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Rp-Serie Unsere Seelsorger (38): Pastor Heinrich Willems
Der weltoffene Pater - von Japan nach Wissel

Kleve. Pfarrer Heinrich Willems wurde in Hartefeld bei Geldern geboren. Von 1966 bis 1986 wirkte er in dem Dünendorf. Es war seine letzte Station. Von Werner Stalder

KALKAR-WISSEL "Er war das Herz unserer Gemeinde", sagt Gerd Peters (76), der 30 Jahre dem Kirchenvorstand von St. Clemens in Wissel angehörte und davon 16 Jahre Pater Heinrich Willems SVD als Mitglied im Bauausschuss begleitete. Auch Ernst Klever (77), der den Ordensmann als Pfarrmitglied und geschäftlich als KFZ-Meister kannte, ist von dem bescheidenen und sozial engagierten Pastor beeindruckt. Pater Willems wirkte von 1966 bis zu seiner Pensionierung 1986 segensreich in Wissel. Seine treue Haushälterin war Theodora Schlösser.

Der Geistliche wurde 1911 in Hartefeld bei Geldern geboren. 1924 kam er als Untertertianer nach Steyl und besuchte dort das Missionsgymnasium. Nach dem Abitur begann er 1931 sein Noviziat in St. Augustin. 1933 war seine erste Profeß, gefolgt vom theologischen Studium. Seine Priesterweihe war 1938. Die Oberen bestimmten ihn für die Japanmission. Von 1939 an war er dort an verschiedenen Orten als Seelsorger tätig, bis er 1961 in die Heimat zurückkehrte. Nach verschiedenen Aushilfen kam er 1966 nach Wissel. Als er nach 20 Jahren das Dünendorf verließ, um den Seelsorgedienst in Sonsbeck-Hamb zu übernehmen, sagte er beim Umzug zu Gerd Peters: "Ich verlasse Wissel ganz, ganz ungern." Am 17. Dezember 1987 starb der treue Diener Gottes in Emmerich. Er ruht auf dem Klosterfriedhof in Steyl. "Die östliche Lebensweisheit, die ihm in Japan von 1939 bis 1961 vor allem in den schweren Jahres des Krieges und der Nachkriegszeit begegnete, war ein Stück seines Lebens", sagt Gerd Peters.

Als er 1966 als Pfarrverwalter und Seelsorger nach Wissel kam, setzte er sich weit über die Kirchenbelange hinaus für die Dorfgemeinschaft ein. "Pater Willems hatte durch seine Wärme und Menschennähe viele Freunde im Dorf", erinnert sich Ernst Klever, "in seiner 20-jährigen Amtszeit hat er vieles bewegt." Das Gotteshaus St. Clemens bedurfte zahlreicher Restaurierungen: 1968 der Südturm, 1972 der Nordturm und von 1973 bis 1979 wurde das komplette Außenmauerwerk aus Tuffstein restauriert und neu verfugt. RP-Redakteur Alois Puyn berichtete, dass 1972 im Turmknauf des Nordturmes eine alte Flaschenpost von 1897 gefunden wurde.

Unter Pater Willems wurde die Innen-Instandsetzung des Gotteshauses mit Gewölbe- und Putzausbesserungen, neuer Fensterverglasung, Restaurierung der Kirchenbänke, des Holzfußbodens und eines Innenanstrichs durchgeführt. 1967 erfolgte die Umwandlung des St.-Helena-Krankenhauses in ein Alten-und Pflegeheim. Der Neubau des Kindergartens "Dünennest" war 1970 und die Errichtung einer Altenstube und eines Jugendraumes im alten Amtsgebäude 1974. Zehn Jahre später, 1984, erfolgte der Neubau eines Gemeindezentrums mit Altenstube und Jugendraum.

"Der Wunsch von Pater Willems war es, den Erntedankgottesdienst am See unter freiem Himmel zu feiern" sagt Gerd Peters, und Ernst Klever ergänzt: "Er war kein Verwaltungsmensch, sondern durch und durch Seelsorger. Oft vergaß er, die Post zu öffnen." Die beiden wissen auch, dass der weltoffene Steyler Missionar in Wissel Mädchen als Messdienerinnen einführte. Jeweils am 1. Januar wurde der Kirchenvorstand zu einem kleinen Frühschoppen eingeladen, woran auch ein Freund des Pastors, Pater Dr. Remmel, teilnahm.

Quelle: RP
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