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Kleve
DRK: Wir werden um jeden Kleidersack in Kleve kämpfen

Kleve. DRK und KAB befürchten wegen der städtischen Sammlungen geringere Erlöse aus ihren Aktionen für caritative Zwecke. Von Dieter Dormann

Ende November war bekannt geworden, dass die Umweltbetriebe der Stadt Kleve (USK) 2013 in den derzeit boomenden Markt der Altkleider-Verwertung einsteigen. Damals mochte sich Franz Lück, Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das ausgediente Kleidung für caritative Zwecke sammelt, noch nicht zu den Absichten der Stadt äußern. Erst wolle er dazu ein Gespräch mit der Verwaltung führen. Dies ist inzwischen geschehen. Ein "offenes Gespräch" mit USK-Geschäftsführer Rolf Janssen sei es gewesen, meint der DRK-Kreisgeschäftsführer. "Einig" sei man sich im gemeinsamen Kampf gegen gewerbliche Altkleidersammlungen, bei denen niemand wisse, was mit dem Erlös geschehe. Doch damit endet die gemeinsame Sicht der Dinge zwischen Stadt und DRK.

"Es gibt keine Notwendigkeit, dass Städte und Gemeinden im Bereich der Altkleidersammlungen tätig werden", meint Franz Lück und zitiert damit die Position des DRK-Präsidenten Rudolf Seiters, die dieser Mitte Juli in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" bezogen hatte.

USK-Geschäftsführer Rolf Janssen hatte den Einstieg ins Altkleider-Verwertungsgeschäft nicht nur damit begründet, dass Kleve illegalen Sammlern einen Riegel vorschieben, sondern auch damit, dass man dank der Einnahmen die Gebühren niedrig halten und den Bürgern einen mehr Service bieten wolle.

"Nicht nachvollziehbar" ist dies für den DRK-Kreisgeschäftsführer in Anbetracht des Aufwandes, den die Stadt für die Sammlung von Altkleidern betreiben müsse. "Was für eine Rechnung da gemacht worden ist, weiß ich nicht", meint Franz Lück. Auch Gerd Minarek, Regionalsekretär der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) in den Kreisen Kleve und Wesel, hat seine Zweifel. Derzeit sei der Preis für Altkleider mit etwa 30 Cent pro Kilo zwar sehr hoch. "Doch was passiert, wenn der Preis – wie vor einigen Jahren schon – auf zehn Cent fällt", fragt Gerd Minarek.

Einbußen durch die Konkurrenz der Stadt auf dem Altkleider-Marktbefürchten jedenfalls sowohl der DRK-Kreisgeschäftsführer als auch der KAB-Regionalsekretär. "Das wird uns treffen", sagt Franz Lück. Möglicherweise sei – wenn weniger Kleidung gespendet und verkauft werde –, aufgrund des Einnahmeverlustes manche soziale Leistung vom DRK nicht mehr zu erbringen. Der DRK-Geschäftsführer versichert aber: "Wir werden um jeden Kleidersack in Kleve kämpfen."

Nicht leicht gemacht haben einige Kommunen dem DRK im Kreis die Altkleidersammlung bereits in der Vergangenheit. Nachdem das DRK aus Personalmangel seit längerem mehr auf Container- statt auf Straßensammlungen setzen muss, fragte es bei Städten und Gemeinden nach Container-Stellplätzen . "Manche haben nicht mal geantwortet", klagt Franz Lück.

Quelle: RP
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