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Kranenburg-Nütterden
Der "Menschenfreund" von Haus Klarenbeck wird 90 Jahre alt

Kranenburg-Nütterden: Der "Menschenfreund" von Haus Klarenbeck wird 90 Jahre alt
Der Bildhauer und seine Skulptur: Dieter von Levetzow und ein feingliedriger Mann auf Stelzen. FOTO: Gottfried Evers
Kranenburg-Nütterden. Der Bildhauer Dieter von Levetzow feiert am Sonntag Geburtstag. In Gronau geboren studierte er in Weimar und arbeitet seit Jahrzehnten in Nütterden. Von Werner Stalder

Sein Cupido ziert das alte Kanonenrohr, das Prinz Moritz von Nassau-Siegen einst in Kleve aufstellte und das Beuys zur großen Installation in Venedig als Straßenbahnhaltestelle abgoss, in Kranenburg steht auf hoher Säule der staksige Kranich, der sich um seinen Nachwuchs kümmert. Oder in Rees der Rhinkieker. Die Bronzeskulptur des Bildhauers Dieter von Levetzow gedenkt hier der vielen Tagelöhner, die früher auf den Rhein blickten und auf Arbeit hofften, wie sie dort an das Wappentier der Grenzfeste erinnert.

Morgen wird Dieter von Levetzow 90 Jahre alt. "In den 70er Jahren erwarb ich "Haus Klarenbeck" in Kranenburg-Nütterden und begann mit der Renovierung, womit ich nun ein eigenes Atelier besaß", blickt er zurück. Am 22. November 1925 in Gronau geboren, wurde er schon mit 16 Jahren Schüler an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste in Weimar. Militär und Krieg unterbrachen die Weimarer Zeit - sofort nach dem Krieg ging er zum Studium nach Weimar zurück.

Mit 200 Reichsmark verließ er später sein Elternhaus und siedelte in den Semesterferien nach Westdeutschland über. Er wurde als Bühnenbilder-Assistent an der Nordseebühne in Heide-Holstein eingestellt. "Es war herrlich, eine ungetrübte Zeit in der Theaterwelt nach dem Kriegsende erleben zu dürfen", sagt der Urgroßneffe von Goethes später Liebe, Ulrike von Levetzow.

Seinem damaligen Kollegen, dem Maler Dieter Güllert, folgte von Levetzow nach Paesmühle in der Nähe von Straelen. Ein Treibhaus wurde als Atelier umfunktioniert. Es gab die erste Ausstellung "Junge Kunst Paesmühle" im Hotel Lomm. Sein bevorzugtes Material war seinerzeit der Kirchheimer Muschel-Kalkstein. 1951 kam die erste Studienreise nach Italien, über Rom, Neapel und Capri. Dort begann für ihn eine herrliche Zeit. Erst Ende der 1950er Jahre begann er in cire perdue Gießtechnik zu arbeiten. Er nahm an regelmäßigen Ausstellungen in Köln-Düsseldorf, München, Duisburg und Kevelaer teil. 1974 erfolgte ein Erfahrungsaustausch in New York und auf der Halbinsel Cape Cod. Auf Haus Klarenbeck in Nütterden entstanden beispielsweise die Plastiken "Rhinkieker" in Rees, die "Golfspieler-Plastiken", der "Kinderbrunnen" "Poorte Jäntje" in Goch, "der Steckenreiter" sowie der "Schwan als Wappentier" in Worcester/England. Frage an das Geburtstagskind: Warum sind Sie Bildhauer geworden? "Es begann eigentlich schon in frühester Jugend, im Sandkasten über den Schneemann sowie das Modellieren von Tieren am Sandstrand von Kolberg, erwidert der Bildhauer.

"Dieter von Levetzow ist ein Menschenfreund", schreibt Prof. Dr. Hellmuth Matiasek, Staatsintendant in München, im Vorwort zum von-Levetzow-Buch "Sculpturen". Darin befinden sich Abbildungen des Forellenbrunnens in Nütterden, Cupido und Janusbrunnen in Kleve, Eduard-Künneke-Denkmal in Emmerich, Spielende Kinder in Groesbeek/NL, Sankt Jodokus, Keppeln, Froschkönig und Junge mit Ziege in Rees, Fährmann-Brunnen in Emmerich, St. Georg-Keramik in Nütterden, St.-Martin-Stehle in Mehr, "Architekt und Polier" in der Kreisverwaltung Kleve und der "Junge Euro" vor einer Bank in Rees. Außerdem schuf er Karl-Leisner-Reliefs- und Medaillen und einen Altar in Hüthum.

Im Frühjahr 2016 wird der Bildhauer zum dritten Mal im Ägyptischen Museum in München mit ausstellen.

Quelle: RP
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