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Kleve
Die Luft wird dünn

Kleve. KLEVE (pej) Der Kreis muss den Landschaftsplan ändern. Eine hohe Hürde auf dem Weg zur Baugenehmigung für den Windpark im Reichswald. Aktuell steht keine Kreistagsfraktion den Plänen der Kranenburger positiv gegenüber.

Für die CDU-Fraktion sagt Paul Düllings: "Das ist ein sehr sensibles Thema und wird in unserer Fraktion kontrovers diskutiert. Windenergie passt nicht überall hin." Doch betont Düllings auch, dass man zunächst alle Unterlagen haben müsse, um eine abschließende Stellungnahme abgeben zu können.

Trotz der um Neutralität bemühten CDU hat diese im Kreisausschuss schon häufiger erklärt, dass Windkraft im Wald für sie nicht infrage komme.

SPD-Kreistagsfraktionschef Jürgen Franken gehört auch dem Kranenburger Rat an. Er hat die ersten Beschlüsse für die Errichtung des Windparks mitgetragen. Doch erntet er innerhalb seiner Fraktion auch keinen überschwänglichen Applaus, wenn er die Pläne aus seiner Heimatkommune vorträgt. Franken bewertet das Vorhaben nicht mehr uneingeschränkt positiv. "Das Ding ist längst nicht durch. Bürgermeister Steins betont immer, dass er wegen Fukushima die Anlagen bauen will. Dabei geht es ums Geld."

Wenig Interpretationsspielraum lässt die Aussage von Ute Sickelmann (Bündnis 90/die Grünen) zu. "Der Wald ist zu wertvoll und darf nicht zerstört werden. Ich bin eindeutig gegen die Vorrangzone an dieser Stelle." Die Bündnisgrüne kämpft für eine unberührte Natur und gegen die Änderung des Landschaftsplans.

Dr. Ralf Klapdor (FDP) sagt: "Wir gehen mit einer gewissen Skepsis an die Pläne heran." Der Liberale sortiert das Projekt in die Kategorie "problembehaftet" ein. "Es müssen schon einige gute Gründe dafür sprechen, damit wir dem zustimmen können", sagt Klapdor.

In der Urteilsfindung wesentlich weiter ist Tim Reuter von Die Linke/Piraten. "Wir haben uns in Kranenburg mit Befürwortern und Gegnern getroffen", sagt Reuter. Die finanziellen Interessen, die hinter den Plänen stehen, könne er verstehen, doch überwiegen für ihn eindeutig die negativen Auswirkungen.

"Wir sind generell gegen den Bau von Windkraftanlagen in Waldgebieten. Es macht keinen Sinn für die Gewinnung von regenerativen Energien Wald abzuholzen", erklärt Reuter.

Quelle: RP
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