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Kalkar/Weeze
"DJs sind die neuen Rockstars"

Kalkar/Weeze: "DJs sind die neuen Rockstars"
Elektronische Musik vom Niederrhein: Nico Rush. FOTO: Nils Egenberger
Kalkar/Weeze. Nico Dorp, Partygängern wohl besser bekannt als Nico Rush, etabliert sich mehr und mehr in der DJ-Szene. Zuletzt trat er beim Parookaville und im Kölner Bootshaus auf. Fest verankert ist er aber in seiner niederrheinischen Heimat. Von Maximilian Krone

Gerade einmal 26 Jahre ist Nico Dorp jung und blickt doch schon auf zehn Jahre Berufserfahrung zurück. Der Kalkarer ist DJ und hat es zuletzt sogar zu einem Auftritt beim Parookaville gebracht. Einer von vielen Auftritten, die Nico Rush, so lautet Dorps Künstlername, in diesem Jahr bereits absolviert hat. Dass er es einmal auf eine so große Bühne schafft, hätte er zu Beginn seiner Karriere aber nicht gedacht. "Früher dachte ich, wenn ich ein paar Auftritte im Jahr hätte, wäre das schon super", sagt er. Doch die Zeiten hätten sich geändert. "DJs sind die neuen Rockstars. Früher wollte jeder Gitarre spielen können, heute träumen viele davon, als DJ zu arbeiten", sagt der 26-Jährige.

Diesen Traum hatte auch Nico Dorp, als er mit neun Jahren vor dem Fernseher saß und den Musiksender Viva schaute. "Damit hat eigentlich alles angefangen. Ich fand elektronische Musik schon damals toll und dann ging alles recht schnell." Erstes Equipment wurde nach und nach gekauft, es gab die ersten Buchungen - im kleinen Rahmen, auf Feiern oder Geburtstagen von Freunden und Verwandten. Als Jugendlicher folgten dann die ersten Gigs, so heißen die Auftritte der DJs, in Clubs der Region. Während seine Freunde feiern gingen, sei Nico Dorp arbeiten gegangen. "Das war schon ziemlich cool, die meisten wussten ja, dass ich als DJ arbeite", sagt er.

Während es heute Anleitungen im Internet gibt, was man machen muss, um als DJ zu arbeiten, habe sich Dorp den Großteil seiner Fähigkeiten selbst angeeignet. "Es gab damals keinen DJ-Baukasten, ich habe viel ausprobiert und ältere DJs haben mir Tipps gegeben", sagt er. Mit 16 sei er schon relativ fit gewesen, sagt er. So fit, dass irgendwann auch Veranstalter auf ihn aufmerksam wurden, die nicht aus der Region kamen. "Ich habe auf Festivals wie Ruhr in Love und Nature One gespielt", sagt er. Im April folgte für ihn dann der persönliche Höhepunkt seiner Karriere - ein Auftritt im berühmten Bootshaus in Köln. "Ich habe zuvor schon oft vor vielen Menschen gespielt, aber in einem der Top-Clubs weltweit auftreten zu dürfen, war schon etwas ganz besonderes. Entsprechend nervös war ich dann auch", sagt Nico Dorp.

Sein Stil, eine Mischung aus Electro- und Base-House gepaart mit Dubstep kam offenbar so gut an, dass er auch wieder zum diesjährigen Parookaville eingeladen wurde. Und das bereits zum zweiten Mal. "Im vergangenen Jahr durfte ich auf einer kleinen Bühne spielen, nun schon auf einer etwas größeren", sagt er. Für ihn vermittele das Festival immer ein Gefühl des Nach-Hause-Kommens. Schließlich pflegt der Kalkarer zu seiner niederrheinischen Heimat eine ganz besondere Verbindung. Dort hat er die meisten Auftritte, seinen Lebensmittelpunkt und auch ein eigenes Studio, in dem er neue Sets ausprobiert. Im Herbst, so hofft er, kann Nico Dorp die ersten Arbeitsproben an Musiklabels schicken - im besten Fall winkt ein Vertrag. Denn leben kann der 26-Jährige von seinen Auftritten noch nicht. Zu hoch sind die Kosten für das Equipment, Miete und was sonst so anfällt. "Was man nicht vergessen darf, ich bin ein Ein-Mann-Betrieb. Hinter dem ein- oder zweistündigen Auftritt stehen viele Stunden, die ich mit Werbung, Buchungsanfragen und im Studio verbringe", sagt er.

Daher arbeitet er hauptberuflich als Mediengestalter in einem Düsseldorfer Unternehmen. Ob das in Zukunft auch noch so seien wird? Er wisse es nicht. "Natürlich hoffe ich, irgendwann mal auf den ganz großen Bühnen spielen zu können, aber das hängt auch von der allgemeinen Entwicklung im Musikgeschäft ab", sagt Nico Dorp. Und so wird das Kalkarer Nachwuchstalent auch weiterhin hauptsächlich am Niederrhein unterwegs - zumindest vorerst.

Quelle: RP
 
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