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Kalkar
Eislaufbahn auf dem Kalkarer Markt

Kalkar: Eislaufbahn auf dem Kalkarer Markt
Auf dieser Fläche vor dem Rathaus sollen im Januar Eisbahn und Buden stehen. FOTO: Gottfried Evers
Kalkar. Die Verwaltung der Nicolaistadt hat den Antrag einer örtlichen Agentur bewilligt, im Januar eine Schlittschuhbahn vor dem Rathaus aufzubauen - ohne Politik und Wirte zu fragen. Die Reaktionen: Überraschung, aber kaum Ablehnung. Von Anja Settnik

Er sei schon überrascht gewesen, als er das Plakat sah, gibt Klaus-Dieter Leusch, CDU-Fraktionsvorsitzender in Kalkar, zu. Ohne Absprache mit der Politik kam aus dem Rathaus offenbar das "Okay" zum Vorhaben von Tim Dickerboom und Steffen Bettray, auf dem Kalkarer Marktplatz für vier Wochen eine Eisbahn aufzubauen. Er wolle aber nicht kleinlich sein und etwa daran erinnern, dass die CDU früher für ihren nicht immer transparenten Umgang mit Nachrichten gerügt worden sei. "Ich hätte nicht verkehrt gefunden, wenn man das Thema vorher besprochen hätte." Bürgermeisterin Dr. Britta Schulz vom Forum stellt aber klar, dass die Genehmigung ein übliches "Geschäft der laufenden Verwaltung" sei. Sie gibt zu, dass der Antrag und die Bewilligung eine sehr kurzfristige Angelegenheit gewesen seien.

Darum geht es: Vom Jahreswechsel bis zum 31. Januar soll eine 200 Quadratmeter große Eislauffläche vor dem Rathaus kleine und große Schlittschuhfans ansprechen. Wobei es wohl eher eine Bahn aus Synthetik, nicht aus gefrorenem Wasser sein wird. Dickerboom stellt sich vor, dass vormittags die Grundschulen und Kindergärten die seltene Chance nutzen, mit den Kindern Eis zu laufen.

Sigrid Lenders, Rektorin der Josef-Lörks-Grundschule, zeigt sich überrascht: "Bisher war mir von dieser Eisbahn nichts bekannt. Ob wir dort mit unseren Kindern Eislaufen gehen, können wir erst entscheiden, wenn wir alle Faktoren dazu kennen. ,Sportunterricht' im eigentlichen Sinne werden wir dort sicher nicht abhalten." Die Bahn soll von Dienstag bis Freitag ab 15 Uhr geöffnet sein, an Samstagen und Sonntagen ab 11 Uhr bis zum Abend." Für 2,50 Euro darf das Eis betreten werden - mit Schlittschuhen, die man für die gleiche Summe ausleihen kann. Dickerboom kündigt ein "rustikal-gemütliches Ambiente" an, statt der üblichen weißen Hütten soll es eine 80 Personen fassende Almhütte zum Essen und eine mit Ausschank geben. Im Angebot werden laut Veranstalter Brezeln, Leberkäse und klassische Imbiss-Gerichte sein. Gruppen könnten die Speise-Hütte auch mieten. Nebenan gibt es natürlich unter anderem Glühwein und Kinderpunsch. Keinesfalls werde eine Partymeile mit lautstarker Ballermann-Musik entstehen. Vielmehr glauben die beiden Kalkarer Organisatoren, dass durch die Eisbahn Gäste in die Stadt kommen, die auch den Einzelhandel und die Gastronomie unterstützen werden.

Das hofft und glaubt auch die Bürgermeisterin. "Es kann sein, dass nicht alle Wirte begeistert sind, aber der Januar ist eine absolut tote Zeit. Da kann uns jede Belebung der Innenstadt nur recht sein. Und was haben wir groß zu verlieren?" Restaurant-Chefin Petra Meier sieht das ähnlich: "Ich befürworte alles, was den Marktplatz attraktiver macht und Gäste zu uns bringt." Konkrete Infos, die eine nähere Einschätzung möglich machen würden, habe sie aber noch nicht.

Kosten wird die Aktion die Stadt nicht mehr als etwas Strom, sagt Britta Schulz. Das Risiko liege allein bei den Veranstaltern.

Han Groot Obbink, Vorsitzender der Werbegemeinschaft "Kalkar aktiv" und Chef des "Wunderlandes", ist überzeugt von dem Vorhaben. Er sagt: "Die Eisbahn passt ideal in das Bild unseres idyllischen Marktplatzes. Es ist ein schönes Event, lockt Gäste und schafft eine ganz besondere Atmosphäre zur Winterzeit. Es ist toll, dass Unternehmer Initiative zeigen - hier passiert etwas. Außerdem können die Gastronomen Arrangements in Kombination mit dem Schlittschuhlaufen anbieten. Denn wenn es kalt ist, halten sich die Gäste auch gerne in den Restaurants und Gaststätten auf."

Schon im Jahr 2012 war die Idee einer Schlittschuh-Bahn vor dem Rathaus mal aufgekommen. Damals war das Projekt aus Kostengründen jedoch nicht weiter verfolgt worden.

Quelle: RP
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