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Kleve
Ein Bahnhof mit Geschichte
Kleve: Ein Bahnhof mit Geschichte
Willy Leygraaf ist ehemaliger Fahrdienstleiter. FOTO: RPO
Kleve. 1865 wurde der Reiseverkehr auf der Strecke nach Nimwegen eröffnet. Seit Juni 1991 ist der Klever Bahnhof ein Sackbahnhof. Auf der alten Bahntrasse kann man nun über Kranenburg bis Groesbeek mit einer Draisine radeln. Von Werner Stalder

Die RP besuchte das Stellwerk im Bahnhof Kleve und warf mit Unterstützung von Fahrdienstleiter Burkhard Janßen und Exfahrdienstleiter Willy Leygraaf einen Blick in die Geschichte des Bahnhofs. Der Reisezugverkehr auf der international bekannten Strecke nach Nimwegen, eröffnet 1865, wurde eingestellt, denn ab dem 2. Juni 1991 wurde der Bahnhof Kleve nach 126 Jahren wieder zum Sackbahnhof, da es keine durchfahrenden Züge mehr gab.

Riesiger Zuspruch

Am 27. April 2008 wurde diese Strecke als Draisinenstrecke eröffnet und fand einen riesigen Zuspruch. Auf der alten Bahntrasse kann man nun über Kranenburg bis Groesbeek mit einer Draisine radeln. Am 15. August 1904 wurde die letzte Anbindung zum Bahnhof Kleve eröffnet. Es war die Strecke Kleve-Kalkar-Xanten-Moers. Hier begann man mit sechs Zügen in jeder Richtung. Bekannt wurde diese Eisenbahnlinie auch als "krumme Strecke", da die Züge beim Verlassen des Klever Bahnhofs nach links abbogen.

Auch diese Strecke wurde von der Stilllegung nicht verschont. So endete der Reisezugverkehr am 29. Dezember 1989. Somit blieb nur noch die heutige Verbindung Kleve-Krefeld erhalten. Alles, was in vielen Jahrzehnten im Bahnhof Kleve errichtet worden war, wurde dem Erdboden gleichgemacht oder als Abteilung geschlossen. Die beiden Fahrdienstleiter erinnerten im Stellwerk an die Güterabfertigung, die Gepäck- und Expressgutabfertigung, die Drehscheibe mit dem Lokschuppen, das Betriebswagenwerk, wo die Reisezugwagen gereinigt wurden, an das Bahnmeistereigebäude mit dem Rottenaufenthaltsraum, wo man für den Gleisbau zuständig war, an die Elektrowerkstatt, den Anstreicherraum und die Schreinerei. "Dann gab es den Rangieraufenthaltsraum, den Signaltechnikerraum, den Aufenthaltsraum für Zugbegleiter und das Magazin, wo Gebrauchsgegenstände gelagert waren", blickt Willy Leygraaf zurück. Zum Bahnhof Kleve gehörten ein Zeitschriftenhandelsgeschäft und eine Fahrkartenausgabe, die heute in private Hand übergegangen ist. Sogar eine Bahnhofskantine war vorhanden. Darüber befand sich das Bahnhofsbüro und das Betriebsamt mit vielen Sachbearbeitern und einem Bahnhofsvorsteher, den man nur kurz "Chef" nannte. Der Personalbestand war 1960 mit 386 Mitarbeitern am höchsten.

Moderne Zeiten

Die letzte Erneuerung war vor 34 Jahren, als das neue Stellwerk nach dreijähriger Bauzeit am 11. November 1976 in Betrieb genommen wurde. Es ersetzte vier Stellwerke und gehörte zur damaligen Zeit als Drucktastenstellwerk zur modernsten Stellwerksausstattung in Deutschland. Noch zu erwähnen wäre, dass das Stellwerk nicht nur am 11.11.1976 in Betrieb genommen wurde, nein, es war auch genau um 11.11 Uhr. "Somit haben wir in Kleve ein Karnevalsstellwerk, was auf der ganzen Welt einmalig ist", lachen die beiden Fahrdienstleiter.

Quelle: RP
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