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Serie Unsere Schönsten Radtouren
Die Qual der Wahl beim Fahrradkauf

Kleve. City-, Mountain- oder Trekking-Bike: Bei der Vielzahl der Radtypen kann der Käufer schon mal die Übersicht verlieren. Zudem mischen E-Bikes den Markt auf. Die RP hilft mit Tipps von Experten, sich beim Kauf fürs richtige Rad zu entscheiden. Von Kilian Treß

Niederrhein Es war die falsche Wahl. Während die anderen immer noch mit ihren Rädern scheinbar mühelos über die Landstraßen gleiten, kämpfe ich seit Kilometern gegen die brennenden Schmerzen in den Oberschenkeln. Ich beiß' auf die Zähne, will durchhalten, Anschluss finden - doch entkräftet geb' ich kurz darauf doch auf.

Mir wird klar: Für solche Langstrecken nehme ich das nächste Mal lieber ein anderes Rad, nicht das klobige, alte aus dem Keller meiner Eltern. Aber welches? "Es gibt große Unterschiede", weiß auch Carlo Lörper, Geschäftsinhaber der Lörper Fahrrad GmbH.

Allein bei den Mountainbikes gibt es eine große Differenzierung. Für jeden Zweck ist eins dabei. "Es gibt 26-Zoll-, 27,5-Zoll- und 29-Zoll-Räder" sagt Lörper. "Und es gibt das Enduro-Bike, den Freerider, das All-Mountain-Bike oder auch das Marathon Bike", zählt er auf. Alle sind zwar in erster Linie für den Einsatz abseits von befestigten Straßen und Wegen gedacht. Aber das Marathonbike macht bei bis zu acht Kilogramm Gewicht (5000-Euro-Version) dem Rennrad große Konkurrenz. "Es ist extrem leicht, extrem sportlich. Damit fährt man nicht mehr durch Erdlöcher, sondern man bügelt einfach drüber", sagt Lörper. Die breiten Geländereifen weisen sogar verblüffend wenig Rollwiderstand auf der Geraden auf. Hohe Geschwindigkeiten zu erreichen, sind damit kein problem. "Und sie bieten in Kurven immens viel Aufliegefläche und Sicherheit", sagt Lörper. Die neueste Felgen- und Reifentechnik machen das möglich.

Rennräder sind zwar auch für den sportlichen bis extrem sportlichen Einsatz konstruiert - aber eben für die Langstrecke auf Verkehrsstraßen. Mit ihnen ist es möglich, hohe Geschwindigkeiten bei wenig Kraftaufwand zu erreichen, um somit lange Distanzen zu überbrücken. Die dünnen Reifen bieten sehr geringen Rollwiderstand, enge Kurven sollten aber mit Vorsicht gefahren werden. Um weiteres Gewicht zu sparen, ist ihre Ausstattung zusätzlich auf ein Minimum reduziert: Klingel, Ständer, Schutzbleche oder gar Gepäckträger sind an Rennrädern sehr selten. Im Normalfall wird sogar aus Gewichtsgründen auf die Beleuchtung verzichtet.

Das Trekking-Rad bietet daher die beste Alternative zum Rennrad. "Die Sitzposition ist ähnlich tief, auch der Rahmen eher leicht, und die Reifen dünn", sagt Lörper. Der Gepäckträger ermöglicht es, Taschen zu installieren, um Gepäck für mehrtägige Reisen mitzunehmen. Zudem ist eine Lichtanlage für Nachtfahrten verbaut.

Das Cityrad ist, wie der englische Begriff erahnen lässt, eher für die Stadt gedacht. "Eben für kurze Strecken", erklärt Jörg Schäfer, Geschäftsführer der Klever Fahrradprofis. Der Lenker sei im Vergleich zu anderen Rädern viel höher, der Sattel in der Regel viel breiter. Das ermögliche eine bequeme Sitzhaltung, die allerdings bei langen Fahrten übers Land ungeeignet ist. Durch die aufrechte Sitzhaltung erhöht der Körper den Luftwiderstand. Das raubt auf langen Fahrten viel Kraft.

Des Weiteren kommt ein City-Rad zumeist mit einer kleinen Gang-Schaltung aus. Eine Drei- bis Sechsgang-Nabenschaltung ist typisch für solche Modelle. Mit den etwa 20 Kilogramm schweren Rädern sind somit kleine Anstiege zu bewältigen, aber keine hohen Endgeschwindigkeiten zu erreichen.

Das gilt auch für das sogenannte Hollandrad, der "Evergreen" unter den Zweirädern. Es ist im Prinzip der Vorgänger des City-Bikes. Seine traditionelle niederländische Bauweise macht es aber mit etwa 25 Kilogramm deutlich schwerer als die modernen Nachfolger. Aber es ist zeitlos schön. "Das Hollandrad liegt vor allem bei Jugendlichen aus nostalgischen Gründen im Trend", sagt Jörg Schäfer. Die Hollandräder, einst ab 1869 gebaut, gelten zudem als hochwertig, robust und somit als extrem wartungsarm.

Auch als hochwertig gelten die Elektro-Fahrräder - kurz E-Bikes oder auch Pedelec (Pedal Electric Cycle) genannt. Mit Hilfe eines elektrischen Motors wird der Radfahrer bei bedarf beim Treten unterstützt. Der Vorteil ist enorm. "Es ist das beste Verkehrsmittel als Ersatz zum Auto ", sagt Schäfer. Auch Mountainbikes und Rennräder werden bereits mit Elektromotoren ausgestattet. "Die E-Bikes sind in der Gesellschaft nicht nur bei Älteren völlig akzeptiert", erklärt Schäfer. Einziges Manko: Der Kaufpreis beginnt bei stolzen 2000 Euro.

Quelle: RP
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