| 11.37 Uhr

Kleve-Rindern
Ein blühendes Geschäft

Kleve-Rindern. Blumen Selders trotzt der Wirtschaftskrise mit Ideen: Längst bieten sie viel mehr an, als nur Blumen und haben Sonderöffnungszeiten eingeführt. Der Laden profitiert davon, dass immer mehr Leute Urlaub auf Balkonien machen. Von Leslie Brook

Daniel Spange sucht nach einem schönen, leuchtenden Blumenstrauß für eine Bekannte. Innerhalb weniger Minuten wird er im Blumenladen Selders in Rindern fündig. "Ich komme immer hierher, wenn ich Blumen oder Grünpflanzen brauche. Hier hat auch schon meine Oma gekauft", sagt der junge Mann, der in der Nachbarschaft wohnt. Und auch diesmal verlässt er mit einem Strauß inklusive Glasvase zufrieden den Laden.

Die Sonderwünsche

Die Sonderwünsche ihrer Kunden versuchen Heinz und Angelika Selders zu erfüllen. "Blumen gibt es an jeder Ecke", weiß Heinz Selders. Deshalb müsse man sich von der Discounter-Konkurrenz abheben. Ob es die dekorierte Kutsche zum Goldhochzeitstag von Senior Hubert ist, gut gewachsene Fuchsienhochstämmchen für ein Ehepaar, oder Krategus-Pflanzen für holländische Gartenfreunde. "Wir sind kein Blumenmassenverkauf, sondern ein Dienstleister und haben den Beruf von der Pike auf gelernt", erklärt Inhaber Heinz Selders. Heute reiche es – zum Glück – nicht mehr, nur billige Blumen zu verkaufen, ist sich Selders sicher. "Die Leute wollen wieder mehr Qualität und Beratung", meint der 58-Jährige – und zwar auch in der Wirtschaftskrise oder gerade dann. "Wir profitieren eher davon", sagt seine Frau Angelika. Denn die Leute blieben öfter zuhause und verzichteten auf Urlaub. "Sie machen es sich im Garten schön. Das ist wesentlich billiger und die heimische Gastronomie und die Geschäfte haben auch was davon." Zusätzlich haben sie sich einiges einfallen lassen, Sonderöffnungszeiten und jede Menge Deko-Anreize. In der zweiten Generation führen die Selders den Laden an der Keekener Straße. Die Eltern von Angelika Selders haben nach dem Krieg 1945 mit Gemüsepflanzen begonnen. "Heute muss man zigtausend Produkte führen, damit es sich lohnt", erklärt Heinz Selders, der den Laden Anfang der 80er übernommen hat. Ein paar Beet- und Balkonpflanzen reichten nicht mehr aus.

Ihr Blumenladen ist der zweitälteste in Kleve, sagen seine Inhaber. Und obwohl er von den Innenstadt einige Kilometer entfernt liegt, hält er sich im kleinen Ort Rindern gut, mit Stammkunden, vielen Holländern aus dem Grenzland und Menschen, die vorbei radeln und dann hängen bleiben. "Vielen ist es wichtig, gut parken zu können und einen privaten Kontakt zu haben. Dann kommen die Kunden gerne wieder", sagt die 56-Jährige.

Selders haben sich auf Geranien im Sommer und Primeln im Herbst spezialisiert. "Die produzieren wir selbst." Im nur ein paar Meter entfernten Gewächshaus. "Es gibt in diesem kleinen Sektor nur noch wenige Betriebe, die sowohl produzieren, als auch verkaufen." Das bedeute viel Arbeit, "wir stehen jeden Tag von morgens bis abends parat". Dreimal pro Woche fährt Selders um fünf Uhr morgens zu Versteigerungen. "Solange wir gesundheitlich fit sind, trotzen wir jeder Krise. Wir werden nicht gleich umgepustet. So viel Substanz ist da."

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kleve-Rindern: Ein blühendes Geschäft


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.