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Kleve
Eine brennende Leidenschaft für Kleve

Kleve: Eine brennende Leidenschaft für Kleve
Gratulation für die Geehrte Alwine Strohmenger-Pickmann (rechts). Museumsdirektor Prof. Harald Kunde, stellvertretende Landrätin Hubertina Croonenbroek, die LVR-Politiker Getrud Kersten, Peter Hohl, Bürgermeisterin Sonja Northing (v.l.)und Festrednerin Gertrud Servos (vorne). FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Gestern bekam die Vorsitzende des Klevischen Vereins, Alwine Strohmenger-Pickmann, den Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes Rheinland. Bürgermeister a.D. Theo Brauer hatte die streitbare Vorsitzende vorgeschlagen. Von Matthias Grass

Wenn sie an die Schwanenburg denkt, wird ihr warm ums Herz. Nicht allein, weil die Burg jahrelang ihr "dienstlicher Wohnsitz" war, sondern weil sie sich der Stadt verschrieben hat, über die die Burg als Wahrzeichen thront: Alwine Strohmenger-Pickmann ist seit zehn Jahren Vorsitzende des Klevischen Vereins für Kultur und Geschichte/ Freunde der Schwanenburg (der kurz der "Klevische Verein" genannt wird) und ist nicht erst seit dieser Zeit ein Stimme in der Stadt, die sich um die Geschichte, um die Baudenkmäler, um die Kultur in Kleve kümmert. Gestern hat Alwine Strohmenger-Pickmann den Rheinlandtaler bekommen. Es ist die Auszeichnung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) für die Förderung und Pflege der Rheinischen Kulturlandschaft. Bei der Vorsitzenden des Klevischen Vereins ist der Rheinlandtaler somit also bestens aufgehoben. Alwine Strohmenger-Pickmann nahm ihn dankend entgegen und widmete ihn umgehend den Mitgliedern, den Ehrenamtlichen, den vielen Helfern im Verein, ihren Kollegen aus dem Vorstand. Denn ohne diese Menschen könnten die dem Verein wichtigen Dinge nicht angestoßen, nicht umgesetzt werden, so die Vorsitzende.

Es sind viele Dinge, die sie angepackt hat und immer noch anpackt. Dinge, die wichtig für Kleve sind: Die Denkmalliste, die verhindern soll, dass weiter alte Bausubstanz, und damit auch ein Stück Klever Geschichte, verloren geht. Der Klever Klaviersommer, den sie mit dessen musikalischen Leiter Boguslaw Strobel hilft zu organisieren und der Jahr für Jahr in den Forstgarten lockt, der so beschwingt und leicht daherkommt mit seinen wunderbaren Konzerten. Oder ihr unermüdliches Werben für den Eiskeller im Tiergarten, der endlich für alle zugänglich sein soll, ihre Unterstützung für den Arbeitskreis Kermisdal-Wetering, ihr Netzwerken im Hintergrund.

650 Mitglieder hat der Klevische Verein inzwischen - und die Vorsitzende hat gestern ein neues Mitglied dazu gewonnen: Bürgermeisterin Sonja Northing versprach schon in ihrem Grußwort, dass sie dem Verein gerne beitrete, dessen Anliegen die Geehrte seit Jahren mit Herz und Verstand nach vorne bringe. "Sie nehmen uns bei ihren Ideen, ihren Anliegen auch mit, Ihre Stimme wird geschätzt, sie hat Gewicht", sagte Northing gestern am frühen Abend im Museum Kurhaus Kleve, in dem die Vorsitzende des Klevischen die Auszeichnung des LVR bekam.

Zuvor hatte Gertrud Servos, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, die Treue Alwine Strohmenger-Pickmanns zu Kleve hervorgehoben: "Ihr Lieblingsschriftsteller Voltaire schrieb an Friedrich den Großen: ich wollte, mein Bett stünde in Kleve - Ihr Bett steht in Kleve". Und Prof. Harald Kunde als Hausherr machte neugierig auf ein mit ihr und ihrem Verein gemeinsam mit dem Museum eingestieltes Projekt über die Klever Grafen und Herzöge bis hin zum Schwanenritter.

Dabei ist die Geehrte eigentlich Emmericherin. Anfang der 1960er Jahre kam sie für einen Ferienjob über den Rhein und verliebte sich in die Stadt, legte als Justizangestellte und Rechtspflegerin nicht nur den Grundstein für ihre berufliche Karriere in der Schwanenburg, in der Land- und Amtsgericht ihren Sitz haben, sondern entwickelte eine "brennende Leidenschaft für die Historie der Stadt", so Servos. Später wechselte Alwine Strohmenger-Pickmann zum Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf und hatte als Personalreferentin des OLG einen Zweitwohnsitz in der Landeshauptstadt. Ihre Verbindung zu Kleve blieb ungebrochen - der Turm der Burg zeigte ihr die Heimat an. Dass sie 1995 Mitglied im Klevischen Verein wurde, war mehr als logische Konsequenz. Und der Verein schätzt sie auch als Managerin in Sachen Kultur.

Die Trägerin des Rheinlandtalers dankte - und versprach, dass sie weiter die städtebauliche und kulturelle Entwicklung der Stadt beobachte und beizeiten ihr Stimme erhebe. Dafür gebe ihr die Ehrung weiter Ansporn. Sie bekam stehende Ovationen der Gäste.

Quelle: RP
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