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Kranenburg
Eine Dokumentation des Kreuzaltars

Kranenburg: Eine Dokumentation des Kreuzaltars
Abraham wird von Gott auf die Probe gestellt: Eine Szene aus dem Kreuzaltar in St. Peter und Paul in Kranenburg. FOTO: N.N
Kranenburg. Ein Büchlein mit 52 Seiten von Eelco Hekster aus Nütterden ist in Kranenburg erschienen Von Werner Stalder

Der Zufall wurde für Eelco Hekster aus Nütterden zu einem Glücksfall. Als ihn Organist und Küster Dirk Willemsen darauf hinwies, dass die Schutzverglasung des Kreuzaltares in St. Peter und Paul Kranenburg für eine kurze Zeit entfernt würde, um die Schnitzereien gründlich reinigen zu können, war Hekster mit seiner Kamera zur Stelle, um alle Figuren ohne Spiegeleffekte aus der Nähe zu fotografieren und die dargestellten Szenen zu erforschen. Daraus entstand ein Büchlein mit 52 Seiten, wodurch eine einzigartige Dokumentation des Kreuzaltares geschaffen wurde. Pfarrer Christoph Scholten und Dirk Willemsen erklärten dem Autor diejenigen Schnitzfiguren, die ihm unbekannt waren.

In den letzten Jahrzehnten des 15. und den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts gab es in mehreren Städten im heutigen belgischen Flandern Werkstätten, in denen Retabel, das sind Schreine mit Schnitzfiguren, für Altäre hergestellt wurden. Darin arbeiteten Bildschnitzer, Maßwerkschnitzer, Schreiner, Fassmaler und Blattgoldmacher zusammen und stellten Schreine und Schnitzfiguren für Kirchenaltäre her. Die Retabel aus Antwerpen wurden berühmt.

Einer der Antwerpener Retabel befindet sich in der Apsis des südlichen Seitenschiffes der Kranenburger Stifts- und Wallfahrtskirche St. Peter und Paul. Dieses wunderschöne Retabel besitzt in den Gefachen 120 Schnitzfiguren und ist mit gotischen Dekorationen reich ausgestattet. "Ich freue mich, dass Eelco Hekster den Kreuzaltar unseres Gotteshauses mit sehr großer Liebe zum Detail fotografiert hat und auf dieser Grundlage eine genaue Beschreibung und Deutung des Kreuzaltars vornimmt", schreibt Pastor Scholten in einer ausführlichen Einführung. Der Kranenburger Kreuzaltar thematisiere nicht nur das Leiden Jesu, seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung, sondern er "zitiere" auch Personen und Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, die aus katholischer Sicht auf das Kreuzesopfer Jesu und dessen Vergegenwärtigung in der Eucharistiefeier hinweisen würden, bringt Pfarrer Scholten die Bedeutung des Kunstwerkes auf den Punkt. Ausdrucksstark sind die Fotos der Szenen in der Predella. Das ist ein flacher Sockel, der das Retabel des Kreuzaltares trägt.

Da sieht man beispielsweise die Darstellung, wie Abraham von Gott auf die Probe gestellt wird (Gen. 22,1-19). Abraham hatte alles vorbereitet, um seinen geliebten Sohn Isaak Gott zu opfern. In letzter Sekunde greift Gott ein, indem er einen Engel zu Abraham schickt und zu ihm sagt: "Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus, denn jetzt weiß ich, dass du Gott fürchtest; du hast mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten."

Weitere Szenen in der Predella sind: Mose mit den Gesetzestafeln der Zehn Gebote, die Bundeslade, der Priester Aaron mit dem Weihrauchfass und das Paschamahl. Ausdrucksstark sind auch die Darstellungen im Altarschrein: Die Wurzel Jesse, die Hirten besuchen das neugeborene Jesuskind, die Beschneidung Jesu, Jesus trägt das Kreuz, die Kreuzigung Jesu, die mit- gekreuzigten Verbrecher, die Kreuzabnahme und die Erscheinungen des Auferstandenen.

Schließlich findet man aber auch die Figuren der Pfarrpatrone Petrus und Paulus. Einige dieser Figuren hat der Künstler Wilhelm Matthäi nachgeschnitzt, da sie im 2. Weltkrieg beschädigt oder vernichtet wurden.

Das Kreuzaltarbuch ist für sieben Euro Kosten am Schriftenstand der Wallfahrtskirche Kranenburg erhältlich.

Quelle: RP
 
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