| 00.00 Uhr

Kalkar
Ein neues Zentrum für Altkalkar

Kalkar: Ein neues Zentrum für Altkalkar
Viel freie Fläche soll in Altkalkar ansprechend gestaltet werden. FOTO: KDS
Kalkar. Investorenwettbewerb soll Ideen und Geld für Bebauung städtischer Grundstücke bringen. Von Anja Settnik

Das Image dieses Wohnviertels muss ein anderes werden. Wer heute von der "Birkenallee" in Altkalkar spricht, lenkt die Gedanken auf bestenfalls funktionale Mehrfamilienhäuser, einen wenig ansprechenden "Ortsmittelpunkt und freie Fläche, die nicht Grünanlage ist, sondern Brachland. An der Birkenallee muss einiges passieren, wissen Rat und Verwaltung. "Zum Glück", sagt auch das beratende Stadtplanungsbüro Pesch aus Dortmund, gehören die Grundstücke der Stadt und der Stadtentwicklungsgesellschaft seg. Sie wollen verkaufen, eventuell auch in Teilen verpachten - das wird noch geprüft. Erst einmal müssen sich die Beteiligten nun Gedanken über die Zielrichtung machen, dann wollen sie ein Investorenverfahren einleiten.

Vieles an der Birkenallee ist "ehemalig" oder gar nicht mehr vorhanden. Vor rund elf Jahren wurde die alte Volksschule abgebrochen, auch einen Kinderspielplatz gab es dort. Zwei mehrgeschossige Wohnungsbauten, die ursprünglich vor allem Soldaten beherbergten, wurden im Jahr 2010 abgerissen. Was blieb, ist die Bürgerbegegnungsstätte, die erhalten bleiben soll, eine Turnhalle und reichlich ungenutzter Freiraum mit Blick auf Mehrfamilienhäuser, eine Allee und den leicht hügeligen und damit attraktiven Außenbereich. Die Mitglieder des Bau- und Planungs- sowie des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung hörten den Vorstellungen des Dortmunder Fachmanns gemeinsam zu. Fest steht, dass die Kalkarer darauf verzichten wollen, erst einen Bebauungsplan aufzustellen. Vielmehr sollen die Investoren (möglichst nicht ein einzelner Bauträger) gemeinsam mit der Stadt ein städtebauliches Konzept entwickeln. Eine Auswahlkommission aus Politik und Verwaltung soll die Ergebnisse des Bieterwettbewerbs auswerten.

Als gänzlich unverbindliche Vorschläge, eigentlich nur für die "Flächendisposition", sollten die Zuhörer auffassen, was Horst Schönweitz vom Büro Pesch vorstellte. Trotz der trennenden Birkenallee in der Mitte sieht das Büro die beiden Flächen als Einheit. In der Nähe der Turnhalle, die von der Schule übrig blieb, könnten vielleicht Reihenhäuser entlang der Lärchenstraße entstehen und ein, zwei größere Komplexe oder auch Doppel- und freistehende Einfamilienhäuser. Auf der anderen Seite, zwischen Fichten- und Postweg, gefällt den Planern die Idee einiger zweieinhalbgeschossiger "Stadtvillen" für Eigentumswohnungen. Zusätzlich sei Platz für Einfamilienhäuser. "Insgesamt können Sie rund 70 Wohneinheiten erreichen. Sollten es nur Einfamilienhäuser werden, etwa 25", erklärte Schönweitz. Er empfehle jedoch eine Mischung von Geschosswohnungsbau und kleineren Häusern - die Kalkarer müssten selbst abschätzen, welche Bevölkerungsgruppen anzusprechen seien.

Carsten Naß (CDU) wies darauf hin, dass das Quartier unbedingt einen "Mehrwert" bieten müsse und benannte einen Bedarf an Senioren- und kleineren Wohnungen. Walter Schwaya (SPD) fügte hinzu, dass auch die Bundeswehr wieder vermehrt Wohnungen im Stadtgebiet suche, Lutz Kühnen (Forum) stellt sich ein neues, innovatives Zentrum für Altkalkar vor - keine Einfamilienhäuser.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kalkar: Ein neues Zentrum für Altkalkar


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.