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Kleve
Eine Zeit-Reise durch Kleve

Kleve: Eine Zeit-Reise durch Kleve
FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Zur Ausstellung im Klever Haus Koekkoek mit Werken des Japaners "Hiroyuki Masuyama" ist jetzt das Katalog-Buch erschienen, das nicht nur zur Reise durch die Werke des Künstlers einlädt. Von Matthias Grass

Der Japaner Hiroyuki Masuyama ist ein Reisender zwischen den Zeiten, der in seinen Werken Jahrhunderte zu einem Bild vereint. Oft nach dem Vorbild eines alten oder modernen Meisters. "Es sind Orte, in denen Vergangenheit und Gegenwart in einem Bild zusammenfallen", schreibt Ursula Geisselbrecht, die künstlerische Leiterin vom Klever Künstlerhaus Koekkoek im Vorwort zum endlich erschienenen Katalog zur Ausstellung des Japaners in dem klassizistischen Malerpalais.

Für Masuyama, der der Geschichte der Orte auf seine Weise nachsteigt, gibt es das Gefühl eines Ortes. "Dieses Gefühl eines bestimmten Ortes bleibt unverändert", sagt Masuyama. Und so komponiert er aus Hunderten von Fotos, aus Archivalien und Dokumenten neue Bilder nach alten Bildern. Sie wahren das Gefühl des Ortes, das der Romantiker Caspar David Friedrich oder der Maler des Lichts, William Turner, oder eben die romantischen Niederländer aus dem Haus Koekkoek auf die Leinwand gebracht hatten. Aus Masuyamas Lichtboxen spricht ebenso die Lust an der Natur wie aus Koekkoeks Bildern, sie schwelgen in den Farben Turners oder wagen Friedrichs Blick auf die Natur. Wie Koekkoek oder Friedrich komponiert auch Masuyama seine Bilder. "Die Reise führt zu den künstlerisch aufgeladenen Orten, sie werden hundertfach neu fotografiert und wieder zusammengesetzt", schreibt Geisselbrecht. Sie vereinen die Zeit - und das nicht nur in Lichtboxen, sondern auch in der Malerei.

So, wie beim "Blick auf Kleve" nach Klombeck. Masuyama nun erweitert diesen Blick malerisch in einem extremen Querformat, das Landschaften aus dem 17. Jahrhundert anfügt und auf die moderne Stadt mit Häusern aus dem frühen 20. Jahrhundert guckt, mit Schafen aus dem 19. Jahrhundert (siehe Foto). Der Katalog zeigt die beiden Werke und darunter den Zeitstrahl, aus dem sich Masuyamas Querformat entwickelt hat.

Die Ausstellung im Haus Koekkoek versteht sich als Gesamtkunstwerk, das nicht nur in der obersten Etage die Einrichtungen des Japaners zeigt. Im Treppenhaus führt die aufwendige Konstruktion für die Reise Turners nach oben, Installationen und Leuchtkästen hängen in den Salons Koekkoeks. Dieses Gesamtkunstwerk "Zeit-Reise" dokumentiert der Katalog im ersten Teil des Buches. Es folgt ein fiktiver Briefwechsel zwischen dem Künstler und William Turner (alias Gabriele M Knoll), "abgefasst" 1834.

Der Katalog vergisst aber auch nicht die wunderbaren Blumenwiesen mit Pflanzen aus dem ganzen Jahreszyklus, wie sie derzeit sowohl im Haus Koekkoek alsauch in der großen Moyländer Ausstellung "Lasst Blumen sprechen!" noch zwei Wochen zu sehen sind. Hier wie in allen seinen Leuchtkästen analysiert Masuyama "die Relation zwischen Anblick, Abbild und Bild, indem er das, was früher gezeichnet, gemalt und gestaltet wurde, jetzt fotografiert", wie es Michael Freitag in seinem Kapitel im Katalog beschreibt. Und dann setzte er, so Freitag, aus diesen Einzelfotos ganz altmeisterlich ein neues Bild zusammen, dessen Wirklichkeit die Wirklichkeit seiner Vorstellung ist. Und zugleich die Gegenwart in die alten Werke überträgt.

Zeit-Reise. Hiroyuki Masuyama. 19,50 Euro. 190 Seiten. ISBN 978-3-934935-81-5 . Hrsg: Freundeskreis Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve.

Quelle: RP
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