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Unsere Woche
Eine Frage des Überlebens

Kleve. Die Tatsache an sich stand schon Tage vorher fest und ging teilweise auch durch die Medien. Doch die Beteiligten verkündeten den großen Schritt erst am Montag in einer eigens einberufenen Pressekonferenz: Aus den Sparkassen Kleve, Emmerich-Rees und Straelen entsteht die Sparkasse Rhein-Maas, am 29. August wird die Fusion vollzogen. Im großen Verbund die Herausforderungen der Zukunft meistern können - das steckt hinter dem Bündnis der Kreditinstitute mit dem großen "S". Faktoren wie Digitalisierung, Bankenregulierung und Eigenkapitalausstattung spielen dabei eine Rolle. Die Fusion ist nicht weniger als eine Frage des Überlebens im härter werdenden Wettbewerb, gerade in der Niedrigzinsphase, deren Ende noch nicht in Sicht ist.

Die Stellungnahme der Verbandssparkasse Goch-Kevelaer-Weeze, wonach eine Fusion für sie aktuell kein Thema sei, ist nicht mehr als eine Momentaufnahme. Auf Dauer wird sie sich dem Sog zu größeren und damit leistungsfähigeren Verbünden nicht entziehen können. So wie jetzt die Straelener Sparkasse, ein feines, aber eben auch ein kleines Institut, das sich vor vielen Jahren dem Liebeswerben einer benachbarten Sparkasse noch erfolgreich widersetzen konnte. Jetzt klappte das nicht mehr. Und sie sind in der Blumenstadt über den notwendigen Schritt "nicht glücklich".

Für die Mitarbeiter soll der Zusammenschluss keine negativen Folgen haben, Stellen sollen durch natürliche Fluktuation eingespart werden. Bleibt die Frage, ob die Kunden etwas von dieser Fusion merken. Sie sind erst in jüngster Vergangenheit durch Schließungen von Geschäftsstellen verärgert worden. Ein weiterer Rückzug aus der Fläche würde die Sparkassen eines wichtigen Merkmals berauben.

michael.klatt@rheinische-post.de

Quelle: RP
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