| 00.00 Uhr

Bedburg-Hau
Der Traum vom Alptraum im ArToll

Bedburg-Hau: Der Traum vom Alptraum im ArToll
Maren Rombold und ihre Installation mit den apltraumhaften Wölfen auf der Bettdecke. FOTO: Evers, Gottfried (eve)
Bedburg-Hau. Zehn Künstler stellen in der Ausstellung "Druckversion. ArToll Sommerlabor 2015" im Haus 6 der LVR-Klinik Bedburg-Hau aus. Die Eröffnung ist heute um 15 Uhr, im Künstlerlabor wurde eine komplette Druckwerkstatt aufgebaut. Von Matthias Grass

Rot schleicht der Wolf über die weiche weiße Daunenbettdecke. Alptraumhafte Viecher, welche, die Drachen ähneln, welche mit spitzen Ohren wie aus einem Breughel-Gemälde entsprungen oder von einem gotischen Kirchturm entlaufen, begleiten das grimmige Rudeltier auf seinem Weg über die Bettdecke. Maren Rombold hat die alptraumhaften Szenen auf die naturweiße Decke gedruckt und weich über das Bett geworfen, das mitten im Raum ihrer Installation im ArToll Kunstlabor im Haus 6 auf dem Gelände der LVR-Klinik Bedburg-Hau steht. Es ist ein Rapport sich immer wiederholender Motive, wie ein Schäfchen-Zählen zum Einschlafen, der dort liegt. "Maren hat den Druck getanzt", sagt Carla Gottwein vom Vorstand des Kunstvereins. Den Stoff auf den Druckstock gelegt, dann Schritt für Schritt mit dem Körpergewicht auf den Stoff der Decke übertragen. Ein Traum von Alptraum, der dort liegt und auf den sich Rombold schmiegt.

"Druckversion. Sommerlabor 2015" heißt das Projekt im Kunstlabor ArToll, dessen Ergebnisse ab heute, 15 Uhr, im Haus 6 der LVR-Klinik zu sehen sind. Zur Eröffnung begrüßt ArToll-Vorsitzender Klaus-Werner Hütz die Besucher, Jan-Christoph Tonigs, künstlerischer Leiter Kloster Bentlage, hält die Einführungsrede. Neben den Werken ist auch eine komplette Druckwerkstatt zu sehen, wo die Künstler von den Druckern von VIR3 um den Gocher Stefan Vüllings unterstützt werden.

Zehn Künstler aus diversen europäischen Nationen haben im Haus 6 getroffen, um ihre Drucke zu entwerfen. Sie haben sie in hartes Stirnholz graviere, wie Wilfried Porwol, sie haben auf Plexiglasplatten geritzt wie Barbara Grosse oder eben den Druck "getanzt" wie Maren Rombold. Unterschiedlich, wie die Techniken, sind auch die Inhalte. Porwol reagiert mit seinen Drucken auf ein Gedicht von Alejandra Pizarnik und erzählt vom Mädchen, dessen mit Kreide auf die Wand gezeichnetes Gesicht vom Regen abgewaschen wird. Grosse setzt leichte Schraffuren auf ihre Blätter. Jeder der Künstler hat einen Raum in dem Haus. Es gibt Räume wie eine Gesamtinstallation, wie die von Maren Rombold oder Marco Henkenjohann, der mannsgroße Bäume auf Bahnen in den Raum hängt. Die Nimweger Künstlergruppe Knust hat ihren Raum mit einem seriellen Druck geradezu tapeziert, Desislava Unger wiederum druckt mit und auf Holz. Bei ihr sind es feine, filigrane Muster oder schrägstehende Häuserfassaden. Auch Daniela Schlüter bezieht sich auf einen Dichter: Ihre raumgreifende Installation mit oftmals die Wände füllenden collageartigen Drucke und Scribbeleien über den Druck reagieren auf Attila Jósefs Band "Ein Wilder will ich werden". Der Litauer Kastutis Vasiliunas befasst sich mit der Trinkerein von Degas und bietet ihr Christus als Rettung.

Zur Ausstellung erscheint als Edition eine Mappe mit je einem Druck von jedem Künstler (85 Euro).

Die Ausstellung ist bis 6. September im ArToll, Haus 6, LVR-Klinik Bedburg-Hau freitags (17 bis 20 Uhr), samstags und sonntags (14 bis 18 Uhr) zu sehen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Bedburg-Hau: Der Traum vom Alptraum im ArToll


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.