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Kleve
Ein "Mifgash-Festival" für Haus der Begegnung

Kleve. Der Verein "Haus der Begegnung Beth Hamifgash" plant "Mifgash", ein Fest der friedvollen Begegnungen mit Menschen. Zudem ist der Bau eines Hauses nahe dem Platz der alten Synagoge in Kleve geplant. Von Matthias Grass

Begegnung ist das zentrale Thema für die Organisatoren vom "Haus Beth Hamifgash". "Wir haben in der kurzen Zeit unseres Vereinslebens bereits 100 Mitstreiter gewonnen, das ist sehr schnell gegangen", sagt Ron Manheim über die rasante Mitgliederentwicklung des noch jungen Vereins, den der in Kleve wohnende ehemalige stellvertretende Leiter von Museum Schloss Moyland mit ins Leben gerufen hat. Das sei wichtig, unterstricht Manheim: "Wir brauchen einen breiten Rückhalt in der Bürgerschaft", sagt er.

Tatsächlich sind die Initiatoren vor Jahresfrist mit ebenso hehren wie ambitionierten Ziele gestartet: es soll ein Haus der Erinnerung an die reiche Geschichte des Judentums aus Kleve und Umgebung und an dessen Untergang entstehen, das zugleich ein Haus der Begegnung ist. Ein Ort des Kennenlernens von Menschen, Kulturen und Religionen, die heute in der europäischen Region Kleverland/Gelderland leben, erklärt Manheim. Das Haus soll irgendwann neben der ehemaligen Synagoge entstehen - ist aber noch Zukunftsmusik.

Der Platz der Synagoge heute: unmittelbar daneben soll das Haus der Begegnung entstehen. FOTO: KDS

Die Arbeitsgemeinschaften des Vereins haben ihr Werk dagegen gestartet. Gestern Abend ging die erste Mitgliederversammlung des Vereins über die Bühne, am Samstag, 30. August, startet das erste große Mifgash-Festival ab 18 Uhr bis Mitternacht auf dem Meyerhof, Uedemer Straße 15, in Kleve. Das Thema liegt auf der Hand: "Begegnung", wie der Name vom "Haus Beth Hamifgash".

"Es soll aber auch ein Haus der Wachsamkeit und Aufklärung sein - ein Ort, an dem Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Nationalismus in ihren aktuellen Ausprägungen analysiert und öffentlicher Kritik unterzogen werden", mahnt Ron Manheim. Gebaut werden soll das Haus dort, wo einst ein Terassenrestaurant und die jüdische Schule waren, gleich neben dem Gedenkplatz der ehemaligen Synagoge in Kleve. Jetzt gelte es, ein großes Netzwerk aufzubauen, um das große Ziel des Vereins, die Errichtung des Hauses, auch finanzieren zu können. Denn: "Das Haus ist die Grundidee, dort soll ein Denkzentrum entstehen", unterstreicht Manheim.

Um Fremden die Ankunft im fremden Land leichter zu machen, hat der Verein Arbeitsgruppen ins Leben gerufen. So geben ehrenamtlich Lehrer Deutschunterricht für Migranten. "Der Bedarf ist groß", sagt Manheim. Unterstützt wird der Verein dabei von der Caritas, dem Flüchtlingswerk und der evangelischen Kirche. "Sprache lernen ist ganz wichtig für Asylbewerber", sinniert er.

Eine andere Abteilung des Vereins befasst sich mit der Geschichte, versucht eine kleine Bibliothek aufzubauen, die später ins Haus einziehen soll. Und dann sind da noch die Öffentlichkeitsarbeiter, die derzeit am Facebook-Auftritt und der Internetseite arbeiten. Ein erster Schritt wieder hinaus in die Öffentlichkeit ist dann schließlich das Fest am 30. August auf dem Meyerhof: "Dort liegen die Van-Heys-Tonstudios mit ihrer wunderbaren Umgebung, direkt an der Grenze zu Bedburg-Hau, nahe beim Moritz-Grab. Und dort findet man den allerschönsten Blick quer über die Kermisdahl-Ebene auf den Hang nahe der Schwanenburg, wo unser ,Haus der Begegnung - Beth Hamifgash' entstehen soll", sagt Manheim.

Der Meyerhof und seine Umgebung sollen zu einem Festival-Gelände verzaubert werden. Dort gibt es vor allem Musik aus aller Herren Länder, aber auch kurze Reden, einen Kreativ-Workshop, eine Ausstellung, Genuss internationaler Kochkunst und vor allem - wie kann es anders sein - Begegnungen mit Menschen, fried- und respektvoll, also "Mifgash", so Manheim.

Karten für das Mifgash-Festival gibt es im Vorverkauf (Eintritt zehn Euro, für Schüler und Studenten fünf Euro, Kinder bis 14 Jahre frei) bei der Buchhandlung Hintzen an der Hagschen Straße, der Buchhandlung Leselust in Materborn an der Dorfstraße 2 und bei Kleve Marketing, Herzogstraße. An der Abendkasse kosten die Karten zwölf Euro.

Quelle: RP
 
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