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Kalkar
Denkmal samt Hitler-Zitat soll bleiben - mit Erklärungen

Kalkar. Das Thema schlug im vergangenen Jahr hohe Wellen: Der Kölner Historiker Hans Hesse hatte öffentlich gemacht, dass das rückseitige Zitat auf dem Kalkarer Kriegerdenkmal mit leichten Abwandlungen aus Hitlers "Mein Kampf" stammt.

Mit diesem Wissen lehnte Bürgermeisterin Britta Schulz es ab, dort - wie es jahrzehntelang üblich war - der Kriegsgefallenen zu gedenken und verlegte die Feierstunde am Totensonntag zum Soldatenfriedhof. Seit damals steht die Frage nach dem Umgang mit dem Denkmal im Raum. Der Kulturausschuss hat einen Lösungsvorschlag erarbeitet, über den der Rat beschließen wird: Geplant ist, das Kriegerdenkmal um eine erläuternde Foto-Text-Dokumentation zu ergänzen.

Seit 80 Jahren steht der steinerne Koloss, auf dem ein Adler mit einem Schwert in den Krallen prangt, nahe der Bahnhofstraße am Ende einer großen Freifläche, die den Nationalsozialisten einst als Aufmarschplatz diente. Kalkars Bauausschuss hat sich, initiiert durch Günter Pagelers (FBK) Vorschlag, bereits darauf verständigt, dort einen "Platz der Begegnung" mit Boule-Bahn und eventuell Fitnessgeräten zu realisieren. "Er soll ein Treffpunkt für alle Generationen und Nationalitäten werden, finanziert durch Spenden und Sponsoring", so Pageler. Sich treffen, spielen, Sport treiben neben dem Denkmal mit Nazi-Spruch - geht das ? Die Verwaltung schlug sieben Möglichkeiten vor: vom Abriss über die Entfernung der Inschrift oder den Abbau und den Transfer zu einem Museum bis zu der Idee, das Kriegerdenkmal als historisches Zeugnis an seinem Platz zu belassen, es aber mit erläuternden Fotos und Texten zu versehen. Denkbar wäre noch, sich von der Hitler-Inschrift zum Beispiel durch eine Milchglasscheibe zu distanzieren, ohne sie zu beseitigen.

(nik)
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