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Kleve
Die Marke Meyer Potz

Kleve: Die Marke Meyer Potz
Gisela Meyer-Potz und ihr Sohn Michael Meyer in dem Klever Geschäft an der Großen Straße. Hier, wo die Erfolgsgeschichte des Unternehmers begann, ist ab heute Frühling. Zumindest wird in der Filiale bereits die Kollektion der nächsten Jahreszeit präsentiert. FOTO: Markus van Offern
Kleve. Die Erfolgsgeschichte begann vor knapp 50 Jahren. Gisela Meyer-Potz eröffnete in Kleve ein exklusives Modegeschäft. Sohn Michael Meyer entwickelte daraus ein in der nationalen Branche bedeutendes Unternehmen. In seinen aktuell 18 Häusern zwischen Sylt und München bietet er Luxusmode von renommierten Designern an. Von Peter Janssen

Er sieht schon so aus, als ob er sich mit Mode auskennt. Doch auskennen allein trifft es nicht. Michael Meyer (38) macht mit Mode Geschäfte. Und dies extrem erfolgreich. Mittlerweile besitzt der Klever 18 Stores, wie Läden heutzutage genannt werden. In Düsseldorf auf der Königsallee, der Maximilianstraße in München oder dem Berliner Kurfürstendamm - die Lage seiner Häuser passt zum Angebot. Bei ihm geht es nicht um Mengen, sondern um Marken. Ob Prada, Gucci, Marc Cain, Moncler oder die Kreationen des als Kaschmir-König gefeierten italienischen Designers Brunello Cucinelli - was in Meyers Geschäften hängt, ist edel, teuer und befriedigt Sehnsüchte von Frauen. Mit Luxus- und Ware aus dem oberen Preissegment hat sich der 38-Jährige einen exzellenten Namen in der Szene erarbeitet. Sein Unternehmen wird dort in die Kategorie "renommiert" einsortiert. Bei ihm bekommt man vieles, nur nichts von der Stange. Die Entwicklungskurve des Hauses kennt seit Jahren nur eine Richtung: von links unten nach rechts oben. Dennoch ist der berufliche Erfolg, den der Mann zweifellos hat, in Kleve eher unbemerkt geblieben.

Der Einstieg von Michael Meyer in die Modebranche war kein Zufall. Die Grundlage dafür wurde vor seiner Geburt gelegt. Die Geschichte beginnt in einem zunächst recht überschaubaren Geschäft an der Großen Straße in der Klever Innenstadt. Es wurde in den 1960er Jahren eröffnet. Eine Zeit, in der nicht wenige Deutsche noch andere Sorgen hatten, als sich um erlesene Mode zu kümmern.

Es ist Gisela Meyer-Potz, die hier hochwertige Damenbekleidung anbietet. Sie hatte erkannt, welche Ware in Kleve fehlt. Dass die Entscheidung nicht die schlechteste war, zeigt sich auch knapp 50 Jahre später noch. Ihr Gespür für Modetrends sorgt dafür, dass sich ihr Geschäft prächtig entwickelte. Das Konzept, Qualität mit dem dazugehörigen Preis anzubieten, schlägt sich bei Umsatz wie auch der Geschäftsfläche nieder. Beides wächst, das Innere des Hauses zuletzt vor zehn Jahren in Richtung Stickestraße. Das Süßwarengeschäft Hussel hatte sich dort verabschiedet.

Früh interessiert sich Michael Meyer für das Metier seiner Mutter und verbringt seine Freizeit im Laden. "Es stand früh fest, was ich später machen werde. Ich bin mit Mode aufgewachsen", sagt der 38-Jährige. Nach dem Abitur, das er am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium ablegt, studiert er Textilbetriebswirtschaft an der LDT Nagold, einer Akademie für Mode-Management. Mit 24 Jahren macht er sich selbstständig. Während Deutsche im Zweifel die Sicherheit wählen, also eher die Langeweile, entschied sich der Klever für das Abenteuer.

In Hamm eröffnet er sein erstes Geschäft. Die Zahl der Stores steigt, die der Mitarbeiter ebenso auf mittlerweile 119. Allein das Geschäftsmodell bleibt: Verkauf von Luxusmode. Die Frage nach dem Grund für seinen Erfolg kann er nicht in einem Satz beantworten. Von Bedeutung ist jedoch: "Man muss für jeden Standort das richtige Angebot finden", erklärt der Betriebswirt. So sei es etwa unsinnig, in einer Stadt wie Kleve ein Geschäft zu eröffnen, das nur eine Premiummarke wie Brunello Cucinelli führt. In sechs Filialen bietet der Mode-Experte die Kreationen des Italieners an, fünf davon in Städten mit mehr als einer halben Million Einwohnern. Wer mit dem Gedanken spielt, einen Cucinelli-Pullover zu erwerben, sollte etwa 2000 Euro einplanen.

Zu dem Unternehmen von Michael Meyer gehören 18 Häuser und er ist ständig auf der Suche nach neuen, ertragreichen Standorten. Einer zieht ihn dabei besonders an: Sylt, das St. Tropez des Nordens.Wen auf der Nordseeinsel der Wunsch nach gehobener Mode überkommt, der hat Schwierigkeiten, an den Geschäften von Meyer vorbeizukommen. Derzeit betreibt er dort acht Läden, Nummer neun und zehn werden im Dezember eröffnet. "Sylt macht Spaß", sagt der 38-Jährige und meint damit, dass sein Engagement auf der Insel ein lohnenswertes ist. Auch in Amsterdam ist er Geschäftsführer eines exklusiven Hauses.

Bereits jetzt hängt in seinen Läden neue Ware, die mehr an Frühling denn an Frost erinnert. "Wir beginnen die Saison früh und wollen ständig aktuelle und neue Ware anbieten. Sonst könnten wir gleich mit Antiquitäten handeln", erklärt Meyer eines seiner Geschäftsprinzipien. So wird heute in dem Klever Store die Frühlingskollektion präsentiert.

Die Frage nach dem Umsatz, den er mit dem Verkauf von hochwertiger Bekleidung erzielt, umgeht er dezent. Er dürfte für eine auskömmliche Finanzsituation sorgen.

Durch den Verkauf von Premium-Mode ist er regelmäßig von reichlich Prominenz umgeben, was dazu verleiten könnte, an Bodenhaftung einzubüßen. "Ich komme immer gern nach Kleve zu meiner Mutter. Hier wird man auch ein Stück weit wieder runter geholt. Es ist wichtig, dass man nicht vergisst, wo man herkommt", betont Michael Meyer. Wenn er das sagt, wirkt er ebenso aufgeräumt, wie sich auch das Innere seiner Geschäfte präsentiert.

Quelle: RP
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