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Kranenburg
Einkaufszentrum wächst auf der Wiese

Kranenburg: Einkaufszentrum wächst auf der Wiese
Die Straße "Großen Haag" in Kranenburg: Auf der linken Seite floriert der Handel bereits. Auf der Wiese - rechts der Straße - soll das Einkaufszentrum erweitert werden. FOTO: Markus van Offern
Kranenburg. An der Umgehungsstraße, kurz vor dem Stadtkern, plant die Gemeinde Kranenburg das nächste Großprojekt. Auf dem freien Feld gegenüber der Frischearena sollen Geschäftsflächen für neue und größere Läden geschaffen werden. Von Peter Janssen

In Kranenburg werden mit Vorliebe Großprojekte geplant. Der Windpark mit zwölf Anlagen im Reichswald ist nur ein Vorhaben, das bei Gemeinden mit 10.000 Einwohnern nicht zum Alltagsgeschäft gehört. Nach Informationen unserer Redaktion wurde jetzt für die Gemeinde ein weiteres bedeutendes Projekt gestartet.

Es ist die Nähe zu den Niederlanden, die für den nächsten Schritt bei der Entwicklung des Einkaufszentrums am "Großen Haag" sorgt. Das reichhaltige Angebot in Kombinantion mit den günstigen Preisen der Discounter, wird Kranenburgs Einkaufsparadies nach den Planungen weiter wachsen lassen. Die Geschäfte laufen blendend. In der Grenzgemeinde will man die Chance, das Zentrum an der Umgehungsstraße weiter auszubauen, nutzen. Schnäppchenjagd liegt im Trend.

So will der Discounter Penny ebenso seine Verkaufsfläche vergrößern wie auch der Vollsortimenter Rewe. Dafür sollen neue Flächen erschlossen werden. Auf der gegenüberliegenden Seite der Frischearena ist geplant, die beiden Märkte neu anzusiedeln. Es sind Größenordnungen im Gespräch, nach denen zu urteilen, keine Einkaufswünsche unerfüllt bleiben dürften. Der neue Rewe-Markt soll dann etwa 3000 Quadratmeter Verkaufsfläche haben. Zum Vergleich: Der Edeka-Markt Brüggemeier an der Flutstraße in Kleve bringt es auf 2500 Quadratmeter. Zusätzlich ist geplant, 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche dem dann angrenzenden Discounter Penny anzubieten.

Die Häuser Große Straße 4, 6 und 8 sollen weichen und Platz für einen Durchgang zum Einkaufszentrum machen. Ein Wohn- und Geschäftshaus ist geplant. FOTO: van Offern, Markus (mvo)

Vor den beiden ausgedehnten Geschäften sollen mehr als 200 Parkplätze angelegt werden. Zudem ist im Gespräch, dass zwischen den neuen Standorten von Rewe und Penny zwei Fachmarktgeschäfte angesiedelt werden. Was mit den dann leeren Gebäuden geschehen wird, ist noch nicht geklärt. Angesichts des florierendes Handels in dem Zentrum an der Umgehungsstraße, sollten sich auch für diese Objekte Mieter finden lassen. Erste Unternehmen sollen bereits Interesse bekundet haben. Auch über einen Baumarkt wurde offenbar nachgedacht, doch dürfte dieser Plan aufgrund der benötigten Fläche eines solchen Fachgeschäfts nur schwer zu realisieren sein.

Anbieter von Getränken müssen sich in der Grenzgemeinde keine größeren Sorgen machen, in eine finanzielle Schieflage zu geraten. Bedingt durch die enormen Preisunterschiede zu den Niederlanden, erfreuen sich die gesuchten Hochprozenter einer besonderen Nachfrage. Demnach soll auch ein größerer Fachmarkt für Flüssiges in Planung sein.

Die Erweiterung des Einkaufszentrum soll durch die Landmarken AG erfolgen. Der Projektentwickler ist durch die Planung und Umsetzung des zweiten Teils der Frischearena in Kranenburg positiv in Erinnerung geblieben.

Thomas Binsfeld, Prokurist bei Landmarken AG, hatte die ersten Planungen dem Gemeinderat vorgestellt. "Ich sehe, dass die Kaufkraft für die Erweiterung vorhanden ist. Aufgrund aktueller Entwicklungen, was die neue Philosophie im Einzelhandel betrifft, liegt es im Trend, wenn Rewe und Penny ihre Verkaufsfläche vergrößern wollen. Das Einkaufserlebnis spielt mittlerweile ebenso eine entscheidende Rolle, wie die zeitgemäße Präsentation des Angebots", sagt der Diplom-Ingenieur.

Ein größerer Getränkefachmarkt, macht aus Sicht von Binsfeld ebenfalls Sinn.

Die Erweiterung des Einkaufszentrums ist nur ein Teil des Einzelhandels- und Zentrenkonzept, dass die Gemeinde einst erstellt hatte. Zusätzlich ist eine Baumaßnahme in Planung, die das Gesicht im ersten Teil der Großen Straße prägen wird. Die Gemeinde hatte die drei Häuser am Anfang der Hauptstraße mit dem Ziel angekauft, hier eine offene Anbindung an die Frischearena herzustellen. Die drei Objekte werden abgerissen, um Platz für einen neuen, repräsentativen Bau zu schaffen.

Ein Wohn- und Geschäftshaus soll an dieser Stelle entstehen. Das zweite und dritte Obergeschoss ist für Wohnungen vorgesehen, im Erdgeschoss sollen Geschäfte eingerichtet werden. Erste Entwürfe für das Haus sind durch das Klever Architekturbüro Reppco vorgestellt worden.

Voraussetzung für die Umsetzung der Planungen am Großen Haag ist, dass der noch als Landwirtschaftsfläche ausgewiesene Bereich im Regionalplan geändert wird. Erst dadurch kann das Vorhaben realisiert werden. Doch gibt es offenbar deutliche Signale aus Düsseldorf, dass dies geschehen wird. Ist auch diese Erweiterung ein Erfolg, wird es sicherlich Stimmen geben, die Raum für weitere Planungen sehen. Zumindest den Platz hat Kranenburg noch.

Quelle: RP
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