorfes angrenzend sind die "Wisseler Dünen" natürlich für die Bewohner ein nahe liegendes Spaziergebiet, aber auch viele Auswärtige lassen sich gerne auf den besonderen Reiz des Geländes ein. Zumal Gästeführer Willi Miesen ein Experte ist, der Gruppen sachkundig und begeistert führt.

Das Naturschutzzentrum Kreis Kleve erläutert auf seiner Internetseite "Natur erleben" auch Interessantes über Wissels ökologische Besonderheit, die dort Ausflüglern als Ganzjahresziel empfohlen wird. Zu jeder Jahreszeit lassen sich lohnende Perspektiven finden, und immer lohnt auch ein Blick zu Boden. "Jetzt im frühen Herbst leuchtet noch sehr schön das gelbe Greiskraut, das in voller Blüte steht." Auch Pilze lassen sich schon sehen, der große Bovist zum Beispiel oder der rot-weiße Fliegenpilz. "Wohl jeder fühlt sich angesprochen von den Herbstfarben des Laubes, das sich derzeit auch in den Hecken und Büschen der Flussdüne wiederfindet", sagt Miesen.

Über noch viel mehr Pflanzen und Tiere kann der Ehrenamtler berichten, der "de Dun" wie seine sprichwörtliche Westentasche kennt. Sandgräser, Magerweiden und Weißdornsträucher kann er zeigen, meist eher unscheinbare Gewächse, die mit dem kargen Boden am besten zurechtkommen. Im Herbst hat die Gegend einen anderen Charakter als im Frühjahr oder Sommer, und Miesen kann nicht sagen, wann sie ihm am besten gefällt. Dass seine Oktober-Führung für dieses Jahr die letzte war, erklärt er nicht mit dem fehlenden Reiz der Düne im Winter, sondern mit anderen Attraktionen, die demnächst Besucher eher ansprechen: Advents- und Weihnachtsmärkte.

Aber man kann das Gebiet auch ohne Führung leicht erwandern (Kamera nicht vergessen!), zumal die Stadt Kalkar kürzlich neue Info-Schilder aufgestellt hat und die alten maroden Stationen entfernt hat. "Vier informative Tafeln und eine Hörstation wurden errichtet. Sie scheinen bei den Besuchern der Dünen gut anzukommen; ich habe schon viele Spaziergänger davor stehen sehen", sagt Miesen. Errichtet wurden die Tafeln am Düneneingang an der Hellendornstraße sowie nahe des Bunkers mitten im Gelände.

An drei Seiten ist die Flussdüne von Wasser umgeben: heute sind es Baggerseen. Vor langer Zeit, im Mittelalter, floss der Rhein hier entlang. Bei seinen regelmäßigen Überschwemmungen hinterließ er Massen von Sand, der in trockenen Sommern verweht wurde und sich am Ortsrand von Wissel zu Sandbergen auftürmte. Inzwischen sind die Wisseler Dünen ein Naturschutzgebiet, das weder der Landwirtschaft, noch der Suche nach Bauplätzen geopfert werden kann. Die Wildbienen, Käfer und Schmetterlinge, die ebenso wie Feldlerche und Wiesenpieper hier leben, werden erst wieder im Frühjahr auf sich aufmerksam machen. Dann, wenn Miesen wieder zum naturkundlichen Spaziergang einlädt.

Quelle: RP
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