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Kleve/Kranenburg/Groesbeek
Draisine vor Insolvenz bewahren

Kleve/Kranenburg/Groesbeek: Draisine vor Insolvenz bewahren
Solch gesellige Fahrten mit der Draisine könnten bald wegen der finanziellen Schieflage der Gesellschaft der Vergangenheit angehören. Wegen der Verluste droht die Insolvenz. FOTO: Draisine
Kleve/Kranenburg/Groesbeek. Die Stadt Kleve sowie die Gemeinden Kranenburg und Groesbeek sollen jeweils 30.000 Euro zahlen, um die drohende Zahlungsunfähigkeit der Grenzland-Draisine zu verhindern. 2014 mehr als 30.000 Euro Verlust eingefahren. Von Peter Janssen

Die Freude am "Spaß auf der Schiene" vergeht langsam: Die Grenzland-Draisine hat im vergangenen Jahr ein Minus von 30.133,67 Euro eingefahren. Seit 2009 beträgt der Gesamtverlust mittlerweile 90.133,67 Euro. Das "Erlebnis der besonderen Art", wie es auf der Homepage der GmbH heißt, ist finanziell in eine bedrohliche Schieflage geraten und muss jetzt durch die Aufstockung der Kapitalrücklage vor der drohenden Insolvenz gerettet werden.

Gründe für das negative Ergebnis sind Vandalismusschäden und, so Stimmen aus der Kranenburger Politik, eine verfehlte Personalpolitik. So seien zeitgleich etwa neun Monate zwei Betriebsleiter beschäftigt gewesen. Zudem soll die neue Chefin eine Mitarbeiterin aus ihrer Bekanntschaft eingestellt haben. Auch mussten in den vergangenen drei Jahren 108.000 Euro für die Behebung von Schäden an Draisinen und Strecke aufgebracht werden.

Seit 2008 fahren auf der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Kleve und Groesbeek Draisinen. Lagen die Fahrgastzahlen in Spitzenzeiten bei über 40.000, so sind diese mittlerweile auf 28.000 gesunken.

Jeweils 30.000 Euro sollen die an dem Fahrspaß beteiligten Kommunen Kleve, Kranenburg und Groesbeek überweisen, um damit die Verluste auszugleichen. Der Rat der Stadt Kleve hat dem ebenso zugestimmt wie der Kranenburger. Völlig anders stellt sich die Situation in Groesbeek dar. Die Niederländer wollen zunächst genau wissen, wie das Minus zustande gekommen ist. "Bevor wir hier irgendeine Entscheidung treffen, müssen einige offene Fragen beantwortet werden", sagte eine Gemeindesprecherin. Zudem wundere man sich über die Quotenregelung, nach der Groesbeek ein Drittel zahlen solle, führte die Sprecherin aus. Die Überlegung der Groesbeeker Verwaltung sieht so aus: Kranenburg und Groesbeek sollten 20 Prozent tragen und Kleve, als die größerer Stadt, 60 Prozent. In der niederländischen Grenzgemeinde wird frühestens im Dezember eine Entscheidung über den Zuschuss fallen.

In Kranenburg wurde die außerplanmäßige Aufwendung keinesfalls locker durchgewunken. Heftige Vorwürfe gab es in Richtung der Geschäftsführung der Gesellschaft. Der Vorsitzende des Kranenburger SPD-Ortsvereins und Fraktionschef im Kreis, Jürgen Franken, sagte: "Die Gesellschaft hat einen Geschäftsführer, und der hat die Geschäfte zu führen. Angesichts der aktuellen finanziellen Situation muss man die Frage stellen, ob er damit überfordert ist?" Geführt wird die Draisinen GmbH vom Klever Kämmerer Willibrord Haas.

"Hier sind die Personalkosten völlig aus dem Ruder gelaufen. Wir können dem Beschlussvorschlag nur mit Bauchschmerzen mittragen und fordern, dass man sich zumindest nach einem neuen Mann für die Führung der GmbH umsieht", sagte Jürgen Franken. Kranenburgs Bürgermeister Günter Steins, der im Aufsichtsrat sitzt, merkte dazu lediglich an: "Ich nehme das zur Kenntnis."

Die finanziellen Planungen bei der Eröffnung der Grenzland-Draisine liefen in eine völlig andere Richtung. Doch hat man sich hier derb verschätzt. Das heere Ziel war, Überschüsse zu erzielen. Mit dem Geld war geplant, einen Fahrradweg neben der Strecke zu bauen.

Die Grenzland-Draisine ist ein Patient, den man nicht im Schnellverfahren heilen kann. Günter Steins machte Vorschläge, wie man zumindest eine schwarze Null in der erzielen könnte. So müsse man die Attraktivität der Draisine steigern und das Produkt aufwerten. Ein Vorschlag des Kranenburger Bürgermeisters war, mittels Solarenergie Draisinen anzutreiben, etwa wie beim E-Bike.

Quelle: RP
 
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