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Kleve
Die Zukunft der Klever Gartenanlagen

Kleve. Mitglieder des Klevischen Vereins für Kultur und Geschichte übergaben eine Studie an die neue Bürgermeisterin Sonja Northing. Das Werk beinhaltet unter anderem mögliche Entwicklungsszenarien für historischen Teil des Parks. Von Maria van de Sand

Seit Jahrhunderten überregional bekannt - die Schönheit der Klever Garten- und Parkanlagen. Eine bedeutende Maßnahme, die bereits seit den 1970er Jahren zur Förderung dieses europäischen Kulturguts durchgeführt wird, stellt die Rekonstruktion des "Neuen Tiergartens" dar. Für den Bereich "Alter Tiergarten / Galleien" kündigt sich nun das nächste große Klever Kultur-Projekt an.

Mit einer 44 Seiten umfassenden Studie, die der Klevische Verein für Kultur und Geschichte in Auftrag gegeben hatte, liegen eine Bestandsaufnahme und mögliche Entwicklungsszenarien für den älteren Teil der historischen Parkanlagen vor, die der brandenburgische Statthalter Johann Moritz von Nassau-Siegen geplant hatte.

Die neue Klever Bürgermeisterin Sonja Northing nahm das Werk in Empfang. "Ich werde es an die Verwaltungsmitarbeiter der Stadt und die Ratsmitglieder weiterleiten. Es ist eine sehr wichtige Studie. Ich selbst nutze als Klever Bürgerin immer wieder gerne die Parkanlagen", sagte Northing und bedankte sich bei den Beteiligten für das unermüdliche Engagement sowie die Finanzierung der Arbeit.

Wesentliche Bestandteile des in dem Parkpflegewerk enthaltenen Maßnahmenkatalogs sind die Wiederherstellung des "Sternbusch-Urplatzes" im Alten Park mit Verbesserung der klassischen Grundstrukturen sowie die Wiederbelebung der historischen Sichtbezüge von den Höhen des Moritzparks bis zum Papenberg. Weiterhin möchte der Arbeitskreis Kermisdahl-Wetering des Klevischen Vereins die ehemalige Alleenstruktur von der Nassauer Allee auf die Landmarke "Kiek in de Pot" wieder herstellen.

Zur möglichen Finanzierung der vorgestellten Maßnahmen machten die Projektbeteiligten noch keine konkreten Angaben. Voraussichtlich käme auf die Stadt Kleve ein geringerer Anteil der Kosten zu, hieß es bei der Übergabe der Studie an die Bürgermeisterin. Das Freischneiden der Sichtachsen fällt bei der Umsetzung in die Zuständigkeit des Kreises. "Wir müssen räumlich denken. Die Parkanlagen sind ein Stück Niederrhein", sagte Thomas Velten vom Klevischen Verein. Erarbeitet hatte die Studie Landschaftsarchitekt Achim Röthig in enger Zusammenarbeit mit Petra Engelen vom LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland. Er knüpft damit an die Arbeit der Wuppertaler Architekten Gustav Wörner und seiner in diesem Jahr verstorbenen Frau, Rose Wörner, an. Bereits in jungen Jahren hatte er in deren Planungsbüro die Ausführungen zum "neuen Tiergarten" verfolgen können. Weiter unterstützten ihn Gartenhistoriker Wilhelm Diedenhoven und Bert Thissen, Stadtarchivar, bei der Erstellung des Parkpflegewerks. So liegt nun eine fachlich abgesicherte detaillierte Dokumentation der historischen Residenzparkflächen vor. Diesen Lagescan bezeichnete Gerlinde Semrau-Lensing vom Arbeitskreis Kermisdahl-Wetering als "fantastisch".

Die Studie wurde zu 50 Prozent aus Mitteln der Euregio Rhein-Waal finanziert. Mit 5000 Euro beteiligte sich die Stadt Kleve. Weitere 2000 Euro brachte der klevische Verein mithilfe von Spenden auf.

Quelle: RP
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