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Rp-Serie unsere Seelsorger Josef Perau (18)
Der Hirte von Hülm

Rp-Serie unsere Seelsorger Josef Perau (18): Der Hirte von Hülm
Bei der Einführung von Perau 1959 (v. l.): Theodor van Doornik (stellv. Kirchenvorstand), Wilhelm Peters (Ortsbürgermeister) und Dechant Heinrich Huyeng.
Kleve. Der 2004 verstorbene Geistliche war von 1959 bis 1984 Pfarrer in der Gemeinde Mariä-Opferung. Von Werner Stalder

GOCH-HÜLM Die Wertschätzung, die man Pastor Josef Perau in Hülm entgegenbrachte, ist heute noch zu spüren. Auf dem Weg zur Kirche Mariä Opferung findet man sein Grab zu Füßen des Kalvarienberges, wo er nach seinem Tod am 29. Juli 2004 seine letzte Ruhestätte fand.

Der Geistliche wurde am 8. November 1910 in Kalkar-Wissel geboren. Nach dem Abitur am Collegium Augustinianum Gaesdonck und dem Studium der Theologie in Salzburg und Münster wurde er am 18. Juli 1937 im Hohen Dom zu Münster durch Bischof Clemens August Graf von Galen zum Priester geweiht. Erste seelsorgliche Erfahrungen sammelte er als Schlosskaplan von Moritzburg (Dresden-Radebeul 1937/38). Seine Tätigkeit als Kaplan in Walbeck (1938 - 1946) wurde durch die Einberufung zur Wehrmacht unterbrochen, wo er als Sanitätssoldat und Kriegspfarrer an der Ostfront wirkte (1940 - 1945). Nach dem Krieg wirkte er als Kaplan in Duisburg-Hamborn (1946 - 1948) und in Goch St. Maria-Magdalena (1948 - 1954), als Präses am Collegium Augustinianum Gaesdonck (1954/59) und von 1959 bis 1984 als Pfarrer in Goch-Hülm Mariä-Opferung, wo er auch als Pfarrer emeritus seinen Lebensabend verbrachte.

Seit Ende 2003 fand er Aufnahme im Wohnstift St. Marien in Kevelaer. Angelika Bergmann war durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit und als Nachbarin stets dem Pastor von Hülm verbunden. Sie bezeichnete sich als "Ziehtochter" des Pfarrers, "denn er hat mich zu einer mündigen Christin werden lassen". Er sei mit ganzem Herzen den Menschen auf Augenhöhe begegnet, zu seiner Zeit in allem fortschrittlich, habe er die Laien ernst genommen. Notburga Hebben, seit 1975 in der Gemeinde, traf Pfarrer Perau im Ruhestand seit 1995 als Küsterin in der Sakristei: "Er sparte nicht mit Lob. Und er verlangte nicht nur viel von der Gemeinde, sondern auch von sich selbst." Da ihr Mann seit 43 Jahren dem Kirchenvorstand angehört, hatte auch Hanni Peters, die seit 1954 zur Hülmer Pfarre gehört, Kontakt zu Pastor Perau. Sie beschrieb den Priester als einen "andächtigen, frommen Mann, der das kirchliche Leben im Jahreskreis pflegte." Dazu gehört auch, dass zahlreiche Gocher zur Christmette nach Hülm kamen. Vielfältige Begegnungen mit dem "Hirten von Hülm", wie er genannt wurde, hatte auch Josef Hendrix. Er schilderte die menschliche Seite des Pastors, der schon kurz nach seiner Einführung 1959 bei einem Ausflug am Tischfußballkicker und bei einem Glas Bier die Männer des Dorfes begeisterte. Willi Vaegs erinnert sich an Pfarrer Perau als Religionslehrer der Jungen an der Volksschule in Goch. "Seit 1986 war Pastor Perau regelmäßig bei allen Klassentreffen dabei, nachdem er mit uns erstmalig die heilige Messe im Anna-Stift gefeiert hatte", erinnert sich Vaegs. 1962/63 wurde unter Josef Perau die Kirche erweitert, später erfolgte die Restaurierung der Glasfenster und Altäre. Schließlich stellte der Geistliche 1973 den Antrag, den Seligsprechungsprozess von Karl Leisner einzuleiten.

Quelle: RP
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