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Kleve-Rindern
Der Papst als Brückenbauer

Kleve-Rindern: Der Papst als Brückenbauer
Freude über die Ausstellung bei (v. l.): Pfarrer Boguslaw Ostafin (Delegatur DBK), Pawel Zalewski (Polnische Gemeinde Kleve), Dr. Kurt Kreiten (Direktor Wasserburg), Wladyslaw Pisarek (Vizepräsident), Weihbischof Wilfried Theising, Pfarrer Henryk Wieczorek (Kath. Polnische Mission Ndrh.), Werner Stalder (ehem. Pressesprecher IKLK), Theodor Brauer (Bürgermeister), Henryk Muszynski (em. Erzbischof von Gnesen und Senior-Primas von Polen). FOTO: RPO
Kleve-Rindern. In der Wasserburg Rindern gastiert noch bis zum 20. März die deutsch-polnische Ausstellung "Pontifex - Brückenbauer", die die Deutschlandbesuche des Papstes Johannes Paul II. dokumentieren. Von Jens Helmus

Am 1. Mai wird Johannes Paul II. seliggesprochen, der Mann, der fast 27 Jahre das Amt des Papstes in Rom bekleidete. Bei den zahlreichen Reisen, die der Pontifex Maximus bis zu seinem Tod im April 2005 unternahm, besuchte er auch dreimal die Bundesrepublik Deutschland: 1980, 1987 und 1996. Die drei Deutschlandbesuche des Kirchenoberhauptes sind in einer Ausstellung dokumentiert worden, die seit dem Wochenende in der Wasserburg Rindern gastiert. "Pontifex - Brückenbauer" heißt die Ausstellung der Delegatur der Deutschen Bischofskonferenz für die polnischsprachige Seelsorge in Deutschland, die noch bis zum 20. März in den Räumen der Wasserburg zu sehen sein wird.

Der Pontifex in Kevelaer

Dazu beigetragen, dass die Ausstellung auch in Kleve stattfindet, haben vor allem Wladyslaw Pisarek, Vorsitzender der Polnischen Gemeinde in Kleve und Vizepräsident des Bundes der Polen in Deutschland und der ehemalige Pressesprecher des Internationalen Karl-Leisner-Kreises, Werner Stalder. Auf mannshohen Tafeln sind die drei Besuche des Papstes in Deutschland schriftlich und fotografisch ausführlich dokumentiert. So erinnern beispielsweise zwei Tafeln an den Besuch des Pontifex in Kevelaer am 2. Mai 1987: Bilder zeigen Johannes Paul II. vor dem Gnadenbild und bei der Marienfeier im Wallfahrtsort, außerdem liest der Ausstellungsbesucher ein Zitat des Papstes aus seiner Predigt im Kevelaerer Hülsparkstadion: "Hier gibt es schon das einige Europa aus den vielen Völkern, das die Politiker mit so unzähligen Schwierigkeiten zu schaffen versuchen." Ein Satz, der deutlich werden lässt, wie sehr Karol Wojtyla die Völkerverständigung am Herzen lag, was auch durch seinen wichtigen Beitrag zur Wiedervereinigung deutlich wurde.

Zur Eröffnung am Samstag kamen zahlreiche Ehrengäste, darunter der Weihbischof für den Niederrhein Wilfried Theising und der Erzbischof emeritus von Gnesen und Senior-Primas von Polen, Henryk Muszynski, die die Ausstellung offiziell eröffneten. Die Eröffnungsrede hielt Werner Stalder, der Papst Johannes Paul II. in seiner Funktion als Pressesprecher des Karl-Leisner-Kreises insgesamt zwölfmal begegnete. In seiner Rede erinnerte er sich unter anderem an eine Generalaudienz am 19. Oktober 1988, in der er dem Papst eine Petition zur Seligsprechung Karl Leisners überreichen durfte und an die Messe im päpstlichen Sommersitz Castel Gandolfo, in der er dem Papst als Zeichen des Dankes für die Seligsprechung Leisners eine Silbermünze und ein Bild des Seligen überreichte. Und natürlich an sein letztes Treffen mit dem Papst, als dieser seine Bitte "Heiliger Vater, bitte segnen Sie unsere Familien" mit den Worten "Ich segne" erwiderte.

Die Ausstellung dokumentiert neben den Deutschlandbesuchen auch den Lebenslauf und die Interessen des Papstes - auch private. So ist auf einer der zahlreichen Ausstellungstafeln zu lesen, dass der Papst sich mehrmals heimlich aus der Vatikanstadt entfernt habe, um seiner großen Leidenschaft, dem Skifahren, nachzugehen. Auch das ist Teil des ersten polnischen Papstes Johannes Paul II., dem Brückenbauer.

Quelle: RP
 
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