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Kleve
Die gesperrte Gruft legt Kleve lahm

Kleve. Die Bauarbeiten an der Kreuzung Gruftstraße haben gestern begonnen. Am Nachmittag waren alle Schleichwege und die Umleitung überlastet. Bittere Zeiten für Autofahrer in der Kreisstadt: Auswärtige sollen weiträumig umdenken. Von Matthias Grass

Irrungen und Wirrungen am Morgen auf der Gruft in Kleve. Denn die ist zu. Gesperrt. Die erste Schranke steht schon auf Höhe der Arntzstraße. Aber oben durch die Sträßchen der Stadt, über Arntz-, Weber-, Karlstraße in die Heldstraße, um doch noch von oben nach unten zu kommen? Dann lieber vorbei an dieser Sperrung (darf ich das?) und gleich in die Heldstraße. Keine gute Idee, denn die steht zu - von der Gruft bis zur Tiergartenstraße. Geradeaus kann man hier nicht mehr, verrät das typisch-blaue Sackgassen-Schild. Einige Autofahrer drehen, kehren um und suchen andere Wege.

Doch der Verkehr auf der Heldstraße läuft am Vormittag vergleichsweise geordnet ab, unten geht's nach rechts in die Tiergartenstraße. Am Kreisverkehr Hafenstraße drehen wieder verirrte Gäste der Stadt die Runde: Stadteinwärts ist die Hafenstraße mit einer rot-weißen Sperrbake versehen. Kein Schild weist den Weg. Für Ortskundige geht's durch die "Fußgängerzone" (das darf man) am Kaufhof vorbei von unten nach oben. Am Nachmittag zur Hauptverkehrszeit hat Kleve großstädtischen Verkehr: Alles steht still.

"Es kommen bittere Zeiten auf die Verkehrsteilnehmer in Kleve zu", sagt Jörg Boltersdorf, Sprecher der Stadt Kleve. Denn die Klever Hauptschlagader für den Verkehr ist abgebunden: Wer jetzt von der Oberstadt in die Unterstadt will, muss weite Wege in Kauf nehmen. Er muss erst einmal in die Gegenrichtung bis zur Kreuzung Nassauerallee/Albersallee am Krankenhaus, dann über den Klever Ring wieder zurück in die Stadt am Fuße der Burg. Und richtig flüssig geht das zu den Stoßzeiten auch nicht. Da steht auf dem Klever Ring der Verkehr und die Schleichwege sind dicht. Vor allem, weil sich hier auch viel zu große Lkw in viel zu schmale Straße verirrt haben.

"Wir wollen den Verkehr großräumig umleiten", sagt Georg Arntz von Straßen.NRW, Leiter der Baustelle Gruftkreuzung, die eine neue Straßendecke bekommt. Wer von auswärts in die Stadt komme, werde frühzeitig auf die Umleitungswege geschickt. Verkehrsteilnehmer aus Goch kommend sollten schon auf der Kreuzung Nassauerallee/Albersalle auf den Klever Ring einbiegen, wer aus der Oberstadt hinunter möchte, sollte auch diesen Weg wählen. Einen anderen gibt's nicht, denn die Schleichwege sind hoffnungslos verstopft.

Straßen.NRW hat Umleitungsschilder auf die Lindenallee und die Nassauerallee, die Triftstraße und die Hoffmannallee und die Ringstraße gestellt, informiert die aus den Niederlanden kommenden Fahrer ab Hammereisen, den Weg Richtung Landwehr zu suchen. Arntz hat den großräumigen Umleitungsplan mit den städtischen Ämtern abgestimmt. "Wir haben auch keine Möglichkeit gesehen, die Pläne von Straßen.NRW zu verbessern", sagt Boltersdorf. Die Gruft ist eben die Hauptschlagader für den Verkehr und einen Masterplan für eine andere Verkehrsführung gibt es nicht.

Erst ab 20. August kann man wieder auf kurzem Weg von oben nach unten kommen, ohne kilometerlange Umwege fahren zu müssen. Erst dann sind die Bauarbeiten abgeschlossen. Und jetzt läuft erst "Phase 1" der ganzen Maßnahme: Sperrung der Gruft in Richtung Unterstadt und der Tiergartenstraße stadtauswärts. Bis 9. Juli. Dann folgt die nächste Phase.

An Sperrschranken mit gelben Lampen, so Arntz, darf man übrigens tatsächlich vorbeifahren. Erst wenn rote Lampen darauf stehen, sei die Durchfahrt verboten.

Quelle: RP
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