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Kleve
Der Weg der Kunstfreunde

Kleve: Der Weg der Kunstfreunde
Am 15. September wird es ein großes Sommerfest des Vereins geben. FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Seit 30 Jahren unterstützen die "Freunde" das städtische Museum, seit 20 Jahren die B.C.-Koekkoek-Stiftung. Der Freundeskreis ist mit 1650 Mitgliedern der größe Verein der Region und besitzt Kunst im Wert von über fünf Millionen Euro. Von Matthias Grass

Kleves größter Verein wird 30 Jahre alt: Der Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve wurde 1987 als Förderverein für das städtische Museum im kleinen Kreis um den damaligen Museumsleiter Drs. Guido de Werd gegründet - und kann jetzt nach drei Jahrzehnten auf eine wunderbare Erfolgsgeschichte zurückblicken. Deshalb soll nach einem Festakt am Freitag, 15. September, 19.30 Uhr mit einem Sommerfest kräftig gefeiert werden.

1650 Mitglieder zählt der Verein heute und kann auf ein Stammvermögen von mehr als fünf Millionen Euro blicken. Ein Vermögen, das aus der Kunst besteht, die im Laufe der Jahre angekauft, geschenkt oder mit öffentlichen oder Stiftungsmitteln erworben werden konnte. Kunst, die das Museum, die Stadt und die Region reicher macht. Rund 60 ehrenamtliche Mitarbeiter sind im ständigen Einsatz rund um die beiden Museen - sie helfen in der Technik im Haus Koekkoek und im Café im Kurhaus, betreiben die beiden Buchläden und machen den Garten hinterm Stadtpalais. Die ehrenamtlichen Hochzeitsteams verwöhnen Braut und Bräutigam, wenn sie im Haus Koekkoek oder im Museum Kurhaus heiraten.

Ohne diesen Verein wären bestimmte Ankäufe für die Museen Koekkoek und Kurhaus nicht möglich gewesen: Wenn die Stadt beispielsweise die Grundsumme für ein Werk nicht stellen kann oder will, die für den Erwerb eines für Kleve wichtigen Kunstwerks nötig ist, damit die Fördermittel fließen, ist der Freundeskreis zur Stelle. Ebenso, wenn es gilt, Kulturgut für das Land zu retten.

So wie jetzt die Heiligen Drei Könige des mittelalterlichen Schnitzers Hendrik Douverman: Die drei Könige sollen auch vom Sommerfest des Freundeskreises profitieren. Der Erlös aus dem Verkauf von Snacks, Wein und Wasser während der langen Sommernacht fließt in den Erwerb der Figuren. "Wir sind sicher, dass die Finanzierung für dieses Projekt durch Stiftungen in Kürze stehen wird, einen Teil werden wir als Verein übernehmen", sagt Wilfried Röth, Vorsitzender des Freundeskreises.

In der Vergangenheit ermöglichte der Freundeskreis die Finanzierung des Denkmals neuer Eiserner Mann von Balkenhol, es wurden die Domtüren von Joseph Beuys angekauft, erklärt Jutta Tönnissen, stellvertretende Vorsitzende des Vereins. Oder die weise wie weiße Göttin Minerva auf dem Atelier-Turm von Koekkoek. Fast eine halbe Million Euro steuerte der Freundeskreis zur Erweiterung des Museums bei. Röth: "Es ist schwierig zu sagen, wie viel Geld in den vergangenen Jahren geflossen ist. Aber das ist ja auch nicht die Sache. Uns ist wichtig, dass wir mit unserer Arbeit die Attraktivität von Stadt und Region stärken". Nicht nur für gut ausgebildete Fachkräfte für die Wirtschaft, die Hochschule, die Justiz oder die Schulen sei das Museum mit seinen Angeboten ein Argument für Kleve, sagen Röth und Tönnissen.

Ein Argument, in den Freundeskreis einzutreten sei auf der einen Seite, die Kultur in Kleve zu unterstützen. Auf der anderen Seite stünden aber auch die Angebote des Vereins an seine Mitglieder - von Kunsteditionen, freiem Eintritt fürs Museum, geführten Fahrten zu anderen Museen und nicht zuletzt regelmäßige Treffen, wirbt Jutta Tönnissen.

Beim Festakt reden Bürgermeisterin Sonja Northing, Freunde-Vorsitzender Wilfried Röth und Museumsdirektor Prof. Harald Kunde. Es folgt die Vorstellung der Publikation "Das Stammbuch der Grafen und Herzöge von Kleve".

Das Sommerfest zum Jubiläum des Vereins startet nach dem Festakt - dazu spielt das Gypsy-Trio La Manouche, es gibt erste Kostproben aus der Inszenierung "Klever Herzöge" vom Theater im Fluss, im Außenbereich haben Hanns-Bernd de Graaff und Christoph Kepser eine Lichtinstallation eingerichtet und es wird in Dauerschleife ein Rückblick auf 30 Jahre Freundeskreis und 20 Jahre Museum laufen. Im Museumscafé und auf der Dachterrasse läuft derweil Bar- und Tanzmusik.

Der Eintritt dazu ist frei, Speisen und Getränke werden an mehreren Büffets verkauft.

Quelle: RP
 
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