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Kleve
Die Hochschule im Hafen

Der Bau der Hochschule Rhein-Waal - ein Millionenprojekt bis 2012
Der Bau der Hochschule Rhein-Waal - ein Millionenprojekt bis 2012 FOTO: Gottfried Evers
Das Klever City-Netzwerk (KCN) hatte in die Stadthalle zur Vorstellung der Hochschulpläne eingeladen. Neben Politik und Verwaltung waren auch viele Bürger gekommen, den Hamburger Planern zuzuhören. Von Matthias Grass

2012 hat die Hochschule am Standort Kleve 90 Professoren und dazu 2000 Studierende. 2012 wird sie in dieser Besetzung mit einem Schlag die neuen Räume der neuen Hochschul-Gebäude gut füllen. Nur wenig später wird in der Stadt mit rund 3000 Studenten und weiteren Professoren, dazu den anderen Hochschulangestellten und Mitarbeitern, jeder zehnte Klever an der Hochschule studieren oder beschäftigt sein.

Flexible Gebäude

So rasant die Schule wachsen will, so flexibel sollen auch die Gebäude sein, sagte Architekt Ekkehard Voss von nps-tchoban-voss- Architekten Hamburg, die den Wettbewerb zum Bau der Hochschule Rhein-Waal (HRW) gewonnen hatten. Zuvor hatten HRW-Vize-Präsident Dr. Martin Goch und Landrat Wolfgang Spreen einen Ausblick auf das Jahr gegeben, in dem die neuen Gebäude bezogen werden sollen. Voss war mit seinem Projektleiter Dierk Schafmeyer aufs Podium neben Spreen, Goch und Kleves Bürgermeister Theo Brauer gekommen, um den Klevern den Bau zu erklären. Eingeladen hatte das Klever City-Netzwerk (KCN), deren Vorsitzende Susanne Rexing den Abend vor mehr als 100 Gästen moderierte. Dabei auch die Klever Architekten Friedhelm Hülsmann und Christian Thieme, die an der Planung beteiligt sind.

Schafmeyer wagte mit den Gästen einen Blick nach vorn und wandelte durch die Bauten, die es bis jetzt nur animiert gibt. Sie werden sehr flexibel gestaltet sein: "Man wird ohne große Probleme später auch Wände versetzen, jedes Gebäude unterschiedlich einrichten und den Anforderungen anpassen können”, sagt der Architekt. Im Inneren werden ­ ganz technische Hochschule ­ die Installationen sichtbar sein. Es gibt Werkhallen neben Verwaltungsblocks und Laboren. Die Hülle der Bauten wird weißes Aluminium sein, dass die großzügigen Fensterbänder in unterschiedlicher Höhe sichtbar sein lässt. Die Fensterprofile heben sich von den Außenwänden durch dunkle Farben ab. Verbunden sind die Bauten durch 3,6 Meter breite Glasgänge, die Aufenthaltsort für die Studenten sind, wie sie die Möglichkeit bieten, in die verschiedenen Gärten zwischen den Fachbereichbauten zu kommen.

Hafen bleibt Hafen

Apropos Garten: Ein ganz besonderes Stück ist die jetzt schon dachlose Lagerhalle, in die Park und Versuchsbeete gesetzt werden. Auch der Außenbereich wird so gestaltet, dass er nicht nur die Studenten einlädt, eine Runde durch den Hafen zu wagen. Und noch eins, warf Kleves Wirtschaftsförderer Rudolf Röhrl in die Runde ein: Der Hafen bleibt auch Hafen ­ so wird Winkels Apparatebau dort weiterhin die Möglichkeit haben, große "Röhren” zu verladen.

Die Eckpunkte der quer zum Wasser stehenden Bauten sind der Dreiklang Speicher, Mensa und Forum. Im Forum machte Schafmeyer auf eine über alle Etagen reichende Freitreppe neugierig. Ebenso wie auf die Blicke aus dem Wissensspeicher und seine unterschiedlich in die Fassade geschnittenen Fenster. "Wir haben die Gebäude quer gestellt, damit man Durchblicke aufs Wasser wahrt”, sagt Voss.

Letztlich habe man mit dem straff geordneten Campus eine klare Ordnung ins Durcheinander der vielen Hafengebäude gebracht. Ein Terrain, das gerade auf der XOX-Seite noch Raum biete, um die Campusanlage im Sinn der ursprünglichen Planung zu erweitern. Wunschdenken war ­ auch aus dem Publikum ­ die Baumärkte ins Industriegebiet auszusiedeln und damit den Campus richtig zur Stadt zu öffnen. Dazu Brauer vielsagend: "Dazu sage ich erstmals nichts”.

 
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