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Dr. Joachim Rasch
"Den Weihnachtsmarkt in die City holen"

Dr. Joachim Rasch: "Den Weihnachtsmarkt in die City holen"
Kleves Wirtschaftsförderer Dr. Joachim Rasch wird offiziell ab Januar die Aufgaben des Stadtmarketings mit übernehmen. Dann sind seine Ideen für die Entwicklung der City gefragt. FOTO: Evers
Kleve. Der Klever Wirtschaftsförderer wird am 1. Januar auch Chef des Stadtmarketings. Im RP-Gespräch erläutert er, welche Schwerpunkte er setzen möchte und welche Visionen er für die Kreisstadt hat.

Wie kam es eigentlich zur Zusammenlegung von Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing?

Joachim Rasch 2002 wurde die Klever Stadtmarketing GmbH gegründet, 2006 unsere Wirtschaftsförderungsgesellschaft. 2012 habe ich mein Amt als Klever Wirtschaftsförderer angetreten. Ich weiß, dass die Frage, ob man sich zwei solcher Gesellschaften in Kleve leisten will, immer mal wieder diskutiert wurde. Letztendlich kam es dann so, dass der Vertrag von Ute Marks als Geschäftsführerin des Klever Stadtmarketings nicht verlängert wurde. Sie hatte sich daraufhin dann schnell entschlossen, eine andere Stelle anzunehmen. Der Stadtrat hat beschlossen, dass die Kleve Marketing GmbH aufgelöst wird und ihre Aufgaben sowie ihr Personal der Wirtschaftsförderungsgesellschaft zugewiesen werden. Die Aufgaben des Stadtmarketings sollen eins zu eins von der Wirtschaftsförderung übernommen werden.

Haben Sie sich aktiv dafür ausgesprochen, dass Sie nun auch Stadtmarketing-Chef werden?

Rasch Nein, das ist nun eher so über mich gekommen. Als Wirtschaftsförderung betreiben wir auch wirtschaftliches Standortmarketing, das Themenfeld ist mir also vertraut. Ich habe mich aber nicht um diese Stelle aktiv beworben.

Am 1. August 2016 wurde Ihnen die kommissarische Leitung der Klever Stadtmarketing GmbH übertragen. Was ist seitdem passiert?

Rasch Erstmal haben sich die Belegschaften von Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing zwei Tage auf der Wasserburg Rindern eingeschlossen. Mir war es wichtig, dass wir uns gegenseitig kennenlernen. Ich habe das Gefühl, dass die Kolleginnen hervorragend harmonieren. Ich fühle mich derzeit wie ein Schwamm und habe unheimlich viel Input von den Mitarbeiterinnen des Stadtmarketings bekommen. Meinen bisherigen Schwerpunkt habe ich aber zunächst auf das Thema Personalführung gelegt.

Wie werden Sie die erweiterte Wirtschaftsförderung inhaltlich ausrichten?

Rasch Zu den Inhalten äußerte sich der Ratsbeschluss zur Zusammenlegung zunächst nicht. Dazu kann ich derzeit auch noch nicht viel sagen, weil die Politik die Ausrichtung vorgeben soll und wird. Mitte 2017 wissen wir mehr. Dann werden wir wohl auch in den Kopfbau am neuen Rathaus einziehen, dort, wo früher die Polizei war.

Werden Sie Vorstandsmitglied im Klever City Netzwerk (KCN)?

Rasch Ja. Der Stadtmarketing-Chef ist geborenes Mitglied im KCN-Vorstand. Diesen Posten werde ich von Ute Marks übernehmen. Ich nehme den neuen Vorstand als sehr rege und aktiv wahr. Es hat bereits regelmäßige und sehr konstruktive Treffen gegeben.

Innerhalb des KCNs hatte es zuletzt Streit um die Weihnachtsbeleuchtung gegeben. Werden die Geschäftsleute auch dieses Jahr wieder eine Rechnung fürs Aufhängen der Beleuchtung erhalten?

Rasch Die Weihnachtsbeleuchtung gehört der Stadt. Sie ist insofern bestrebt, dass diese auf- und abgehängt wird. Wir werden versuchen, die Händler zumindest in der Saison 2016/2017 daran nicht finanziell zu beteiligen. Das ist bisher unglücklich gelaufen und ich würde mich freuen, wenn wir bald gemeinsam eine langfristig stabile Lösung finden können.

Stichwort Weihnachten: Wo ist der beste Ort für den Klever Weihnachtsmarkt?

Rasch Im Forstgarten ist eine tolle Atmosphäre. Der Nachteil ist aber, dass dieser Standort relativ weit weg von der Innenstadt ist und die Händler aus der City davon nicht profitieren. Ich favorisiere für den Weihnachtsmarkt zwei Plätze. Ein schöner Ort wäre im Schatten der Schwanenburg, auf dem Vorplatz, dort könnten eh mehr Veranstaltungen stattfinden, auch wenn die Topographie nicht ideal ist. Oder vor dem neuen Rathaus. Der Rathausplatz wäre sicher auch ein schöner Ort für einen Weihnachtsmarkt.

Wie stehen Sie zur Minoritenplatz-Bebauung?

Rasch Ich fände schade, wenn das ein leerer Platz bliebe; ich bin für eine Bebauung. Das schafft Konjunktur, Belebung und bringt Arbeitsplätze. Außerdem fehlt dort ein städtebaulicher Abschluss. Ich bin auch der Ansicht, dass das Sontowski-Geschäftshaus verträglich gewesen wäre. Den heftigen Widerstand habe ich nie wirklich nachvollziehen können.

Was halten sie vom Vorschlag, dort ein Hundertwasserhaus zu bauen?

Rasch Das wäre toll. Die Städte, in denen es ein solches Haus gibt, profitieren davon. Das würde für besondere Aufmerksamkeit sorgen, einen weiteren Klever Anziehungspunkt darstellen. Das Problem ist: Ich kenne bisher keinen, der in diese Richtung bauen bzw. investieren will.

Was werden Sie anders machen als Ute Marks?

Rasch Wer uns beide kennt, weiß, dass wir sehr unterschiedlich sind. Wir sind dennoch immer gut miteinander klargekommen. Gedankenspiele wie eine Seilbahn nach Nimwegen zu errichten, waren aus Marketing-Gesichtspunkten sicherlich gut. Auch die Aktion mit der ,Abschaffung' der ein- und zwei-Cent-Münzen hat Kleve viel Aufmerksamkeit beschert. Gewisse Schwerpunktsetzung habe auch ich schon im Hinterkopf, diese möchte ich aber hier noch nicht benennen, da erst der Rat der Stadt Kleve eine Entscheidung treffen muss, bevor die neue Gesellschaft diese dann umsetzt.

MARC CATTELAENS STELLTE DIE FRAGEN

Quelle: RP
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