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Kranenburg
Die Kreuzwallfahrt von Kranenburg

Kranenburg: Die Kreuzwallfahrt von Kranenburg
Blick auf die Wallfahrt in Kranenburg, die vom Friedhof zur Kirche führte. FOTO: Markus van Offern
Kranenburg. Festhochamt mit Kreuzsegen in der Stifts- und Wallfahrtskirche St. Peter und Paul mit zahlreichen Schützen und Fußpilgern von nah und fern. Pfarrer Christoph Scholten predigte über das aktuelle Thema "Ehe für alle". Von Werner Stalder

"Ich freue mich, dass Sie heute zur Wallfahrt zum Wundertätigen Heiligen Kreuz nach Kranenburg gekommen sind: Schützen und Fußpilger aus Kleve, Donsbrüggen, Nütterden und Wyler, Kranenburger und Pilger aus nah und fern. Ich begrüße auch das Vorbereitungsteam für unsere Glaubensmission "Missiones - Glauben leben", die während der Kreuzfestwoche im September stattfinden wird", sagte Pfarrer und Wallfahrtsrektor Christoph Scholten zur Eröffnung des Festhochamtes mit Kreuzsegen in der Stifts- und Wallfahrtskirche St. Peter und Paul in Kranenburg.

Zuvor waren die Pilger, diesmal über den Stüppkesmarkt, vom Friedhof zur Kirche gezogen. Pfarrer Scholten war Hauptzelebrant und Prediger, Konzelebrant war Father Matthias Mulumba Jjooga aus Nimwegen. Den Dienst des Diakons versah Günter Gendritzki, der auch das Matthäus-Evangelium (10,37-42) vortrug. In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte der Kranenburger Pfarrer das aktuelle Thema "Ehe für alle". "Der Deutsche Bundestag hat entschieden, die 'Ehe für alle' zu öffnen. Für die einen stellt dies einen Meilenstein dar, für mich ist es ein weiterer Bruch zwischen der gesellschaftlichen Auffassung der Ehe und der katholischen Ehelehre", betonte der Ortspfarrer. Er zitierte aus dem Eheprotokoll, wenn sich ein Brautpaar auf die kirchliche Hochzeit vorbereitet: "Der Ehebund, den beide Partner in freier Entscheidung miteinander eingehen, besteht nach Glaube und Lehre der Kirche wesentlich in der ausschließlichen und unauflöslichen Lebensgemeinschaft eines Mannes und einer Frau bis zum Tod. Eine Ehe ist ihrer Natur nach auf das Wohl der Gatten sowie auf die Zeugung und Erziehung von Nachkommenschaft hingeordnet." Das Eheverständnis habe sich in den letzten 200 Jahren nach und nach völlig verändert. Eine der weitreichendsten Folgen sei die Ehescheidung, die in den letzten Jahrzehnten vom Gesetzgeber immer einfacher gemacht wurde. Als 2001 die Niederlande als erster europäischer Staat die "Ehe für alle" eingeführt habe, sei daran in Deutschland noch lange nicht zu denken gewesen. Vielmehr wurde damals das Gesetz über die "eingetragene Lebenspartnerschaft" verabschiedet. 16 Jahre nach den Niederlanden habe nun also auch die Bundesrepublik Deutschland die "Ehe für alle" geöffnet. Ausführlich zitierte Pastor Scholten den Erzbischof von Berlin, Dr. Heiner Koch, der fast 20 Jahre Bundespräses der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften war. Als Vorsitzender der Kommission für Ehe und Familie der Deutschen Bischofskonferenz sagte er in einer Erklärung: "Es ist traurig, dass das Rechtsinstitut Ehe in das Räderwerk politischen Taktierens geraten ist. Das hat die Ehe nicht verdient." In den Fürbitten wurde unter anderem für die Politiker, die den G-20-Gipfel in Hamburg vorbereiten, aber auch "für die Eheleute, die in ihrer Ehe und Familie Zeugnis von Deiner Liebe und Treue geben", gebetet. Zur Kreuzverehrung wurde das dreifache "O Crux ave spes unica" (O Kreuz, du einziger Trost im Leid) gesungen. Das Segenskreuz enthält ein Partikel des Heiligen Kreuzes von Jerusalem. Nachdem Pfarrer Scholten die Kreuzreliquie mit Weihrauch inzensiert hatte, erteilte er den Gläubigen damit den feierlichen Segen.

Bei der Schützenwallfahrt in Kranenburg wurde ein Orden "30 Jahre Offizier" gefunden. Er kann bis zum 8. Juli unter telefonischer Anmeldung unter 02826 5375 abgeholt werden.

Quelle: RP
 
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