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Kranenburg
Der Kranich flog über den "Großen Teich"

Kranenburg. 1976: Vor 40 Jahren ging es mit 180 Teilnehmern sechs Tage lang in die USA. Besucht wurden die Weltstadt New York und Machtzentrale Washington. Man war am Grab John F. Kennedys. Abstecher nach Kanada, Naturerlebnis Niagara-Fälle. Von Hans Rühl

Eine unvergessene Reise Als der Verkehrsverein Kranenburg vor gut vierzig Jahren eine sechstägige Schnuppertour in die USA ankündigte, war das Interesse für diese Flugreise groß. Schließlich sollte sie in die wichtigsten Städte der westlichen Großmacht führen, ohne Attraktionen der Landschaft auszulassen. Für 995 DM konnte man einen Blick in die neue Welt werfen. Während Kranenburg sich auf die 750-Jahr-Feier 1977 vorbereitete - eine Jubiläums-LP war schon eingespielt, wollte die kleine Grenzgemeinde dem weitaus jüngeren Land zum 200. Geburtstag ihre Aufwartung machen. Ein Trip voller Erwartungen stand an.

Jeder Mensch erlebt Tage, die unvergessliche Eindrücke hinterlassen. Das gilt auch für die erste Flugreise des Verkehrsvereins Kranenburg über den Atlantik in die Vereinigten Staaten vom 15. bis 20. Oktober 1976 mit 180 TeilnehmerInnen zwischen 15 und 79 Jahren. Hervorragend organisiert war die Tour durch das Reiseleiter-Trio Alfons Thielen (er begeht am 28. Oktober seinen 94. Geburtstag), Herbert Bongers (= 2000) und Theo Kreusch. Von Düsseldorf startete mit der großen Schar in die Neue Welt.

Nach einer Zwischenlandung im westirischen Shannon setzte die belgische Sondermaschine vom Typ Boeing 707 nach acht Stunden in New York auf, wo man im Abbey Viktoria Hotel logierte. Durch die Zeitdifferenz verlängerte sich der Tag um fünf Stunden. Eine Rundfahrt im Bus sowie eine Bootstour um die Insel Manhattan vermittelten erste Impressionen der vielschichtigen Weltstadt mit ihren Wolkenkratzern, der Freiheitsstatue wie den Slums als Spiegel der sozialen Gegensätze. Imponierte tagsüber das Menschengewimmel, so faszinierte am Abend das Lichtermeer: Einzigartig war etwa der Blick vom Empire State Building wie vom Rockefeller Center auf die Insel mit dem Broadway. Dem gerade fertiggestellten World Trade Center sollten nur 25 Jahre beschieden sein bis zur wahnsinnigen Zerstörung seiner Zwillingstürme durch zwei von Terroristen entführte Flugzeuge. Am Sonntag konnte man eine Messe in der dem Kölner Dom nachgebauten St. Patricks-Kathedrale besuchen und den Tag frei verbringen. Einige Kranenburger suchten das Metropolitan Museum auf. Dort steht in einer Glasvitrine ein Weihwassergefäß aus "Kranenburg bei Düsseldorf.

Acht Elfenbeinplatten mit geschnitzten Szenen aus dem Leben Christi fassen den14,5 cm hohen Weihwasserkessel aus dem 11. Jahrhundert ein. 1902 hatte Pfarrer Fugmann das Sakralgefäß an einen Juden verkauft, um mit dem Geld notwendige Reparaturen an der Kirche zu finanzieren. Vergeblich versuchte man später den Kauf rückgängig zu machen.

Von New York führten Tagesfahrten in die nähere und weitere Umgebung, so zum Kapitol und zum Weißen Haus in Washington, ferner zum gerade eröffneten Nationalen Luft- und Raumfahrtmuseum mit der Apollokapsel der ersten Mondlandung 1969. Gedankenvoll stand man auf dem Nationalfriedhof Arlington an den Gräbern des 1963 ermordeten Präsidenten John F. Kennedy und seines ebenfalls umgebrachten Bruders Robert.

Ein grandioses Schauspiel bot ein Sonderflug zu den Niagara-Fällen im kanadischen Grenzbereich. Von der gewaltigen 875 Meter langen hufeisenförmigen Klippe stürzen die kolossalen Wassermassen 50 Meter rauschend in die Tiefe Viel Spaß bereitete der Spaziergang durch die zwischen Wasser und Felsgestein ausgebauten Arkaden. Der letzte Tag brachte noch einen Besuch des UNO-Gebäudes. Der Rückflug begann um 18 Uhr. Voller Eindrücke und todmüde kam man in der Heimat an, schließlich fehlten durch die Zeitumstellung fünf Stunden Schlaf.

Quelle: RP
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