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Kleve
Die meisten Einbrüche sind vermeidbar

Kleve: Die meisten Einbrüche sind vermeidbar
Peter Baumgarten bei seinem engagierten Vortrag zum Schutz vor Einbrechern vor der Mitglieder-Akademie der Volksbank Kleverland. FOTO: Markus van Offern
Kleve. Die Mitglieder-Akademie der Volksbank Kleverland ging in die zweite Runde: Peter Baumgarten, technischer Berater und Experte der Kreispolizeibehörde Kleve, hielt einen eindringlichen Vortrag zum Thema Einbruchschutz. Von Jens Helmus

Als Polizeibeamter hat Peter Baumgarten schon viele Einbrüche aufgenommen. Der technische Berater der Klever Kreispolizeibehörde kennt die Verunsicherung, die oft bei Geschädigten haften bleibt: "Vor mir standen schon viele Menschen mit angstverzerrtem Gesicht, die nach einem Einbruch nicht wussten, was sie richtig oder falsch gemacht haben", so Baumgarten.

Im Rahmen der Mitglieder-Akademie der Volksbank Kleverland hielt der Einbruchschutz-Experte einen Vortrag im Kundenzentrum am Minoritenplatz. Zwar stellte der Referent fest, dass die Zahl der Einbrüche gestiegen sei - trotz begründeter Bürgersorge wollte Baumgarten aber zunächst mit einigen Halbweisheiten aufräumen: "Sie brauchen keine Angst davor haben, auf einen Einbrecher zu treffen, denn dieser flieht in der Regel. Im Geschäft des Einbruchschutzes wird viel mit Angst gearbeitet, damit die Leute Dinge wie Schreckschusswaffen kaufen."

Wer sich vor Einbrechern schützen will, der investiert jedoch besser in einen geeigneten Einbruchschutz, als in Waffen zur Selbstverteidigung. Denn durch Verriegelungsschutz und verschließbare Griffe an Türen und Fenstern sowie einwurfsicheres Glas lassen sich 95 Prozent aller Einbrüche verhindern, wie Baumgarten erklärte. Schon ein angemessener Verriegelungsschutz, der verhindert, dass ein Einbrecher ein Fenster etwa mit einem Schraubenzieher oder einem Brecheisen aufhebeln kann, macht rund dreiviertel der Täter einen Strich durch die Rechnung.

Verschließbare Griffe an Fenstern und Türen sind deswegen notwendig, weil Täter manchmal von außen an den Griff gelangen wollen: In rund 10 Prozent aller Einbrüche wird ein Loch in ein Glaselement geschnitten, das die Öffnung von außen ermöglicht. Machen die Schutzmaßnahmen dem Einbrecher jedoch das Eindringen schwer, lässt er meist schnell vom Zielobjekt ab: "Er will nicht entdeckt werden und investiert in der Regel maximal drei Minuten, bevor er weiterzieht", so Baumgarten. Voraussetzung und unbedingt empfehlenswert sei, dass man die Eingänge auch tatsächlich bei jeder Abwesenheit verschließt.

Wer sein Heim nachrüsten will, der sollte auf die Bestimmungen der Norm DIN 18104 achten. "Die Auswahl der Nachrüstungsmaßnahmen sollte man einer geprüften Firma überlassen, die vorher eine Schwachstellenanalyse durchführt", erklärte Baumgarten und wies darauf hin, dass das Landeskriminalamt im Internet ein Adressenverzeichnis mit geprüften Firmen führt.

Neben mechanischen Maßnahmen sei aber auch eine gewisse Sensibilität für die Vorgehensweise von Einbrechern wichtig, erklärte der technische Berater: "Gehen sie nicht davon aus, dass bei ihnen ohnehin nichts zu holen ist. Sie dürfen dem Einbrecher erst gar keine Gelegenheit bieten", erklärte Baumgarten. So könne man durch die sogenannte "Anwesenheitssimulation" bereits viel bewirken, etwa indem man auch dann ein Licht brennen lässt, wenn man abends unterwegs ist. Volle Briefkästen und dauerhaft hinuntergelassene Jalousien im Urlaub seien hingegen geradezu eine Einladung für Eindringlinge - ebenso wie der klassisch-fahrlässige Schlüssel unter der Fußmatte: "Da kann ich nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen", so der Experte, der mit seinem fundierten Vortrag für eine gelungene Fortsetzung der Voba-Mitglieder-Akademie sorgte.

Quelle: RP
 
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