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Kleve
Der super Markt

Kleve: Der super Markt
Such die Lücke - Parkplätze sind vor der Kranenburger Aldi-Filiale ein seltenes und kostbares Gut. FOTO: Markus van Offern
Kleve. Die Kranenburger Aldi Süd-Filiale ist nicht nur die umsatzstärkste am unteren Niederrhein, an bestimmten Tagen sogar die von ganz Deutschland. Die Verkaufsfläche des Markts wird erneut erweitert - auf dann etwa 1365 Quadratmeter.

Kranenburg/Rheinberg Bei Aldi scheint alles günstig zu sein. Selbst die Lage der Niederlassung in Rheinberg, die direkt neben der A 57 liegt. Von hier aus werden die Filialen des Lebensmittel-Discounters in den Kreisen Kleve, Wesel und einem Teil von Borken beliefert. Rhede gehört noch zu Aldi Süd - dahinter beginnt der Norden des Unternehmens. Die Brüder Theo und Karl Albrecht hatten sich die Republik einst in Süd und Nord aufgeteilt. Rhede ist die Grenze.

Verwaltungsgebäude und Lager sind in Rheinberg unscheinbar im Industriegebiet untergebracht. Hier lagern die Produkte, mit denen die 50 Filialen beliefert werden. Wer das Bürohaus betritt, fühlt sich an das Innere eines Aldi-Markts erinnert. Sauber, aufgeräumt, praktisch und auf das Notwendigste beschränkt. Im Foyer stehen gegenüber des Empfangs zwei Ledersessel, auffällige Poster oder Kunstwerke sind nicht zu entdecken. Ebenso im Besprechungsraum. Hier fallen einige Bilder an den Wänden auf. Doch auch hier hat der Künstler an Farbe gespart. Auf dem Tisch werden Gästen Produkte aus dem Aldi-Sortiment angeboten. Getränke in 0,5-Liter-Plastikflaschen sowie Süßes aus der Palette des Hauses.

In dem Konferenzraum treffen wir Martin Stopa (48) und Sven Selzam (37). Stopa ist Leiter Filialentwicklung und Prokurist bei Aldi Süd, sein Kollege Selzam Leiter Verkauf und ebenfalls Prokurist. Von der Niederlassung Rheinberg wird auch die Filiale in Kranenburg betreut.

In der vergangenen Ratssitzung der Gemeinde wurde grünes Licht für eine weitere Vergrößerung des Markts gegeben. Das Besondere an der Kranenburger Filiale sind nicht allein die regelmäßigen Baumaßnahmen. Es ist der Umsatz. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklären zwei Mitarbeiter des Discounters etwas über sich, die Entwicklung von Aldi und die Besonderheiten des Markts an der deutsch-niederländischen Grenze.

Seit wann arbeiten Sie für Aldi?

Martin Stopa Seit mehr als 20 Jahren. Ich komme aus dem Ruhrgebiet und bin mit Aldi aufgewachsen. Dort war es allerdings Aldi Nord.

Sven Selzam Seit 2008 bin ich bei dem Unternehmen beschäftigt.

Beschreiben Sie, Herr Stopa, eine bedeutende Entwicklung für das Unternehmen.

Stopa Nicht unerheblich ist, dass wir heutzutage im Hinblick auf unsere Kunden schichtenlos geworden sind. Wenn wir uns bei einer entsprechenden Lage zeitgemäß präsentieren können, wie etwa durch Ladengröße, Anzahl der Stellplätze oder Erreichbarkeit - dann kauft nahezu jeder Mensch bei uns ein.

Selzam Was auch dazu beigetragen hat, ist, dass wir in den vergangenen zwei, drei Jahren unser Sortiment allein im Lebensmittelbereich nahezu verdoppelt haben.

Wann wurde die Filiale in Kranenburg eröffnet?

Stopa 2002. Damals konnten wir nicht erahnen, welche rasante Entwicklung diese nehmen wird.

Wie sehen Ihre aktuellen Planungen aus, was den Markt in Kranenburg betrifft?

Stopa Wir werden etwa 500 Quadratmeter Lagerfläche anbauen und die aktuell circa 1050 Quadratmeter große Verkaufsfläche um ungefähr 315 Quadratmeter vergrößern. Dadurch können wir die Anzahl der Gänge von vier auf sechs erhöhen.

Wird das die letzte bauliche Maßnahme sein?

Stopa Ich möchte nicht ausschließen, dass wir die Filiale noch einmal erweitern. Wir haben allerdings Restriktionen vor dem Hintergrund der Grundstücksgröße und des Zuschnitts zu beachten. Wir werden hier nicht zu Lasten der Parkplätze Vergrößerungen vornehmen, denn die dienen nicht allein unseren Kunden.

Gab es nie Überlegungen, ein zweites Geschäft in der Gemeinde zu eröffnen?

Stopa Doch, aber das wird am Baurecht scheitern. Zudem würden wir damit zwangsläufig das Kundenaufkommen der aktuellen Filiale verringern.

Was zeichnet diese Filiale aus?

Selzam Es ist eine extrem umsatzstarke. Was Kranenburg ausmacht, ist die niederländische Kundschaft. Die kauft nicht allein für einen oder zwei Tage ein, sondern stets für den Wochenbedarf oder auch darüber hinaus. Außerdem besitzen die Niederländer bestimmte Produktaffinitäten, wie etwa Alkoholika, Feuerwerksartikel und Waren des täglichen Bedarfs. Die werden hier entsprechend stark nachgefragt.

Wo rangiert die Kranenburger Niederlassung in dem von Rheinberg aus betreuten Gebiet?

Selzam In den Kreisen Kleve, Wesel und dem Teil von Borken ist es die umsatzstärkste Filiale. Sogar mit Abstand. Auch im gesamten Gebiet von Aldi Süd liegt Kranenburg weit vorne. Wo genau, das wissen wir nicht. Was jedoch sicher ist, im Monat Dezember ist der Markt aufgrund des Feuerwerkverkaufs die Nummer eins von Aldi Süd in Deutschland, und das Gebiet erstreckt sich immerhin bis hinunter zur österreichischen und schweizerischen Grenze.

Allein durch die drei Tage, an denen Feuerwerk verkauft werden darf?

Selzam Am 29. Dezember habe ich in Kranenburg 50 Mitarbeiter im Einsatz, damit das Feuerwerkgeschäft abgewickelt werden kann.

Kranenburger Bürger ärgert es, dass sie schwer einigermaßen angenehm bei Aldi einkaufen können. Welche Tage empfehlen Sie?

Selzam Am Wochenende eher nicht, dort liegt das Kundenaufkommen um 30 bis 40 Prozent höher als an den anderen Tagen. Aber das ist kein Kranenburg spezifisches Phänomen. Dienstags und mittwochs sind die ruhigeren Tage.

Nicht nur die Filiale in Kranenburg läuft ausgesprochen gut, sondern auch die in der Umgebung. Gibt es dennoch etwas, wo Sie aktuell Verbesserungsbedarf sehen?

Selzam Ja. So suchen wir stets neue Mitarbeiter sowie Mitarbeiterinnen und dies für die verschiedensten Bereiche im Unternehmen. Die Fragen stellte Peter Janssen

Quelle: RP
 
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