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Kleve
Ein frühes Bild von Koekkoek

Kleve: Ein frühes Bild von Koekkoek
Ursula Geisselbrecht, künstlerische Leiterin B.C. Koekkoek-Haus, und Jutta Tönnissen vom Freundeskreis freuen sich über jede Spende für den Erwerb des jüngst entdeckten, frühen Koekkoeks "Landschaft bei Zeeland" (oben) der 1822 entstand. FOTO: Gossens B.C.-Koekkoek-Haus/markus van offern
Kleve. Freundeskreis plant Ankauf des Gemäldes von 1822 für das Klever Künstlerhaus. Von Matthias Grass

Eine Landschaft in Zeeland, rechts duckt sich eine Handvoll Häuser unter den Schutz der Kirche, die trutzig ihren Turm in den graublauen, aber freundlich-frühlingshaften Himmel streckt. Vor einem Bau mit ganz tief gezogenem, Reet gedeckten Dach werkeln Menschen am Fluss, der das Bild teilt. An seinem Ufer sitzt ein Mann und hält die Angel ins Wasser, ein paar schlanke Bäume spenden einer Gruppe Kühe Schatten, ein Hirte stützt sich auf seinen Stock. Eine kleine Idylle hat der Maler da auf das Bild gezaubert, die frischgrünen Blätter am Astwerk der Bäume scheinen im Licht zu flirren, der Fluss liegt träge in seinem Bett.

"Landschaft in Zeeland" titelt denn auch das 26 mal 34 Zentimeter große Bild. Es ist signiert links unten mit B. C. K.. Und dieses Kürzel steht für keinen Geringeren als Barend Cornelis Koekkoek. Mit 19 Jahren malte der spätere Malerfürst das Bild in frischen Farben auf die Leinwand. Es war das Jahr, als Koekkoek sich von seinem Lehrer Abraham Krayestein von der Zeichenschule Middelburg verabschiedete und nach Amsterdam auf die neu eröffnete Königliche Akademie der Bildenden Künste ging. Es ist ein ganz früher Koekkoek, den Ursula Geisselbrecht, künstlerische Leiterin des B. C. Koekkoek-Hauses, und Jutta Tönnissen, zweite Vorsitzende des Freundeskreises der Klever Museen, jetzt im Visier haben: als Ankauf für das B. C. Koekkoek-Haus in Kleve.

FOTO: van Offern Markus

"Öffentliche Gelder können wir für dieses aus niederländischem Privatbesitz stammende Bild nicht beantragen", sagt Geisselbrecht. Dennoch: "Es gehört ins Museum, zeigt es doch, wie sich der Zeichner Koekkoek aus Middelburg zum weltberühmten Maler der niederländischen Romantik entwickelt hat", fügt Tönnissen an. Weil es ein Bild ist, das die Entwicklung zeigt, das zeigt, wie früh schon der spätere Maler erkennbar war, ist es für das Haus überhaupt erschwinglich. Rund 17.000 Euro müssen die Freunde sammeln, um den Ankauf perfekt machen und das Bild ins Museum holen zu können, umgerechnet zehn Euro für jedes Mitglied des Freundeskreises. "Legt man die Summe so um, zeigt das doch auch, wie wichtig auch kleine Spenden für uns sind", sagt Tönnissen.

Zuvor hat Koekkoek-Kenner und Kleves Museumsdirektor a. D. Drs. Guido de Werd das Bild begutachtet, das ihm ein niederländischer Sammler zugetragen hatte. De Werd, der zur Zeit an einem Werkverzeichnis von Barend Cornelis Koekkoek arbeitet, fand Zeichnungen des Malers, die die Szene ähnlich aufzeigen und denen man das Bild zuordnen kann. "Welche Kirche es genau ist, können wir nicht sagen", sagt Geisselbrecht. Für sie ist klar: das Bild muss in das Klever Haus, es ist ein wichtiges Glied in der Kette der Zeichnungen und Bilder, die das Haus erwerben konnte. Deshalb ist die Spendenbox schon aufgestellt. Tönnissen und Geisselbrecht hoffen, bis zum Sommer eine Zusage für einen Ankauf machen zu können und bis Ende des Jahres die Summe gesammelt zu haben.

Freundeskreis Klever Museen, Sparkasse Rhein-Maas, IBAN DE 61 3245 0000 0005 0205 57. Verwendungszweck: Erwerb Koekkoek

Quelle: RP
 
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