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Kleve
Ein harter Job für Schutzengel

Kleve. Mit der Aktion "Ich komm' nicht mehr mit" richtet sich das Fahrsicherheits-Zentrum Rheinberg der Verkehrswacht zusammen mit der Dekra an Motorradfahrer, die im Straßenverkehr besonders gefährdet sind. Von Nicole Maibusch

Kreis Wesel Rechtzeitig zu Beginn der Motorradsaison hat das Rheinberger Fahrsicherheits-Zentrum in Zusammenarbeit mit der Dekra die neue Verkehrssicherheitsaktion "Ich komm' nicht mehr mit!" gestartet. Ab dieser Woche mahnen an jeweils drei ausgesuchten Unfallschwerpunkten in den Kreisen Kleve und Wesel Großplakate Biker zu einer moderaten und vorausschauenden Fahrweise. Das Motiv spricht eine deutliche Sprache: Ein Schutzengel kann mit der Geschwindigkeit des Kradfahrers nicht mehr mithalten und verliert den Kontakt. Neben den Großplakaten sorgen Plakate im Format A 3 sowie Postkarten unter anderem in Motorrad-, Motorradzubehörläden sowie an Tankstellen für Aufmerksamkeit. "Besonders zum Saisonstart im Frühling verzeichnen wir verstärkt Motorradunfälle", berichtet Norbert Heistrüvers, Leiter des Fahrsicherheits-Zentrums, aus 30 Jahren Praxis. Grund dafür sei oft die gnadenlose Selbstüberschätzung der Fahrer in Kombination mit mangelnder Routine.

Weniger tödliche Unfälle

Auch wenn die Zahl der tödlichen Motorradunfälle rückläufig ist, so starben 2009 auf den Straßen in den Kreisen Wesel und Kleve fünf Menschen. Es kam zu 167 Unfällen mit 166 Verletzten. "Dabei ist jeder Unfall genau einer zu viel", so Heistrüvers, der mit der Idee für seine Kampagne bei der Dekra offene Türen einlief. "Die Sicherheit der Zweiradfahrer – von der Kleidung über die Technik bis zum fahrerischen Können – liegt uns am Herzen, deshalb machen wir hier mit", so Bernd von Mallinckrodt, Kfz-Sachverständiger der Dekra in Duisburg.

Raserei, insbesondere auf Landstraßen, ist nach wie vor die häufigste Unfallursache bei Bikern. Werner Holz von der Kreispolizei Wesel weiß, wovon er spricht: Viele der Fahrer drehen schlicht gedankenlos am Gasgriff. Dann sorgt oft erst der Video-Beweis der Polizei für ein Erwachen. "Den meisten wird ihr Fehlverhalten dann schlagartig bewusst", berichtet Holz vom Alltag auf den Straßen. Die notorischen "Heizer" aber lernen nur übers Portemonnaie. 1000 Euro Bußgeld und drei Monate Fahrverbot bremsen bisweilen auch Unbelehrbare aus.

Sicherheitsdenken stärken

Mit der Kampagne "Ich komm' nicht mehr mit" möchten Fahrsicherheits-Zentrum und Dekra dazu beitragen, Motorradfahrer und andere Verkehrsteilnehmer für drohende Gefahren zu sensibilisieren. "Wir wollen bei unseren Bikern das Sicherheitsdenken stärken", so Norbert Heistrüvers. Begrüßt wird die Kampagne auch von der Kreisverkehrswacht Wesel.

Quelle: RP
 
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