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Kleve-Donsbrüggen
Der Mühlen-Chef in Donsbrüggen

Der Mühlen-Chef in Donsbrüggen
Paul Kersjes vor der Mühle, eingerahmt von seiner Ehefrau und Landrat Wolfgang Spreen, vor ihm freuen sich die Enkelkinder mit. FOTO: Gottfried Evers
Kleve-Donsbrüggen. Paul Kersjes hat durch sein jahrelanges Engagement im kulturellen Bereich Verdienste erworben. Landrat Wolfgang Spreen überreichte ihm jetzt die vom Bundespräsident verliehene Verdienstmedaille. Paul Kersjes war 1982 Mitbegründer des "Fördervereins Alte Mühle Donsbrüggen", den er seither ehrenamtlich als Geschäftsführer leitet.

Ziel des Vereins mit mehr als 100 Mitgliedern war es, die denkmalgeschützte Mühle, die 1956 ihren Betrieb einstellte, zu pachten, zu restaurieren und wieder in Betrieb zu nehmen.

Obwohl in den 1950er Jahren einige Erhaltungsarbeiten erfolgt waren, musste die Mühle entschlammt und trockengelegt werden. Das Mahlwerk, die Mühlenkappe, die Flügel, die Decken und die Schindeln mussten restauriert werden. Unter der Leitung von Paul Kersjes und mit Hilfe eines motivierten Teams aus Handwerkern, Helferinnen und Helfern, wurden in den Jahren 1982 bis 1986 nach Feierabend und an Wochenenden die erforderlichen Arbeiten durchgeführt.

In den 1980er Jahren absolvierte Kersjes in den Niederlanden eine Müllerausbildung in Theorie und Praxis. 1985 konnte der Mahlbetrieb wieder aufgenommen werden. Nach und nach reifte der Gedanke, das gewonnene Mehl nicht nur zu verkaufen, sondern auch selbst zu verarbeiten. Unter seiner Leitung wurde ein Backhaus geplant, gebaut und 1987 in Betrieb genommen. Seither wird in jedem Jahr zwischen März und November am Wochenende Vollkornbrot gebacken und verkauft. Der Förderkreis betreibt eine rustikale Restauration und bietet Mühlenbrote mit Schmalz, Schinken und Käse sowie Kaffee und Erfrischungsgetränke an. Auch für dieses Projekt ist Paul Kersjes fast jede Woche im Einsatz.

Neben der Leitungsfunktion ist er auch vor Ort aktiv, wenn Hilfe gefragt ist. So sorgt er für das Feuerholz, um den Backofen zu beheizen, stellt Lebensmittel und Getränke für Besucher bereit und veranlasst die Lieferung des Getreides zum Mahlen und Brotbacken. Immer wieder sind auch Verbesserungen, Erweiterungen oder Erhaltungsarbeiten erforderlich, wie die Überholung der Mühlenkappe und eine Neuanfertigung der Innentreppe im Jahr 2003. In 2007 feierte der Mühlenverein sein 25jähriges Bestehen mit einem großen Fest.

Seit den 1990er Jahren gibt es immer wieder Mühlenführungen und Veranstaltungen rund ums Backen. Mehr als 3.000 Schulkinder nehmen jedes Jahr das Angebot wahr, sich über die Mehl- und Brotherstellung zu informieren. Dazu kommen Veranstaltungen für Kindergärten und Senioren. Ab und zu wird die Mühle auch für Veranstaltungen genutzt, wie 1993 beim 1. Deutschen Mühlentag der "Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde" und 1996 bei der Auftaktveranstaltung des 3. Deutschen Mühlentages sowie für einen jährlich stattfindenden ökumenischen Gottesdienst vor der Mühle.

Quelle: RP
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