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Die Weichen müssen in der Region gestellt werden

Kleve. Um das Problem zu erkennen, muss man keine Zahlenkolonnen wälzen. Noch vor zehn Jahren gab es in Kleve fünf Kinderärzte - heute beträgt deren Anzahl (statistisch) 2,5. Die kleinen Patienten sind dabei, trotz demografischen Wandels, nicht weniger geworden. Da liegt es auf der Hand, dass es kaum zeitnahe Termine beim Kinderarzt gibt.

Auch die Wartezimmer der Allgemeinärzte sind stets voll. Kein Wunder! Es gibt auf dem Land immer weniger Hausärzte. Der Hauptgrund: Es fehlen junge Ärzte, die sich für das gleiche Geld weitaus mehr Stress als ihre Kollegen in der Stadt antun wollen.

Was kann man tun, um dieses Problem zu lösen? Warten, bis Politik und Kassenärztliche Vereinigung ihre Bedarfsplanung anpassen? Das kann dauern! Darauf hoffen, dass die Budgets und Höchstfallzahlen der Landärzte steigen? Ein frommer Wunsch!

Die Weichen müssen in der Region selbst gestellt werden. Medizinische Versorgungszentren (MVZs) sind vielversprechend, um Ärzte-nachwuchs aufs Land zu holen. Allerdings: Für Privatinvestoren ist das Risiko, dass die Rendite nicht hoch genug ausfällt oder ganz ausbleibt, hoch. Als Träger empfiehlt sich die öffentliche Hand, etwa der Kreis Kleve. Das müsste dann der Landrat vorantreiben. Eine gute Alternative: Die Trägergesellschaft Katholisches Karl-Leisner-Klinikum - der größte Arbeitgeber im Kreis Kleve. Sie war bei der Zukunftswerkstatt - aus Zeitgründen, so hieß es - nicht vertreten. Schade.

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Quelle: RP
 
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