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Kranenburg/Kleve
Demonstration gegen Windkraft im Wald

Kranenburg/Kleve. Die Bürgerinitiative "Gegenwind im Reichswald" freute sich bei der Protestwanderung und der sich anschließenden Kundgebung in Kranenburg über die gute Resonanz. Viele Niederländer fordern einen Dialog mit der Politik. Von Sabrina Peters

Der Marktplatz in Kranenburg vor der Bäckerei Derks platzte am Samstag zwar nicht aus allen Nähten, aber er war doch gut gefüllt. Bis zu 300 Menschen, darunter auch viele aus Ortschaften im benachbarten Goch und aus den Niederlanden, hatten sich auf diesem versammelt, um gegen die Windkraft im Reichswald (wir berichteten mehrmals) zu demonstrieren.

Etwa die Hälfte war bereits am frühen Morgen dem Aufruf der Bürgerinitiative "Gegenwind im Reichswald" gefolgt und hatte bei einer Protestwanderung von Frasselt bis zum Kranenburger Marktplatz mitgemacht. Diese gute Resonanz bekräftigte die Mitglieder der Bürgerinitiative in ihrem Vorhaben. "Wir haben anhand dessen gesehen, dass wir viele Unterstützer haben, welche die gleiche Meinung vertreten wie wir", sagte Heike Boot, Gründungsmitglied von "Gegenwind im Reichswald".

Bei der sehr friedlich ablaufenden Demonstration auf dem Marktplatz hatte die Bürgerinitiative gleich mehrere umgeschriebene Lieder und Reden vorbereitet. Besonders im Mittelpunkt stand dabei dieses Mal die niederländische Seite. Die Nachbarn fühlen sich nämlich bei der Diskussion rund um die Erzeugung von Windkraftenergie im Reichswald von der Politik bislang außen vor gelassen. "Es sind auch tausende Niederländer betroffen. Wir wollen einen Dialog", forderte Ellie Roelofs, die ebenfalls "Gegenwind im Reichswald" angehört und vielen applaudierenden Niederländern auf dem Marktplatz scheinbar aus dem Herzen sprach.

Die meisten der Demonstranten befürworteten prinzipiell die Windkraft. "Ich bin generell sehr für alternative Methoden zur Atomkraft, aber ich liebe auch unseren Wald und gehe sehr gerne im Reichswald spazieren. Der Wald ist ein Naturschutzgebiet und ihn sollte man nicht benutzen, um Profit zu machen", fand Susanne van den Bruck, die als Bürgerin von Kellen nach Kranenburg gekommen war, um zu demonstrieren.

Die Abholzung eines Stück Waldes, um dort mit der Windkraft eine eigentlich gute Form der Energiegewinnung zu unterstützen, hielt sie für kontraproduktiv. "Ich würde mir wünschen, dass eine Fläche für die Windkraft benutzt werden würde, die schon zur Verfügung steht und geeignet ist", so van den Bruck. Beispiele dafür gebe es im Kreis Kleve bereits einige. Den gleichen Gedanken brachte auch die Bürgerinitiative in ihrem rund einstündigen Programm zum Ausdruck. "Es gibt nur 15 Prozent Wald in Kleve und 85 Prozent andere Fläche. Warum nimmt man nicht die 85 Prozent, wo kein Wald ist?", fragte Jeroen Boot, ebenfalls Mitglied bei "Gegenwind im Reichswald". Eine Windkraft im Reichswalde würde das Öko-System im Wald langfristig und nachhaltig stören. Das sei nicht der Grundgedanke bei der Energiegewinnung durch Windkraft und müsse deshalb verhindert werden, waren sich die Demonstranten einig.

Quelle: RP
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