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Kleve
Ein Haus fast ohne Energieverbrauch

Kleve. Bundesweite Passivhaustage auch in Kleve: Die "Stadthäuser" und die große Pellet-Heizung für 26 Häuser in der Klimaschutzsiedlung am Mühlenberg laden von Freitag bis Sonntag zur offene Tür. Von Matthias Grass

Die Fenster sind groß, raumhoch, zeigen auf drei Seiten nach draußen. Man guckt über die gegenüberliegenden Häuser hinweg Richtung Oberstadt oder auf die alte Schlachthausvilla. Der Grundriss ist offen, hohe Glastüren führen nach draußen auf die Terrasse. Die Temperatur ist angenehm.

Der Bau ist ein Passivhaus, steht als Endtyp eines der "Stadthäuser" in der Klimaschutzsiedlung am Beginn der Reihe. Es gibt auch keinen fast meterdicken Styropor-Mantel rund ums Haus. "Das Gebäude ist massiv gebaut, Wärmedämmverbundsystem gibt es hier nicht", sagt Christiane Berens. Die Architektin und Reppco-Geschäftsführerin hat den Bau geplant. Und fügt sogleich an: "Um Vorurteilen vorzubeuen: nachts kann das Fenster im Schlafzimmer offenstehen."

Temperatur und Lüftung lassen sich dabei nach individuellen Wünschen einfach und flexibel steuern, der Passivhaus-Standard erfülle damit schon heute die Vorgaben der europäischen Gebäuderichtlinie (EPBD), sagt der Leiter des Passivhaus Instituts und Mit-Initiator der Tage des Passivhauses, Dr. Wolfgang Feist. Die gebe vor, dass ab 2021 alle in der EU entstehenden Neubauten "Nearly Zero Energy Buildings" (Fast-Nullenergie-Häuser) sein müssen, so Feist. Am Wochenende laden Passivhausbauer und Planer deshalb wieder ein, Passivhäuser selbst in Augenschein zu nehmen, so sehen, wie sich so ein hochgedämmtes Haus "anfühlt".

Berens und Reppco Geschäftsleiter Thomas Euwens planen seit Jahrzehnten Häuser, die möglichst wenig Energie verbrauchen, sind Mitglieder im Passivhaus-Verband. Das Reihenhaus am Mühlenberg in Kleve ist rein rechnerisch sogar ein EnergiePlus-Haus - wenn die Sonne scheint: "Unterm Strich bekommen wir für die Einspeisung des Stroms, den wir mit unserer Photovoltaik-Anlage erzeugen, nach Abzug der Stromkosten sogar noch etwas 'raus", sagt Berens.

Denn einerseits spart ein Passivhaus Heizenergie, andererseits braucht es Strom, um die unbedingt nötige Entlüftung und manchmal nötiges Zu-Heizen möglich zu machen. In der Klimaschutzsiedlung übernimmt für die 26 Reppco-Häuser allerdings eine zentrale Pellet-Heizungsanlage das Warmwasser und an ganz kalten Tagen auch Wärme in der in diesem Haus eingebauten Wandheizung. Wobei Lüftungsanlagen eigentlich auch schon bei den hochgedämmten Häusern nach der jüngsten Energieverordnung nötig seien, wolle man nicht nach Stundenplan Stoßlüften, um den Schimmel rauszuhalten, sagt die Architektin. Berens und Euwens laden am Tag des Passivhauses von Freitag bis Sonntag in zwei fast fertige Stadthäuser in der Klimaschutzsiedlung ein, man kann die große Pellet-Anlage besichtigen, Nachfragen über Baustoffe, Kosten und Planung stellen: Freitag 11. November. 9 - 17 Uhr nur Anmeldung. Samstag, 12. November, 11 - 16 Uhr, Tag der offenen Tür, Sonntag 13. November, 11 - 15 Uhr Tag der offenen Tür.

Anmeldungen. Tel.: 02821 726030 oder 0172-9744011 oder info@reppco.de.

Quelle: RP
 
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